News rund um Lateinamerika

      Aus web.de:

      Immer mehr Opfer nach Hurrikan «Stan»
      Hurrikan "Stan" richtete in Mexiko große Verwüstungen an.


      Hamburg/Mexiko-Stadt - Nach den sintflutartigen Regenfällen infolge des Hurrikans «Stan» ist die Zahl der Todesopfer in weiten Teilen Zentralamerikas und in Südmexiko weiter gestiegen. Bislang kamen mindestens 160 Menschen ums Leben, berichtete der britische Sender BBC am Donnerstag.
      Rettungskräfte fanden den Angaben zufolge weitere Leichen, als sie in abgelegene Dörfer vordrangen. Obwohl «Stan» mittlerweile abgezogen sei, regne es weiter heftig. Dies führe zu gefährlich hohen Pegelständen der Flüsse. Laut dem BBC-Bericht starben in Guatemala bislang 79 und in El Salvador 62 Menschen. In Mexiko, Nicaragua, Honduras und Costa Rica wurde die Zahl der Toten mit mindestens 19 angegeben.

      Tausende von Menschen in Südmexiko und Mittelamerika sind obdachlos, Zehntausende wurden in Notunterkünften untergebracht, weil ihre Hütten von über die Ufer getretenen Flüssen weggespült oder unter tonnenschweren Schlammlawinen begraben wurden. Die Verkehrsverbindungen zwischen Guatemala, Mexiko und El Salvador sind an einigen Stellen unterbrochen, weil dort die Grenzflüsse wegen zerstörter Brücken nicht passierbar sind.

      Unterdessen erreichte in der Nacht zu Donnerstag mit «Tammy» ein neuer Tropensturm den Norden des US-Bundesstaates Florida. «Tammy» ist nach Auskunft des Wetterdienstes Meteomedia bereits der 19. tropische Sturm der laufenden Saison. Mehr seien bisher lediglich im Jahr 1933 mit 21 Tropenstürmen registriert worden.



      Anm. von mir:
      Auch die mexikanische Hafenstadt Veracruz ist teilweise überschwemmt worden.
      Das absolute Wissen führt zu Pessimismus; die Kunst ist das Heilmittel dagegen.
      Friedrich Nietzsche (1844-1900), dt. Philosoph


      web.de:

      México: Immer mehr Tote durch Tropensturm «Stan»


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      Nur die Füße eines Kindes schauen noch aus den Trümmern eines Hauses, das von einem Erdrutsch zerstört wurden. Helfer hoffen, das Kind noch retten zu können.


      Mexiko-Stadt - Die durch den Tropensturm «Stan» ausgelösten Regenfälle in Mittelamerika fordern immer mehr Menschenleben. In Guatemala kamen bisher 34 Menschen zu Tode. In El Salvador stieg die Zahl der Getöteten auf 50. In Mexiko sind bislang nach offiziellen Angaben neun Menschen ums Leben gekommen.
      Tausende von Menschen in Mittelamerika und Südmexiko wurden obdachlos, weil ihre Hütten von über die Ufer getretenen Flüssen weggespült oder unter Schlammlawinen begraben wurden. Die Verkehrsverbindungen zwischen Guatemala, Mexiko und El Salvador sind an einigen Stellen unterbrochen, weil dort die Grenzflüsse wegen zerstörter Brücken nicht passierbar sind.

      Mehrere zehntausend Menschen wurden aus gefährdeten Gebieten in Notunterkünfte gebracht. Besonders hart getroffen wurden El Salvador und die mexikanischen Bundesstaaten Veracruz und Chiapas. Präsident Vicente Fox kündigte einen Besuch in den Katastrophengebieten an.

      «Stan», der riesige Wassermassen mit sich führt, erreichte am Dienstag das Festland im mexikanischen Bundesstaat Veracruz, wo er ganze Küstengebiete unter Wasser setzte. Bis auf weiteres gilt höchste Alarmbereitschaft. Aus 140 Städten und Ortschaften sind Schäden gemeldet worden: Erdrutsche, unterspülte Straßen, umgeknickte Bäume und über die Ufer getretene Flüsse und Bäche.
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      Friedrich Nietzsche (1844-1900), dt. Philosoph


      SÜDAMERIKA: Bis zu 2000 Tote durch Sintflut in Mittelamerika


      Mexiko-Stadt/Guatemala-Stadt - Nach den sintflutartigen Überschwemmungen in Guatemala, El Salvador und im Süden Mexikos hat sich die Lage weiter verschärft. Die Zahl der Toten wird möglicherweise bis auf rund 2000 steigen, da in Guatemala eine Schlammlawine etwa 1400 Menschen begraben haben soll.
      Bislang wurden weit mehr als 600 Tote aus den Katastrophengebieten gemeldet, Hunderte werden vermisst. Auch am Wochenende waren noch immer viele Ortschaften vor allem im mexikanisch-guatemaltekischen Grenzgebiet nicht erreichbar. Hilfslieferungen gelangten nur langsam zu den Not leidenden Menschen.

      Guatemala wurde am schwersten von der Flut getroffen. Bei dem bisher größten Erdrutsch im Dorf Panabaj östlich von Guatemala-Stadt wurden möglicherweise rund 1400 Personen verschüttet. Wie örtliche Medien am Sonntag berichteten, konnten sich 3000 bis 4000 Einwohner des Dorfes rechtzeitig in Sicherheit bringen. Es wird befürchtet, dass die übrigen von der bis zu zwölf Meter hohen Schlammlawine begraben wurden.

