Wie sollten Lehrer den Unterricht bzw. Unterrichtsstoff gestalten ?

      Wie sollten Lehrer den Unterricht bzw. Unterrichtsstoff gestalten ?

      Hallo,
      wie sollten Lehrer den Unterricht bzw. Unterrichtsstoff gestalten ?

      Mir gefällt folgender Aufbau :

      - Gymnastik (20%)
      - Open Shines, afrikanische Bewegungen ala Rumba (40%)
      - Figuren (40%)

      Eine Trennung in einzelne Kursen ist natürlich noch besser.
      Jede Unterrichtseinheit dauert 2 Stunden und das 2x die Woche. Dies setzt natürlich fundiertes Wissen voraus!

      Was sagt ihr ?

      Gruss
      Enes
      Versuch doch mal einem Bekloppten zu erklären, dass er bekloppt ist, einem Raucher, dass er mit dem Rauchen aufhören soll oder einem Salsa Junky, dass er nicht so häufig weggehen/tanzen soll :D

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „sreca“ ()

      Meine Meinung:

      Aufwärmen/Gymnastik = 10%
      Technik = 35%
      Kombinationen =15%
      Openshines (Footwork) = 12,5 %
      Rumba-/Cha Cha-Elemente =12,5 %
      Men-/Ladiesstyling = 15%


      Je nach dem, wie mein Level ist... fallen dann auch die Prozentzahlen aus!

      Das WICHTIGSTE sind aber die Punkte.... und Technik sollte den größten Prozentanzahl ausmachen....

      ...wie gesagt, ist nur meine Meinung... aber jeder sieht es halt anders!
      Wieso separiert ihr den Technik Anteil.
      Alles was gezeigt wird, sollte technisch 100% richtig gezeigt und erklärt werden. Deswegen habe ich das nicht extra aufgeführt.

      @ed
      10 % für Gymnastik ist m.E. viel zu wenig.
      Schauen wir uns mal Mitchell an. Wenn er mit Frauen tanzt, die nicht annähernd sein Niveau haben (in Hannover 99-100 % :) ), ist es dennoch sehr hübsch anzusehen. Das liegt nicht an den von ihm getanzten Figuren, sondern an seiner Körperkontrolle.
      Tanzen bedeutet für mich Körperkontrolle !!! Die Kunst ist es mit wenig Figuren gut tanzen zu können.
      Rumba kann man gut in dem Gymnastikteil unterbringen. Ich denke, dass es nicht das Ziel der meisten Salsa Lehrer ist, Rumba Spezialisten hervorzubringen.

      Open shines nur etwas über 10% ? Wenn wir von 2 Stunden ausgehen, sind es etwa 15 Minuten. In der Zeit schaffst du es gerade mal den Leuten die Shinekombi einmal komplett zu zeigen und zu erklären, ohne es richtig einüben zu können. Sei dir eines sicher. Die Leute vergessen die Footwork sehr schnell, wenn sie sie nicht üben bzw. wenn es nur halb gezeigt wird.

      Ok, Men-/Ladystyling und Spintechnik habe ich vergessen.
      Versuch doch mal einem Bekloppten zu erklären, dass er bekloppt ist, einem Raucher, dass er mit dem Rauchen aufhören soll oder einem Salsa Junky, dass er nicht so häufig weggehen/tanzen soll :D

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      Also meine Tanzlehrerin hatte einen ganz anderen Ansatz als ich mit dem Tanzen angefangen habe.

      Zunächst war es ihr erstmal wichtig, dass wir ein Gefühl für die Musik bekommen, da diese für die meisten ja doch etwas ungewohnt war. Danach haben wir dann alle möglichen Grundschritte gelernt, die so vorkommen können. Als dass dann alle beherrscht haben, haben wir die ersten einfachen Drehungen gelernt, wobei sie dort aber nicht wert darauf gelegt hat, dass wir nun alle unsere Füße richtig setzen, sondern viel wichtiger war es ihr, dass wir lernen zu improvisieren und die Frauen lernen sich führen zu lassen bzw. die Männer zu führen.

      Zuerst hat mich diese Vorgehensweise stark irritiert, da ich früher mal Standard und Latein getanzt habe und mir dort jeder Schritt exakt vorgegeben wurde und jetzt war es auf einmal nicht mehr so.

