News rund um Lateinamerika

      KUBA: USA: In der Zwickmühle der Kuba-Politik (10.08.2006)

      Ob Kubas Staatschef Fidel Castro noch einmal an die Macht zurückkehrt, ist völlig ungewiss. In Washington wird bereits fieberhaft an Plänen für die Zeit nach dem verhassten Revolutionsführer gebastelt.


      Wird er an die Macht zurückkehren, oder ist der Wechsel auf Kuba bereits eingeläutet? Seit der kubanische Staatschef Fidel Castro wegen einer Darmoperation vergangene Woche erstmals nach Jahrzehnten die Macht abtreten musste, brodelt die Gerüchteküche.

      Die Lage ist völlig undurchsichtig.

      Da in den USA in wenigen Monaten die wichtigen Kongresswahlen anstehen, stellt das US-Präsident George W. Bush allerdings vor ein ernstes Problem: Einerseits muss er sich die wichtige Wählerschaft der Exil-Kubaner gewogen halten; andererseits kann es sich Washington zurzeit nicht erlauben, Kuba zu destabilisieren.

      "Aufmerksamer Beobachter"

      In der US-Presse wird ausführlich darüber berichtet, wie sich Washington auf einen Regimewechsel einzustellen versucht. Der Sprecher des Weißen Hauses, Tony Snow, bestätigte mittlerweile die Vorbereitungen. "Es gibt Entwürfe, und wir versuchen darüber nachzudenken, was passieren könnte, falls sich die politische Lage in Kuba ändern sollte", sagte er am Dienstag auf Bushs Ranch in Texas.

      "Wenn es einen Wechsel gibt, einen dramatischen Wechsel der politischen Lage in Kuba, könnte es entsprechende Anpassungen in der US-Politik geben." Bislang sei Washington jedoch nur ein aufmerksamer Beobachter der Entwicklungen.

      Bushs Sonderbeauftragter für Kuba, Caleb McCarry, wurde da schon deutlicher. "Die USA haben vor, den Kubanern eine umfangreiche Unterstützung zu gewähren, damit sie ihre Wirtschaft wiederaufbauen können", sagte der offizielle "Koordinator für die Übergangszeit in Kuba" am Wochenende dem US-Sender Fox News. Washington werde zudem eine "Sonderhilfe zur Organisation freier und gerechter Wahlen gewähren" sowie "Verwaltungshilfen für die humanitären Bedürfnisse".

      Auffällig ist: Die US-Regierung scheint einen Regimewechsel in Kuba derzeit eher durch sanften Druck als durch Drohungen anzusteuern. Nach Jahrzehnten der harten Linie mit Wirtschaftssanktionen und Anschlagsversuchen, die Washington gegen Castro verfolgt hatte, verhält sich die Regierung Bush eher vorsichtig.

      "Destabilisierung Kubas wünscht sich niemand"

      Für den Wirtschaftsexperten Ian Vasquez vom Cato-Institut in Washington hat das einen guten Grund: Angesichts der zahlreichen Brandherde im Nahen Osten können die USA sich nicht noch die Destabilisierung Kubas leisten.

      Denn eine politische Krise auf der Nachbarinsel könnte eine neue Flüchtlingsbewegung wie 1994 nach sich ziehen. Damals drängten rund 35.000 Kubaner in die USA. "Eine Flüchtlingswelle nach Florida wäre politisch keine gute Sache", sagt Vasquez. "Eine Destabilisierung Kubas wünscht sich niemand und schon gar nicht Bush, denn der hat in der Außenpolitik schon zu viele Themen auf der Agenda."

      Presseberichten zufolge hat die Küstenwache vorsichtshalber Notfallpläne ausgearbeitet; auch das Einwanderungsgesetz solle überprüft werden.

      Den US-Präsidenten bringt dies in eine Zwickmühle. Die Exilkubaner im US-Bundesstaat Florida spielten bei der umstrittenen Präsidentschaftswahl im Jahr 2000 das Zünglein an der Waage, als es um die Wiederwahl Bushs ging.

      Bereits zwei Tage nach der Verkündung von Castros Machtabgabe rief ein Teil der Exilgemeinde nun dazu auf, die Krankheit des Präsidenten zum Umsturz zu nutzen. Die US-Regierung befürchtet, dass die Exilanten noch radikaler auftreten und vor allem massiv Entschädigungen für Verstaatlichungsaktionen unter Castro fordern könnten, was die Lage in Kuba noch heikler gestalten könnte, als sie nach einem Regimewechsel ohnehin wäre.