      Ausgrabungen mit schwerem Gerät seien nicht möglich, weil es im Schlamm versinken würde, hieß es. Präsident Oscar Berger sagte, es sei zu befürchten, dass damit die Zahl der Toten in Guatemala weiter steigen werde. Bisher sind in dem mittelamerikanischen Land nach offiziellen Angaben 508 Menschen zu Tode gekommen. In mehr als 400 Ortschaften sind Häuser beschädigt oder zerstört.

      Auch in den südmexikanischen Staaten Chiapas, Veracruz, Oaxaca und Tabasco werden noch immer viele Menschen vermisst. Tausende Häuser sind zerstört, zehntausende beschädigt, Straßen und Brücken sowie Eisenbahnlinien sind unterspült. Viele Ortschaften sind nur aus der Luft erreichbar. Das von Überschwemmungen und einem Vulkanausbruch heimgesuchte El Salvador war am Freitag zusätzlich von einem starken Erdbeben erschüttert worden. In El Salvador kamen nach letzten Mitteilungen etwa 80 Menschen ums Leben. Aber auch hier gelten viele als vermisst.

      Zusammenfassende Angaben über die Höhe der Schäden lagen zunächst nicht vor. Im mexikanischen Bundesstaat Veracruz wurden 40 000 Hektar landwirtschaftlicher Fläche und unter anderem die Ernte von Mais, Zuckerrohr und Papaya zerstört. Präsident Vicente Fox sicherte den Krisengebieten Hilfsgelder aus dem Staatshaushalt zu. Allein in Mexiko sind drei Millionen Menschen von der Katastrophe betroffen.

      Die Organisation von privaten Hilfslieferungen lief indessen in der mexikanischen Hauptstadt und in anderen Städten Mexikos in vollem Umfang an. An vielen Stellen der Metropole wurden Sammelstellen für dringend benötigte Waren eingerichtet.

      Dauerregen hat auch auf der Karibikinsel Kuba zu Überschwemmungen geführt. Mehr als 10 000 Bewohner der zentralen Provinzen Villa Clara, Cienfuegos und Sancti Spiritus wurden aus gefährdeten Gebieten in Sicherheit gebracht. Die Regenfälle in der Karibik sind Ausläufer des Hurrikans «Stan», der sich mit einem pazifischen Tiefdrucksystem vereinigt hat und deshalb so große Wassermassen über der gesamten Region abregnete.

      Online spenden: www.kindernothilfe.de; www.diakonie-katastrophenhilfe.de; spende.caritas-international.de

      dpa - Meldung vom 09.10.2005 17:37 Uhr
      Das absolute Wissen führt zu Pessimismus; die Kunst ist das Heilmittel dagegen.
      Friedrich Nietzsche (1844-1900), dt. Philosoph


      KUBA/MEXICO: «Wilma» stärkster Hurrikan aller Zeiten

      Mexiko-Stadt/Havanna - In der Karibik hat sich mit dem Wirbelsturm «Wilma» in der Nacht zum Mittwoch in wenigen Stunden der stärkste jemals registrierte Hurrikan im Atlantik aufgebaut. Er entwickelt Windgeschwindigkeiten von 280 Kilometern pro Stunde.
      Hurrikan «Wilma» stand am Mittwoch mehrere hundert Kilometer östlich der mexikanischen Halbinsel Yukatan und südlich von Kuba und Jamaika. Sein Zentrum bewegt sich nach Angaben der regionalen Wetterdienste mit 13 Stundenkilometern nach Nordwesten auf den Golf von Mexiko zu. Nach Berechnungen der US-Marine in Norfolk wird «Wilma» am Freitag oder Samstag zwischen der Nordspitze von Yukatan und Westkuba den Golf erreichen. Dann werde er sich auf Südflorida zubewegen, wo er nach dem Wochenende erwartet wird.

      Am Mittwochmorgen war «Wilma» zum Sturm der Kategorie fünf hochgestuft worden. Die Meteorologen des Hurrikanzentrums in Miami (US-Bundesstaat Florida) ordneten den Wirbelsturm in ihrem jüngsten Bericht als «extrem gefährlich» ein. Seitdem herrschte etwa im Ferienzentrum von Cancun an der Nordspitze Mexikos große Besorgnis. Die Vorbereitungen zum Schutz vor dem Hurrikan liefen auf vollen Touren. Die Schiffe wurden in den riesigen Mangrovenwäldern in Sicherheit gebracht, Häuser abgesichert, die Halbinsel Holbox evakuiert, Veranstaltungen abgesagt.

      Die meisten modernen Hotels in Cancun sind sehr stabil gebaut und gelten als hurrikansicher. Doch für Sturmgeschwindigkeiten von 280 Stundenkilometern gibt es keinerlei Erfahrungen. «Hoffentlich zieht der Sturm an uns vorbei», sagte ein Einwohner von Cancun. «Wir haben dieses Mal sehr große Angst.»