      Als ich dann aber angefangen habe in Salsaclubs zu gehen, habe ich festgestellt wie genial diese Lehrmethode gerade für Frauen ist. Denn dadurch, dass ich gelernt habe nur auf die Führung zu achten und auch zu improvisieren, kann ich fast immer mit den Leuten auch tanzen die mich auffordern, ohne dass ich Probleme habe, weil die nun einen anderen Stil tanzen als ich.
      Also, ich habe ja nie wirklich Kurse besucht, aber um meinen Senf dazu trotzdem abzugeben:

      Das Allerwichtigste ist, dass ein Lehrer seinen Salsa-Schülern erklärt, worauf es ankommt... Bringt ihnen zuerst bei (wie Mitchell es übrigens tut :gut: ) "DAS IST DIE CLAVE, DAS IST TUMBAO, UND DARAUF KOMMT ES AN!!!!!"
      Zeigt ihnen nicht, die und die Drehung ist so zu führen, sondern hört auf die MUSIK, tanzt mit dem Herzen, spürt sie!!!!!

      Das tun leider nicht viele... :(

      Halten wir uns mal an die Regeln, wie ein Lehrer ganz allgemein sein sollte... Und da mein Papa Lehrer ist, kann ich da mitreden. :D :P

      Lehrer sollten
      1. ihren Stoff beherrschen und ihn auch so erklären können, dass Normalmenschen ihn auch verstehen.
      2. sollten den Unterricht lustig und locker gestalten, denn in einer zwanghaften Atmosphäre lernt man herzlich wenig.
      3. sollten streng sein, aber trotzdem Nachsicht haben und Schwächen ihrer Schüler erkennen.

      Und ich denke, das kann man nur allzu gut auch auf Salsa-Lehrer anwenden... ;) :rolleyes:


      Ausserdem noch einen Punkt, den ich zu diesem von Enes abgegeben Kommentar ergänzen möchte:
      Original erstellt von sreca:
      ...@ed
      10 % für Gymnastik ist m.E. viel zu wenig.
      Schauen wir uns mal Mitchell an. ...


      Ich habe ja mal eine Schnupperstunde bei Mitchell "on 2" mitgemacht, und ich muss sagen, dass mindestens 20 Minuten nur aus Aufwärmung bestanden, was erstens meinem Rücken supergut getan hat und zweitens erklärt, warum mein süsser Hasen-Sohn sich so wahnsinnig lecker bewegen kann... :rolleyes: :tongue: :D
      Das absolute Wissen führt zu Pessimismus; die Kunst ist das Heilmittel dagegen.
      Friedrich Nietzsche (1844-1900), dt. Philosoph


      @sreca
      Du darfst nicht von den Stunden ausgehen... sondern von der ganzen Zeit an sich selber! ...und damit meine ich... verteile es mal über ein Jahr :) ... dann sieht es schon ganz anders aus!

      Köperkontrolle ist gut... habe ich nie abgestritten.... und 10% im Jahr für Gymnastik ... ist OK... wir haben ja noch 15% Rumba und Cha Cha!

      Warum ich auf die Technik eingegangen bin?! Nun, wenn du es einem Menschen nicht richtig zeigst, dann wird er es vielleicht auch nicht richtig nachtanzen!

      Eddi
      vielleicht sollte man sich auch erstmal klar werden, wie man salsa tanzen lernen möchte und was man damit vor hat ...

      ob wirklich nur mal ab und an zum spass oder als salsaholic, der zu jedem congress fährt, weil sich bei diesen interessengruppen die ansprüche an das tanzen doch sehr stark unterscheiden.

      ich persönlich möchte einen lehrer, der mir die musik näher bringt, mich technisch verbessert und mir hilft meinen körper besser zu beherrschen. ich möchte jemanden, der mir auch mal in den hintern tritt, wenn er sieht, dass ich etwas "falsch" mache, und der mir als frau auch wirklich mal sagt, wie sich eine dame am besten führen lassen kann, wo sie evtl die arme hat wie sie reagieren kann. das hab ich bisher noch kaum oder garnicht von jemanden gehört ... die meisten lehrer konzentrieren sich auf die herren, da das wichtiger ist, da die herren führen müssen und die damen ja eh nur folgen ... aber hallo, ich bin auch in dem kurs, ich zahle das gleiche wie der herr und möchte auch etwas davon haben, wofür ich bezahle. sonst ist es hinterher wieder so wie nach den congressen, dass man die figuren nur mit den herren tanzen kann, die auch da waren und sonst hatte man nichts von den partnerig kursen .... am meisten haben mir bisher die parties auf den congressen gebracht ( ich nehme lady styling kurse raus) .... oder die rumba cubana kurse von tropical ... das waren für mich z.b. sehr gute lehrer ... es hat einen richtig euphorisch gemacht das zu tanzen, was sie einem beigebracht haben, da man zum einen gemerkt hat, dass sie wirklich voll bei der sache waren, sie super die musik mit dem zusammenhang der figuren erklärt haben und es ein hammer geniales gefühl war, diese körperbeherrschung zumindest im ansatz versuchen, zu erreichen ... genial! oder auch bomba und plena bei chachi ... sowas wär echt genial, wenn sie mal einen ws damit in h anbieten würden. ich persönlich möchte immer gern wissen, was ich nach einem ws oder einer stunde gelernt habe, indem ich merke, wie sehr ich mich angestrengt habe.
      ich wünsch dir eine gute reise!
      Also...Ich trainiere ja auch seit einigen Monaten nicht mehr, aber ich gebe Sreca 100 % recht, wenn er sagt, dass Körperbeherrschung mit zum Unterrichtsstoff gehören sollte...