      Am Montag gestand Bush den Exilkubanern ein Recht auf Entschädigungen grundsätzlich zu - aber erst für die Zeit nach einem Regimewechsel in Havanna.
      Das absolute Wissen führt zu Pessimismus; die Kunst ist das Heilmittel dagegen.
      Friedrich Nietzsche (1844-1900), dt. Philosoph


      KUBA: Kuba mobilisiert Reservisten (10.08.2006)

      Zehn Tage nach der Amtsübernahme hat die Regierung von Raúl Castro begonnen, Reservisten zu mobilisieren. Die Sicherheitskräft in den Strassen Havannas werden verstärkt. Die Gründe sind nicht klar.

      Die wegen der Ferien leer stehenden Studentenwohnheime würden nun von Reservisten belegt, hiess es. Auch die Sicherheit in den Strassen der Hauptstadt Havanna wurde durch die Streitkräfte verstärkt. Zum Grund der Mobilisierung gab es zunächst keine Informationen.

      Bereits in der vergangenen Woche hatten die kubanischen Medien berichtet, dass die Streitkräfte zur Verteidigung des Landes gegen jede Intervention von aussen bereitstünden. Anzeichen für Demonstrationen oder Proteste von Oppositionellen sind bisher nicht erkennbar.

      Über den Gesundheitszustand des vor zehn Tagen operierten Revolutionsführers Fidel Castro gibt es keine neuen Verlautbarungen. Offiziell heisst es, dass er auf dem Wege der Besserung sei und möglicherweise im Dezember wieder in seine Ämter zurückkehren werde.

      Castro hatte die Führung des Landes vorübergehend an seinen 75-jährigen Bruder und Stellvertreter Raúl übergeben.
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      Friedrich Nietzsche (1844-1900), dt. Philosoph


      KUBA/USA: Kubaner sollen leichter in die USA einwandern können (10.08.2006)

      Nach der Erkrankung des kubanischen Staatschefs Fidel Castro planen die USA eine Lockerung der Regeln für die Einwanderung von Kubanern in die Vereinigten Staaten.

      Diskutiert werden in erster Linie Erleichterungen bei der Zusammenführung von Familien. Wie aus Regierungskreisen in Washington verlautete, sollen Kubaner, die zu ihren Angehörigen in die USA wollen, von der riskanten Flucht übers Meer abgehalten werden.

      Ziel sei die Förderung einer «sicheren, legalen und ordentlichen Migration», heisst es in einer Vorlage des Heimatschutzministeriums, die der Nachrichtenagentur AP vorliegt. Zugleich solle das kubanische Volk «in seinem Streben nach einer freien und florierenden Gesellschaft» unterstützt werden.

      Derzeit werden Kubaner, die auf dem Meer aufgegriffen werden, in ihre Heimat zurückgeschickt oder zur Prüfung von Asylanträgen auf den US-Stützpunkt Guantanamo auf Kuba gebracht. Die meisten kubanischen Flüchtlinge, die das amerikanische Festland erreichen, dürfen dagegen in den USA bleiben.

      Prominente linksgerichtete Intellektuelle und Menschenrechtsaktivisten riefen die USA unterdessen dazu auf, Castros Krankheit nicht zur Einmischung in die inneren Angelegenheit des Landes zu missbrauchen. Der Brief mit 400 Unterschriften wurde am Montag vom kubanischen Schriftsteller Roberto Fernandez Retamar auf einer Pressekonferenz in Havanna veröffentlicht.

      Retamar zeigte sich überzeugt, dass die Übergabe der Amtsgeschäfte von Castro an seinen jüngeren Bruder Raul nur vorübergehend sein werde. Zu den Unterzeichnern des Briefes gehören unter anderem Friedensnobelpreisträger wie der frühere Kapstädter Erzbischof Desmond Tutu und die guatemaltekische Menschenrechtlerin Rigoberta Menchu.
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      MÉXICO: Sismo sacude capital mexicana
      viernes 11 de agosto, 11:17 AM



      (AP) - MEXICO (AP) _ Un sismo de moderada intensidad sacudió el viernes los rascacielos de la capital mexicana y causó un susto generalizado entre sus habitantes.



      El Servicio Geológico de Estados Unidos estimó la magnitud preliminar del sismo en 5,8, con su epicentro en el occidental estado de Michoacán, a 200 kilómetros al suroeste de la ciudad de México.