      Wie der Hurrikan-Experte Thomas Sävert vom Wetterdienst Meteomedia in Deutschland mitteilte, lag am Mittwoch der Luftdruck im Zentrum des Sturmes mit 884 Hektopascal noch tiefer als bei dem bisherigen Spitzenreiter «Gilbert» aus dem Jahr 1988. Damals waren 888 Hektopascal gemessen worden. Weltweit waren bisher lediglich einige Taifune stärker. Den Rekord hält laut Sävert der Taifun «Tip», für den am 12. Oktober 1979 ein Luftdruck von 870 Hektopascal geschätzt wurde. Taifun heißen die Wirbelstürme im Pazifik, Hurrikan im Atlantik.

      «Wilma» ist nach «Katrina» und «Rita», die in den USA große Verwüstungen angerichtet hatten, der dritte Wirbelsturm der höchsten Kategorie in diesem Jahr. Der Wirbelsturm ist der zwölfte Hurrikan der Saison. Diese Anzahl der Wirbelstürme wurde in der bis 1851 zurückreichenden Statistik bisher nur 1969 beobachtet.

      Bereits am Dienstag waren Teile Kubas, Haiti, die Dominikanische Republik und Jamaica von schweren Regenfällen heimgesucht worden. Wegen Überschwemmungen wurden nach Angaben der Behörden des Karibikstaates rund 5000 Menschen in den östlichen Landesteilen in Sicherheit gebracht. Rund 200 Gebäude seien beschädigt worden. Heftige Regenfälle werden vor allem am Donnerstag auf den Kaiman- Inseln und am Freitag im Westen Kubas sowie in Mexiko befürchtet, wo auch die Ferienzentren von Cancun und Cozumel betroffen sein könnten.

      Eine internationale Gruppe von Wissenschaftlern warnt in einer neuen Studie zur globalen Erderwärmung vor neuen Fluten, Dürreperioden und Hitzewellen in den USA. Extreme Wetterlagen würden sich in den nächsten 100 Jahren verschärfen, heißt es in dem Bericht von Forschern der Purdue University (US-Bundesstaat Indiana) und des Internationalen Zentrums für Theoretische Physik in Triest (Italien).
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      Mexiko-Stadt/Havanna - In der Karibik hat sich Wirbelsturm "Wilma" in der Nacht zum Donnerstag leicht abgeschwächt und wurde zum Hurrikan der Kategorie vier herabgestuft.

      Er hatte sich in der Nacht zuvor zum stärksten jemals registrierten Hurrikan im Atlantik aufgebaut. Der Sturm tobte mit 250 Kilometern pro Stunde über das Karibische Meer.

      "Wilma" bewegt sich weiterhin mit 13 Stundenkilometern nach Nordwesten auf den Golf von Mexiko zu. Nach Berechnungen der US- Marine in Norfolk und des Hurrikan-Zentrums in Miami wird "Wilma" am Freitagmorgen zwischen der Nordspitze von Yukatan und Westkuba den Golf erreichen. Dann werde er sich auf Südflorida zubewegen, wo er nach dem Wochenende erwartet wird. Die Meteorologen hielten in ihrem jüngsten Bericht in der Nacht zum Donnerstag eine Wiedererstarkung des Hurrikans für möglich.

      Die Behörden Kubas begannen wegen des herannahenden Hurrikans mit der Evakuierung bedrohter Gebiete im Westen der Karibikinsel. Der kubanische Zivilschutz hält es für möglich, dass mehr als 200.000 Menschen in Sicherheit gebracht werden müssen. Gefährdet sind insbesondere die Küste und niedrig gelegene Regionen, die überschwemmt werden können. Die mexikanischen Bundesstaaten Yukatan und Quintana Roo haben am Mittwochnachmittag wegen des herannahenden Hurrikans "Wilma" die Alarmbereitschaft erhöht.
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      Friedrich Nietzsche (1844-1900), dt. Philosoph


      KOLUMBIEN: Vielleicht weitere Amtszeit für Uribe möglich (20.10.2005)

      Das Verfassungsgericht in Kolumbien hat im Grundsatz den Weg für eine erneute Kandidatur von Präsident Uribe freigemacht.


      Das höchste Gericht des Landes bestätigte ein vom Kongress verabschiedetes Gesetz, wonach Präsidenten sich künftig um eine zweite Amtszeit bewerben können. Dies war bisher nicht möglich.

      Das Verfassungsgericht muss jedoch noch ein zweites Gesetz bestätigen, in dem Regeln für Amtsinhaber festgelegt werden, die sich erneut um das Präsidentenamt bewerben. Die Regeln sollen verhindern, dass Präsidenten ihre Macht missbrauchen, um sich ihre Wiederwahl zu sichern. Die Entscheidung des Gerichts darüber wird im November erwartet.

      Das Urteil, das von dem Gerichtspräsidenten Manuel Jose Cepeda verlesen wurde, war seit Monaten mit Spannung erwartet worden. Uribe, der den bürgerkriegsähnlichen Konflikt in seinem Land vor allem mit militärischen Mitteln lösen will, ist in Kolumbien äußerst populär.

      Er gilt als klarer Favorit bei der Wahl im Mai nächsten Jahres. Umfragen zufolge kann er derzeit mit etwa 70 Prozent der Stimmen rechnen. Die von ihm initiierte Verfassungsänderung hatte Uribe unter anderem damit begründet, dass die Beilegung des seit mehr als 40 Jahren andauernden bewaffneten Konflikts eine kontinuierliche Politik von mehr als vier Jahren erfordere.