      Da muss ich hier ein grosses Lob an Mitchell aussprechen...Ich bin ja damals in den Genuss gekommen einige Unterrichtsstunden bei ihm im Korkus zu haben und fand es nur klasse, dass er mit uns die Aufwärmübungen gemacht hat...Diese regelmässigen Übungen tragen dann zur Körperbeherrschung bei und sind eigentlich dann fürs Salsa-Tanzen unumgänglich...

      Viele unserer Lehrer haben ja diese Körperbeherrschung und können sich dann zu der Musik dann dementsprechend bewegen....Irgendwelche Shines machen, die dann wirklich professionell wirken...Dies kann aber einschüchternd auf viele Schüler wirken...Ich habe schon sehr viele gefrustete Schüler gesehen, die dann meinten sie könnten es nicht...Man hat Ihnen aber auch nicht gezeigt, wie man sich das antrainieren kann...Ich finde man sollte dem Teil Körperbeherrschung viel viel mehr Aufmerksamkeit schenken, denn auch das macht einen Lehrer aus...Wenn ich mich bewege wie eine Schlange...Habe aber jemanden, der von Natur aus steif wie ein Stofck ist, verliert dieser Mensch irgendwann das Interesse und auch den Ehrgeiz was zu lernen...Denn egal wie gut er die Technick beherrscht,wenn es nicht annähernd so aussieht wie bei dem Lehrer, ist es frustrierend...Und dies fällt dann automatisch auf den Lehrer zurück...


      Ich habe das schon sooooo oft angesprochen....aber auf mich hört ja mal wieder niemanddddd :rolleyes:
      Vertrauen ist das Gefühl, einem Menschen sogar dann glauben zu können, wenn man weiss, dass man an seiner Stelle lügen würde...
      Ich denke, nicht nur was das Lernen an sich sondern auch was die Wahl der Lehrer angeht muss jeder da seinen eigenen "Königsweg" finden, weil jeder einfach anders lernt und andere Vorraussetzungen mitbringt.
      Ein Patentrezept ein guter Lehrer zu sein gibt es wohl leider noch nicht - da spielt ja irgendwo auch immer das Persönliche (Symphatie, Antipathie, Respekt etc.) eine gewisse Rolle.
      Und im Salsa darf sich nunmal jeder "Lehrer" nennen - das hat natürlich Vor-und Nachteile...


      Original von Kerstin
      vielleicht sollte man sich auch erstmal klar werden, wie man salsa tanzen lernen möchte und was man damit vor hat ...

      ob wirklich nur mal ab und an zum spass oder als salsaholic, der zu jedem congress fährt, weil sich bei diesen interessengruppen die ansprüche an das tanzen doch sehr stark unterscheiden


      Da hast du sicher Recht, aber ich glaube für die meisten kristalisiert sich das erst mit der Zeit herraus in welche Richtung es gehen soll bzw. kann oder eben nicht...
      "Da es der Gesundheit zugute kommt,habe ich beschlossen glücklich zu sein"
      Ein guter Lehrer braucht neben den bereits erwähnten Eigenschaften m. E. noch zwei:

      1. Die Geduld, die Schüler nicht mit allem auf einmal zu überschütten, was er beobachtet und als Tipps auf Lager hat, sondern Stück für Stück ohne Überforderung aufzubauen.

      2. Andererseits aber auch die Übersicht und Wachheit, die Lern-Themen nach und nach alle anzugehen, bei Bedarf auch wiederholt, und dabei nicht aufzugeben, die Schüler zu fordern.

      Mit anderen Worten, Geduld ist nicht Gleichgültigkeit.