      Centenares de personas se lanzaron a las calles al sentir el temblor, uniéndose a los manifestantes y partidarios del candidato presidencial izquierdista Andrés López Obrador, que han copado la céntrica avenida Paseo de la Reforma.


      Mediante los sistemas internos de alarma, algunos edificios de oficina recomendaron el desalojo de las personas en el interior.


      "Estaba en una oficina pequeña y las repisas se movieron, los muros estaban vibrando", dijo Carlos Avila, empleado federal de 25 años.


      Sanjeev Patny, empleado de American Express, de 43 años, bajó por las escaleras desde el décimo piso de un edificio y esperaba que la administración del mismo le informara si podría regresar a su trabajo.


      "Sentí los temblores y no supe qué hacer", dijo. Sin embargo, media hora después, los trabajadores ya habían regresado a sus oficinas.


      Informes de radio dijeron que la ciudad parecía estar bien y que el sismo no afectó los servicios de teléfono y electricidad.


      El terremoto ocurrió tierra adentro, por lo cual no causaría un tsunami, dijo el Centro de Alertas de Tsunami del Pacífico.


      El epicentro fue localizado a 6,4 kilómetros al noroeste de Huétamo, a una profundidad de 95 kilómetros, dijo el sistema geológico estadounidense.
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      Reggaetón : "The Cuban Revolución"

      Quelle

      stern.de/unterhaltung/musik/kritiken/567717.html?nv=sb



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      "The Cuban Revolución"

      Knallhart, unverschämt und sexy

      Von Heike Sonnberger

      Reggaetón, ein Mix aus Reggae, Rap und lateinamerikanischen Rhythmen, rockt nicht erst seit diesem Sommer die Straßen Kubas und Puerto Ricos. Jetzt setzt sich der karibische Beat auch in Europa durch.

      Überall auf Kuba schlägt einem der kraftvolle Mix aus Reggae, Rap und lateinamerikanischen Rhythmen entgegen, schwingen Hüften aufreizend zu den dunklen Sounds und den rollenden Beats: Reggaetón hat die Straßen der Insel nicht erst in diesem Sommer erobert. Die Musikrichtung entstand zuerst in den achtziger Jahren in Panama, Ende der Neunziger dann in Puerto Rico und in der Dominikanischen Republik.

      In Kuba hat der Reggaetón mittlerweile so viele Anhänger, dass sich die Parteizeitung "Juventud Rebelde" berufen fühlte, gegen die Musik vorzugehen. Reggaetón würde zu Gewalt anstacheln und die Jugend verderben. Die Hits des Sängers "Candyman" stehen schon auf der schwarzen Liste, sind aus Radios, Discos und Schulen verbannt. Musiker wie Oneilys Hevora von der Band "Los 3 Gatos" aus Havanna wehren sich gegen den Vorwurf. "Meine Musik unterstützt weder schlechte Taten noch die Konterrevolution", sagte Hevora der Internetzeitung terra.com.

      Von schnellen Schlitten und heißen Bräuten
      Doch ganz blütenweiß und unschuldig ist der Reggaetón nicht - und will es auch gar nicht sein. Der Tanz zur Musik nennt sich "Perreo". Körper in hautenger Kleidung werden dabei aneinander gerieben - je erotischer, desto besser. Wie beim sexuellen Akt der Hunde, denn "el perro" heißt auf Deutsch "Hund".

      Die Texte handeln vom Alltag auf der Straße, von Gewalt oder von Liebe, von schnellen Schlitten oder heißen Bräuten. Und von Sex. Manchmal sind sie bewusst doppeldeutig, wie der Hit "Gasolina" des Puertoricaners Daddy Yankee, der im vergangenen Jahr Europa eroberte. Voll Energie und fast ohne Melodie singt ein Frauenchor mit Fistelstimmen von "Benzin" - und gleichzeitig von "Sperma".

      Männer weinen nun einmal nicht
      Hochburg der kubanischen Musikszene ist Santiago de Cuba. Reggaetón ist der Groove der Straße und der Vibe der Hinterhöfe - es ist der Beat des jungen Kubas, das sich nicht in sozialistische Ideologien pressen lassen will. Aus Santiago kommt auch die CD "Reggaetón - The Cuban Revolución", die ab Freitag in deutschen Plattenläden ausliegt.