      Die Entscheidung der Richter bricht mit dem traditionellen Verbot der unmittelbaren Wiederwahl eines Staatschefs in Kolumbien. Das Verbot war seit dem 19. Jahrhundert in Kraft. Das Verfassungsgericht hatte sich vor allem mit Zweifeln an der Rechtmäßigkeit mehrerer Abstimmungen im Parlament über die Verfassungsänderung zu befassen.

      Der einzige Staatschef der südamerikanischen Republik, der mehr als eine Amtszeit an der Macht blieb, war bislang Simon Bolivar.
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      KUBA: Islamabad nimmt Hilfsangebot aus Kuba an (20.10.2005)

      Pakistan nahm ein Hilfsangebot von Kuba an, wie der stellvertretende kubanische Außenminister Bruno Rodriguez mitteilte.


      Der kommunistisch regierte Inselstaat habe angeboten, 200 Ärzte in das Erdbebengebiet zu schicken und auch die notwendigen Medikamente für ihren Einsatz. "Diese Hilfe ist angenommen worden."

      Bei dem Beben kamen nach Angaben der Behörden mindestens 25.000 Menschen ums Leben, etwa 63.000 weitere Menschen wurden verletzt.
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      Kuba fürchtet sich vor Hurrikan Wilma (20.10.2005)

      Der Hurrikan Wilma hat Kuba heute mit schweren Regenfällen heimgesucht. Wegen drohender Überschwemmungen wurden Tausende von Menschen in den östlichen Landesteilen in Sicherheit gebracht.

      Es seien rund 200 Gebäude beschädigt worden, sagten die Behörden. Wilma, am Nachmittag zum Hurrikan hochgestuft, befand sich rund 400 Kilometer südöstlich von Kuba über dem Meer. Meteorologen erwarten, dass der Wirbelsturm in den kommenden Tagen die Westspitze der grössten Karibikinsel und die mexikanische Halbinsel Yukatan streifen wird.

      Wilma ist bereits der zwölfte Hurrikan der Saison. Derart viele Hurrikane gab es zuvor erst einmal - im Jahr 1969. Sie ist auch schon der 21. Tropensturm dieser Saison in der Karibik.

      Zum Hurrikan wird ein Tropensturm, sobald er Geschwindigkeiten von 119 Kilometern pro Stunde erreicht. In den vergangenen Wochen waren die Hurrikane Katrina, Rita und Stan über die Region hinweggezogen, wobei viele Menschen starben.
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      SÜDAMERIKA: Iberoamerika-Gipfel fordert Ende der Kuba-Blockade (20.10.2005)

      Die iberoamerikanische Staatengruppe hat die USA für ihre Kuba-Politik gerügt.


      Die Regierung in Washington wurde zum Abschluss des Gipfeltreffens der Länder aufgerufen, ihre wirtschaftliche Blockade der Inselrepublik zu beenden.

      Der 15. Iberoamerikanische Gipfel im spanischen Salamanca hat zwei US-kritische Resolutionen zugunsten Kubas verabschiedet. Die Staats- und Regierungschefs aus 19 lateinamerikanischen Staaten sowie aus Spanien und Portugal forderten in einer der beiden Resolutionen die USA auf, ihre 1962 gegen das kommunistische Kuba verhängte "Wirtschafts-, Handels- und Finanzblockade" zu beenden.

      In einer weiteren Resolution heißt es, der unter Terrorverdacht stehende Exilkubaner Luis Posada Carriles, der sich derzeit in den USA aufhält, müsse vor Gericht gebracht werden. Posada soll 1976 Drahtzieher eines Bombenanschlags auf eine kubanische Passagiermaschine gewesen sein, bei dem 73 Menschen starben. Die US-Justiz entschied, dass der ehemalige CIA-Agent in den Vereinigten Staaten vor einer Auslieferung an Kuba oder Venezuela geschützt ist.

      Der kubanische Staatschef Fidel Castro war dem am Samstag beendeten Gipfeltreffen ferngeblieben. Die spanischen Medien zitierten einen Sprecher der US-Botschaft in Madrid, der sich "beunruhigt" über die Resolutionen zeigte. EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso sagte während des Gipfeltreffens, er hoffe, die Resolutionen würden nicht als "Zeichen der Toleranz gegenüber den Menschenrechtsverletzungen in Kuba interpretiert". Die EU hatte deswegen vor zwei Jahren diplomatische Sanktionen gegen Havanna verhängt.

      Zudem diskutierten die Gipfelteilnehmer über Hilfsmaßnahmen für die von Hurrikan "Stan" betroffenen Staaten. Der spanische Ministerpräsident Jose Luis Rodriguez Zapatero sagte El Salvador und Guatemala Finanzhilfen im Umfang von rund 53 Millionen Euro zu. Spanien bot den Ländern Lateinamerikas auch einen Schuldenerlass an, wenn sie dieses Geld in Bildungsmaßnahmen investierten.


      (News wie immer gezogen bei salsaplus.de!)
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      MEXICO: Hurrikan "Wilma" hat Nordwest-Yucatán fest im Griff

      Hurrikan «Wilma» wütet über Yukatan

      Mexiko-Stadt/Cancún - Hurrikan "Wilma" hat auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán sein zerstörerisches Werk begonnen.

      Nach stundenlangem Wüten mit Geschwindigkeiten von rund 220 Kilometern pro Stunde, schwächte sich der Wirbelsturm zwar wie erwartet leicht ab.

      Doch er verursachte Überschwemmungen, riss Dachziegel von Dächern, entwurzelte Bäume und knickte Telefon- und Strommasten an der Mayaküste und in Cancún um. Nach Angaben des Gouverneurs von Quintana Roo wurde bisher niemand verletzt.

      Wie das US-Hurrikan-Zentrums in Miami in der Nacht zum Samstag berichtete, wird der "Wilma" den ganzen Samstag über der Nordspitze von Yucatán toben. Eine weitere Abschwächung wird für möglich gehalten. Zuletzt bewegte sich das Hurrikan-Zentrum extrem langsam mit sechs Kilometern pro Stunde von der Stelle.
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      MÉXICO: Hurrikan «Wilma» wütet über Yukatan

      Ein Satellitenbild zeigt Hurrikan "Wilma" über der Küste von Yukatan

      Mexiko-Stadt/Cancún - Der als extrem gefährlich eingestufte Hurrikan «Wilma» wütet seit Freitagmorgen (Ortszeit) über den Küstengebieten der mexikanischen Halbinsel Yukatan und treibt riesige Wellen gegen die Strände. Nach Informationen der mexikanischen Meteorologen bewegte sich das Zentrum des Hurrikans der Stufe vier auf die Insel Cuzumel zu.
      Wegen der Größe des Monstersturms waren dessen Ausläufer schon in der Nacht zum Freitag im gesamten Nordosten der Halbinsel zu spüren gewesen. Die Strände wurden nach ersten Informationen schwer beschädigt und teilweise weggespült.

      Die gesamte Region hatte sich seit Tagen auf den extrem gefährlichen Sturm vorbereitet. «Es ist sehr stürmisch hier», sagte ein Einwohner von Cancún am Morgen. Die Hotelzone, auf dem Cancun vorgelagerten Dünengürtel war geräumt und vollkommen abgeriegelt worden. Die Straßen nach Süden waren gesperrt und die Menschen aufgefordert worden, nicht mehr ins Freie zu gehen. Der Strom wurde abgeschaltet. Die Armee bewacht die Straßen. Bautrupps aus dem ganzen Land stehen bereit, nach dem Sturm die möglicherweise beschädigte Infrastruktur zu reparieren.

      Es war zunächst nicht klar, welchen Weg das Auge des Hurrikans bei dessen Zug über die Nordspitze der Halbinsel nehmen würde. «Das Schlimmste ist, dass er sich so langsam fortbewegt, und wir nicht wissen, wie lange er auf uns herummahlen wird», sagte ein Cancuner. «Wir sind durch die Berichte über die Stärke von Wilma vorher verunsichert worden.»

      Rund 24 000 Touristen, darunter rund 6000 Deutsche, wurden in Gemeinschaftsunterkünften in Cancún, das nicht direkt am Meer liegt, und andere Orten der Küste und weiter im Landesinneren untergebracht. Cancún hat mehr als 600 000 Einwohner. Hier könnte es wegen der starken Regenfälle vor allem zu Überschwemmungen kommen. Bedrohlicher als die Sturmwinde selbst ist die langsame Geschwindigkeit, mit der sich der Hurrikan von der Stelle bewegt, da er dadurch sehr lange seine zerstörerische Kraft auf die Regionen wirken lassen kann.

      Der Flughafen von Cancun ist bis auf weiteres geschlossen. Die Reiseveranstalter sagten alle Reisen nach Yukatan bis Anfang der kommenden Woche ab. Insgesamt hatten sich nach Angaben des Tourismusverbandes von Quintana Roo rund 34 800 Touristen an der mexikanischen Karibikküste aufgehalten, von denen vor allem die nordamerikanischen Veranstalter ihre Gäste vorzeitig nach Hause schickte. Mehr als 50 000 Behälter mit Nahrungsmitteln seien in den Bundesstaat geschickt worden, hieß es. Mexikos Präsident Vicente Fox betonte, jetzt gelte es, Leben zu schützen, vor allem das von Kindern.

      Anfang kommender Woche könnte der Wirbelsturm den US-Bundesstaat Florida erreichen. Gouverneur Jeb Bush sagte, zwischen Tampa und Key West könne keine Kommune vor dem Hurrikan sicher sein. Deshalb sei es besser, sich vorzeitig in Sicherheit zu bringen. «Ich bitte alle Bewohner, sich auf diesen Sturm zu konzentrieren», sagte er. Tausende haben sich inzwischen auf den Weg nach Norden gemacht.
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      KUBA: Wasserpegel in Kuba gesunken
      Dienstag, 25 Oktober 2005