      Die Mischung des Albums ist typisch Reggaetón: Die Band "El Médico" singt von "la bandita", der Gangsterfrau, die ihren Mann betrügt, der sie trotzdem liebt und deshalb seine Ohren vor dem Klatsch der Leute verschließt. Der zweite Hit der Band - "Wuah" - handelt genauso von Liebe und Leidenschaft und davon, dass der verlassene Liebhaber nicht weinen kann, weil Männer nun einmal nicht weinen.

      "Heute sind wir jünger als morgen"
      "Black Boy" rappt von Kampfflugzeugen, sterbenden Kindern und verhungernden Menschen und fragt, wo denn bitte die Terroristen seien. Der Song "Teach the Children" mahnt, dass wir nur eine bessere Welt schaffen können, wenn wir unsere Kinder gut erziehen. Denn ohne sie sind wir nichts und "heute sind wir älter als gestern und jünger als morgen".

      Unverschämt, knallhart, selbstbewusst und sexy präsentiert sich Santiagos Musikernachwuchs auf der CD. Der erste Song, "Children of the Revolución", erzählt von einer Revolution, die nie entdeckt werden wird und von ihren Kindern, die wollen, dass ihnen endlich jemand zuhört. "Nur du allein weißt, was gut für dich ist", singen "El Médico", "Los Compadres" und "Kuva Man to Man". Kein Wunder, dass solche Texte den staatlichen Sittenwächtern zu aufmüpfig sind. "Viva Cuba libre!"
      VENEZUELA: Knockout in der ersten Runde? (17.08.2006)

      Mit dem Schlachtruf "Hier kommt der bolivarische Hurrikan!" hat Venezuelas Staatschef Hugo Chavez am Sonntag in der Hauptstadt Caracas den Wahlkampf um die Präsidentschaft eröffnet.



      Der 52-jährige Militäroberst beruft sich gern auf den Nationalhelden Simon Bolívar, der Teile Südamerikas im 19. Jahrhundert von der spanischen Kolonialherrschaft befreite. Am 3. Dezember strebt Chavez die Wiederwahl in dem ölreichen Land an.

      Chavez versprach einen niveauvollen und ehrlichen Schlagabtausch mit "den Oppositionskandidaten. Er werde die staatlichen Radio- und Fernsehsender nicht für Wahlkampfzwecke missbrauchen. Zugleich warnte Chavez die Opposition, sie werde die Wahl "nach einem Knockout auf der Krankenbahre verlassen".

      Erst wenige Tage zuvor hatten sich die wichtigsten Oppositionsparteien auf einen gemeinsamen Kandidaten geeinigt. Acht Bewerber stellten sich hinter den Sozialdemokraten Manuel Rosales, bisher Gouverneur der westlichen Provinz Zulia.

      In Anspielung an die jüngsten Waffeneinkäufe der Regierung in Russland sagte Rosales am vergangenen Mittwoch, er werde "Kampfflugzeuge gegen Krankenhäuser und Schulen" eintauschen. Präsident Chavez hatte im Juli bei einem Besuch in Moskau Kampfjets, Hubschrauber und Waffen für mehr als 3 Milliarden US-Dollar bestellt.

      Vor Journalisten sagte Rosales, Venezuela dürfe sich nicht auf einen "Fantasie-Krieg" einlassen. Präsident Chavez hat in der letzten Zeit immer wieder behauptet, die USA würden eine Invasion Venezuelas vorbereiten, um ihn mit Gewalt zu beseitigen. Mit den Waffen sollen auch Bürgermilizen, die so genannten bolivarischen Kreise, ausgerüstet werden. Beobachter fürchten eine zunehmende Militarisierung des Landes.

      Chavez, der das Land seit acht Jahren mit einer linksnationalistischen Politik regiert, macht keinen Hehl aus seiner antiamerikanischen Haltung. In seinen Reden, zu denen er oft in Uniform erscheint, polemisiert er gegen den mächtigen Nachbarn im Norden. Wahlweise erklärt er dabei US-Präsident Bush für einen "Verrückten", "Mörder" oder "Terroristen". Zudem drohte Chavez, den USA kein Öl mehr zu liefern.

      Venezuela ist der fünftgrößte Ölproduzent der Welt, die USA sind die wichtigsten Kunden der Südamerikaner. Schließlich unterhält Chavez gute Kontakte zu erklärten Gegnern der USA, wie dem weißrussischen Präsidenten Lukaschenko, Irans Präsident Amahdinedschad oder dem kubanischen Staatschef Castro.