      Einwohner begannen mit Aufräumarbeiten - 4.000 Häuser beschädigt

      Havanna - Zwei Tage nach dem Durchzug des Hurrikans "Wilma" ist der Wasserpegel in den überfluteten Regionen Kubas langsam wieder gesunken. In der Hauptstadt Havanna sowie in den Ortschaften der besonders stark betroffenen westlichen Provinz Pinar del Rio begannen die Bewohner am Dienstag damit, die Straßen und Häuser von Schlamm und Schutt zu befreien.
      Nach Angaben der kubanischen Behörden kam bei den Überschwemmungen, die Kuba in der Nacht auf Montag heimsuchten, niemand ums Leben. Der Hurrikan hatte Riesenwellen ausgelöst, die noch zwei Kilometer landeinwärts Überschwemmungen mit Pegelständen von bis zu eineinhalb Metern verursachten.
      90.000 Menschen in Notunterkünften
      Allein in Havanna mussten nach Angaben der Behörden 90.000 Bewohner ihre Häuser verlassen und in sichere Notunterkünfte flüchten. Im westlichen Stadtviertel Santa Fe standen mehr als zweitausend Häuser komplett unter Wasser, zweitausend weitere wurden beschädigt. Armeetaucher in Schlauchbooten brachten mehrere hundert Einwohner aus den tiefer gelegenen Vierteln Havannas in Sicherheit. Seit Sonntag war die kubanische Hauptstadt praktisch ohne Strom; in manchen Vierteln brach auch die Gas- und Wasserversorgung zusammen. (APA/AFP)
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      KUBA & MÉXICO: Massenflucht vor Hurrikan "Wilma"
      (Bericht vom 20.10.2005)

      Die Angst vor dem windigen Giganten

      Mehr als 150.000 Menschen sind vor dem heranbrausenden Hurrikan "Wilma" auf der Flucht. Auch wenn sich der Sturm in der Nacht etwas abschwächte und in die Kategorie vier herabgestuft wurde, fürchten Meteorologen weiter, dass er wiedererstarkt und mächtiger als alle seine Vorgänger werden könnte. An der Küste werden bis zu zwölf Meter hohe Wellen befürchtet. Am Wochenende wird "Wilma" in Florida erwartet. Zuvor schon auf Kuba und in Mexiko.

      (Von Michael Castritius, ARD-Hörfunkkorrespondent Mexiko)

      Und wieder müssen sie ihre Häuser und Hütten sichern. Bei strahlendem Sonnenschein, idealem Badewetter eigentlich, bereiten sich die Küstenbewohner der mexikanischen Halbinsel Yukatan auf den schwersten Hurrikan vor, der je in der Karibik gemessen wurde. Noch ist er über dem Wasser, über 400 Kilometer entfernt. Langsam, aber gewaltig bewegt er sich auf die Meerenge zwischen Yukatan und Kuba zu, mit 13 bis 14 Kilometern in der Stunde. "Wilma" ist schon der 21. atlantische Tropensturm dieser Saison - das ist Rekord. "Wilma" ist der zwölfte Hurrikan dieser Saison - auch Rekord.


      Niedrigster registrierter LuftdruckTropenstürme im Atlantik 2005:
      Und "Wilma" ist sehr gefährlich, erläutert Alberto Hernández vom Nationalen Meteorologischen Institut Mexikos: "Das Überwachungs-Flugzeug hat einen Luftdruck gemessen, der zu den niedrigsten zählt, die je registriert wurden. Selbst bei Hurrikan 'Gilbert', dem stärksten des 20. Jahrhunderts, waren es mehr. Dieser niedrige Druck macht die Wolkenwand noch dichter und türmt sie bis zu 15 Kilometer hoch - mit einem Schornstein, der wächst und wächst bis in die Troposphäre hinauf. Wenn der Sturm auf Land schlägt, sind die Folgen katastrophal. Wir rechnen mit starken Wirbelstürmen, bis zu zwölf Meter hohen Flutwellen und Regen um die 500 Milimeter pro Quadratmeter. Dieser Hurrikan ist heftiger als 'Katrina'."

      Evakuierungen in Kuba und MexikoWenn "Wilma" durch den schmalen Kanal von Yukatan in den Golf von Mexiko zieht, werden die Ausläufer zu heftigsten Regenfällen führen. Ob sich das zerstörerische Zentrum des Wirbelsturms aber etwas weiter nach Westen, Mexiko, oder nach Osten, Kuba, bewegt, lässt sich noch nicht vorhersagen. Über die Insel Kuba gehen bereits Regengüsse herunter. 5000 Menschen sind in Sicherheit gebracht worden. Bittere Routine in diesem Jahr, auch für die 13-jährige Marisol: "So ein Hurrikan ist wirklich schrecklich. Der viele Regen und der starke Wind machen alles kaputt: Die Pflanzen, die Bananenplantagen werden total zerstört. Alles steht unter Wasser, viele Leute verlieren ihre Sachen, Dächer werden weggerissen und Häuser zerstört. "


      Auch Mexiko hat 10.000 Einwohner und Touristen ins Hinterland transportiert. Dabei fangen im Bundesstaat Chiapas gerade erst die Aufräumarbeiten nach dem letzten Hurrikan "Stan" an. Meteorologe Hernández will sich aber nicht auf den allgemeinen Klimawandel als Grund für diese Rekord-Hurrikan-Saison festlegen: "Es liegt vor allem an der sehr warmen Wasser-Oberfläche in der Karibik, im Golf von Mexiko und im Atlantik. Deshalb hat es ja sogar in Portugal und Spanien einen Tropensturm gegeben. Im Meer messen wir 32, 33 Grad, das sind zwei oder drei Grad mehr als normal. Grund sind die ungewöhnlich vielen Eruptionen der Sonne, die Strahlungen direkt auf die Ozeane freisetzen. "

      Und die Hurrikan-Saison ist noch nicht vorbei, sie geht bis Ende November, "Alpha" formiert sich bereits. "Wilma" wird zunächst zwischen Kuba und Mexiko erwartet, am Wochenende wird er auf den US-Bundesstaat Florida treffen.

      Hurrikans seit Anfang Juli:

      Dennis (Juli): rund 30 Tote; geschätzte Schäden 3 Milliarden Dollar
      Emily (Juli): traf Mexiko gleich zwei Mal, vernichtete Armensiedlungen und Ackerland
      Katrina (August): mehr als 1200 Tote; Gesamtschaden bis zu 125 Milliarden Dollar
      Rita (September): 10 Tote; Schäden bis zu 6 Milliarden Dollar
      Stan (Oktober): rund 800 Tote gemeldet, Tausende werden noch unter Schlammlawinen vermutet; eine halbe Million Menschen obdachlos
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      Friedrich Nietzsche (1844-1900), dt. Philosoph



      Kubanische Rettungshelfer fahren mit einem Boot durch die überfluteten Straßen von Havanna. (25.10.2005)


      Boote wurden durch den Sturm stark beschädigt und teilweise versenkt, wie hier in Cozumel, Mexiko.(24.10.2005)
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      Kubanische Sänger auf der Flucht (27.10.2005)

      Mitglieder des renommierten Coro Nacional de Cuba haben sich während eines Auftritts in Kanada abgesetzt und um Asyl nachgesucht. Es handelt sich um die grösste Massenflucht kubanischer Staatsangehöriger seit 2002.

      Dass sich 11 der insgesamt 41 Mitglieder des Chores zur Flucht aus einem Hotel in Toronto entschlossen hatten, ist laut einem Bericht von «The Globe and Mail» einem Dominoeffekt zuzuschreiben und war ursprünglich nicht geplant.

      Nach einem Auftritt in einer Kirche der kanadischen Stadt sah einer Sänger, wie zwei seiner Kollegen sich aus dem Hotel schlichen und organisierte über die Cuban-Canadian Foundation spontan einen Bus, der weitere Fluchtwillige abholte.

      Schliesslich habe die Chormanagerin den noch verbliebenen Sängern mit Konsequenzen für ihre Familienangehörigen in Kuba gedroht, falls sie sich ebenfalls absetzen würden.

      Das Ensemble reiste in der Folge nach Vancouver weiter, wo es in der reduzierten Besetzung gemeinsam mit dem Vancouver Chamber Choir ein Konzert bestritt.
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      Nuklearstreit um Venezuela (27.10.2005)

      Iran in Südamerika? Nun will auch Caracas in die Atomwirtschaft einsteigen

      Seit mit Hugo Chávez in Venezuela Anfang 1999 eine linke Regierung angetreten ist, hat sich in dem Konflikt zwischen Washington und Caracas beinahe eine Routine eingestellt. Jeder Attacke einer Seite folgt automatisch die Replik der anderen.


      Als in Argentinien Anfang vergangener Woche bekannt wurde, dass Caracas den Kauf eines Atomkraftwerkes in dem südamerikanischen Land erwägt, konnte der venezolanische Vizepräsident José Vicente Rangel daher ohne große Probleme den weiteren Verlauf der Debatte vorhersagen: "Diese Meldung wird nun sicher in einen militärischen Kontext gestellt werden", sagte der Politiker im Hinblick auf die Gegner seiner Regierung. Und ebenso kam es.

      Anfang dieser Woche zitierte die konservative US-Tageszeitung Washington Times einen Regierungsbeamten, "der die Entwicklung in Lateinamerika verfolgt". Nach Angaben dieses Informanten macht sich in der Bush-Regierung die Angst breit, "dass Venezuela nun den ersten Schritt auf einem langen Weg hin zur nuklearen Bewaffnung macht".
      Das absolute Wissen führt zu Pessimismus; die Kunst ist das Heilmittel dagegen.
      Friedrich Nietzsche (1844-1900), dt. Philosoph


      Kolumbien: Über 200 Paramilitärs legten Waffen nieder (27.10.2005)

      Ungeachtet der stockenden Friedensverhandlungen mit der Regierung in Kolumbien haben mindestens 207 rechte Paramilitärs einer abtrünnigen Einheit am Samstag ihre Waffen niedergelegt.


      Die Vereinigten Selbstverteidigungskräfte Kolumbiens (AUC) hatten am 6. Oktober den Prozess zur Entwaffnung vorerst gestoppt, nachdem einer ihrer Anführer aus einer Sonderzone für die Paramilitärs in ein Hochsicherheitsgefängnis gebracht worden war. Die Waffenübergabe der Mitglieder der AUC-Kampfeinheit Bloque Tolima fand nach offiziellen Angaben in der zentral gelegenen Region Tolima statt.

      Am 1. Juli 2004 hatten die Regierung und die AUC vereinbart, dass bis zum Ende dieses Jahres alle Waffen abgegeben und die Kampfeinheiten aufgelöst werden sollten. Bisher sind etwa 12.000 der insgesamt etwa 20.000 Mann entwaffnet worden.

      Die Paramilitärs sind wegen zahlreicher Massaker unter der Zivilbevölkerung besonders gefürchtet. Sie wurden in den 80er Jahren als Privatarmee reicher Großgrundbesitzer zum Schutz gegen linke Rebellen gegründet. Später machten sie sich selbstständig und finanzieren sich zu einem erheblichen Teil aus dem Drogengeschäft.
      Das absolute Wissen führt zu Pessimismus; die Kunst ist das Heilmittel dagegen.
      Friedrich Nietzsche (1844-1900), dt. Philosoph


      Kuba - Mit den Wirbelstürmen leben können (27.10.2005)

      Kubas Katastrophenschutz funktioniert bei Hurrikanen - dank den "Komitees zur Verteidigung der Revolution"


      "Die schweren Fensterläden sind ein guter Schutz gegen den Wind, die Scheiben haben wir mit Klebestreifen gesichert, und als zusätzlicher Riegel dient eine Stahlstange", erklärt Carmen Almoñique.

      Die 82-jährige Kubanerin ist hurrikanerprobt und fühlt sich sicher in ihrem soliden Gründerzeithaus nahe dem Platz der Revolution in Havanna. Bei Hurrikanwarnung gehen Carmen, ihr Sohn Oscar und dessen Frau einkaufen: legen Vorräte an, sorgen für ausreichend Wasser, Kerzen und eine neue Gasflasche, um gerüstet zu sein.

      Jeder weiß, was zu tun ist, und ständig hat jemand ein Ohr am Fernseher oder Radio, um die Vorsorgeempfehlungen von "Radio Reloj" oder "Cubavision" mitzubekommen.

      Die staatlichen Medien sind der zentrale Informationskanal für die "Defensa Civil", den kubanischen Katastrophenschutz. "Alle relevanten Informationen werden über die staatlichen Medien weitergegeben.

      Wann der Hurrikan vermutlich eintreffen wird, genauso wie die empfohlenen Verhaltensregeln", erklärt Omar Everleny Pérez. "Ab Böen über 150 Stundenkilometer wird in Kuba der Strom abgeschaltet, damit keine Menschen von durchtrennten stromführenden Kabeln verletzt werden können", so der Sozialwissenschaftler der Universität Havanna.

      Öffentliche Einrichtungen, aber auch Geschäfte mit Notstromaggregaten sind dann verpflichtet, Fernseher und Radios zur Information der Leute aufzustellen.

      Bewährte Maßnahmen, die dem Katastrophenschutz der Insel das Lob der UNO einbrachten. Die "Defensa Civil" stützt sich dabei auf die "Komitees zur Verteidigung der Revolution".

      Die auf Häuserblockebene organisierten Komitees gelten als Überwachungsinstrument der Regierung Castro, helfen allerdings bei Impfkampagnen genauso wie beim Katastrophenschutz. Ihr Vorteil: sie kennen sich bestens aus. Sie wissen, welche Häuser baufällig sind, welche Menschen dringend evakuiert werden müssen, packen an und geben diese Informationen weiter.

      Ein wesentlicher Grund, weshalb die über zehn Hurrikane, die seit 1996 über die Karibikinsel zogen, zwar Schäden von mehreren Milliarden US-Dollar hinterließen, aber anders als in den Nachbarländern kaum Tote kosteten.
      Das absolute Wissen führt zu Pessimismus; die Kunst ist das Heilmittel dagegen.
      Friedrich Nietzsche (1844-1900), dt. Philosoph


      Wasserpegel in Kuba gesunken (27.10.2005)

      Einwohner begannen mit Aufräumarbeiten - 4.000 Häuser beschädigt

      Zwei Tage nach dem Durchzug des Hurrikans "Wilma" ist der Wasserpegel in den überfluteten Regionen Kubas langsam wieder gesunken.


      In der Hauptstadt Havanna sowie in den Ortschaften der besonders stark betroffenen westlichen Provinz Pinar del Rio begannen die Bewohner am Dienstag damit, die Straßen und Häuser von Schlamm und Schutt zu befreien.

      Nach Angaben der kubanischen Behörden kam bei den Überschwemmungen, die Kuba in der Nacht auf Montag heimsuchten, niemand ums Leben. Der Hurrikan hatte Riesenwellen ausgelöst, die noch zwei Kilometer landeinwärts Überschwemmungen mit Pegelständen von bis zu eineinhalb Metern verursachten.
      90.000 Menschen in Notunterkünften

      Allein in Havanna mussten nach Angaben der Behörden 90.000 Bewohner ihre Häuser verlassen und in sichere Notunterkünfte flüchten. Im westlichen Stadtviertel Santa Fe standen mehr als zweitausend Häuser komplett unter Wasser, zweitausend weitere wurden beschädigt.

      Armeetaucher in Schlauchbooten brachten mehrere hundert Einwohner aus den tiefer gelegenen Vierteln Havannas in Sicherheit. Seit Sonntag war die kubanische Hauptstadt praktisch ohne Strom; in manchen Vierteln brach auch die Gas- und Wasserversorgung zusammen.
      Das absolute Wissen führt zu Pessimismus; die Kunst ist das Heilmittel dagegen.
      Friedrich Nietzsche (1844-1900), dt. Philosoph