      Rosales betrachtet den Konfrontationskurs mit den USA als schädlich für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes. Er wirft Chavez vor, die durch die hohen Ölpreise stark gestiegenen Staatseinnahmen für populistische Zwecke zu verschwenden. Kritisch sieht man in der Opposition auch die zunehmende Konzentration der Macht bei der Regierungspartei MVR (Bewegung Fünfte Republik). I

      n den letzten Jahren wurden viele Posten in Schlüsselinstitutionen wie dem Verfassungsgericht und der Wahlbehörde mit Vertrauten des Präsidenten besetzt.

      Die Oppositionsbewegung, eine lose Gruppierung aus Industrieverbänden, Gewerkschaften und politischen Parteien, ist in vielen Fragen jedoch uneins. Ein klares Programm fehlt bisher. Für viele Venezolaner vertritt die Opposition hauptsächlich die Interessen der Mittel- und Oberschicht des Landes.

      Vor allem die alten Parteien, die bis zur Machtergreifung von Hugo Chavez das Land fünfzig Jahre lang regierten, haben durch Korruption und Misswirtschaft das Vertrauen der Bevölkerung verloren. Teile der Opposition waren im April 2002 an einem gescheiterten Putschversuch gegen Chavez beteiligt.

      Nach nur 48 Stunden musste der Interimspräsident den Regierungspalast jedoch wieder räumen, nachdem das Militär mehrheitlich die Gefolgschaft verweigerte. Die USA hatten den Umsturz damals voreilig begrüßt.

      Entsprechend prangert der Präsident die Opposition nun als Marionetten Washingtons an. "Sie sind die Kandidaten der Eliten, der Konterrevolution und des nordamerikanischen Imperiums", rief Chavez seinen Anhängern am Sonntag zu. Der Präsident, der Anfang der Neunziger selbst zweimal erfolglos gegen die Regierung putschte, richtet seine "bolivarische Revolution" gegen die spanischstämmige Elite des Landes.

      Ziel ist eine größerer politische Beteiligung der Bevölkerung und eine gerechtere Verteilung der Erdöleinnahmen. Dabei kann der Präsident vor allem auf die Unterstützung der ärmeren Teile der Bevölkerung zählen. Bei den Wahlen im Dezember hat er wenig zu fürchten.

      Jüngsten Umfragen zufolge wollen zwischen 55 und 60 Prozent aller wahlberechtigten Venezolaner für den populären Präsidenten stimmen. Seine Gegner müssen dann wieder bis zu den nächsten Wahlen 2012 warten.
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      KUBA: Havana Club -- Ein hochpolitischer Drink aus Kuba (17.08.2006)

      Durch die Krankheit von Fidel Castro blüht der transatlantische Streit um die Rummarke Havana Club wieder auf. Die Kombattanten: Ricard und Bacardi.


      Kampfbereit, aber die Hoffnungen von Patrick Ricard, mit Havana Club bald in den USA den Markt aufmischen zu dürfen, sind ersteinmal vom Tisch.

      Patrick Ricard signalisierte sofort Kampfbereitschaft. Ja, der Chef des weltweit zweitgrößten Spirituosenkonzerns Pernod Ricard wolle sich mit voller Wucht in einen neuen Handelskrieg mit Bacardi und den USA stürzen.

      Denn so ein Zufall: Noch hat Kubas Langzeit-Diktator Fidel Castro das Zeitliche nicht gesegnet, da entschied das US-Patentamt mit freundlicher Unterstützung von Präsidentenbruder Jeb Bush einen seit zehn Jahren währenden Rechtsstreit zugunsten von Bacardi.

      Vorteil Bacardi?

      Ein Triumpf für die auf den Bermudas ansässige Gesellschaft. Bacardi, im Besitz von Exilkubanern, vertreibt seit Dienstag wieder ihre Version des legendären Rums Havana Club in den USA. Auf die Markenrechte erhebt jedoch der Franzose Ricard gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Castro Anspruch.

      Wegen des Handelsembargos der USA durfte Pernod Ricard seinen Havana Club bisher nicht in den USA verkaufen.

      Denn der wird auf der Zuckerrohrinsel gebrannt und unterliegt deshalb dem von der Familie Bacardi inspirierten Helms-Burton-Act, der kubanische Waren in den USA verbietet. Ricard hatte sich Hoffnungen machen dürfen, nach der Ära Castro und einer möglichen Aufhebung der Embargos seinen Rum auch den Amerikanern einzuschenken. Doch nun entschied das Patentamt, der Markenschutz für Pernod Ricard sei abgelaufen und würde nicht verlängert.

      Ricard kündigte umgehend rechtliche Schritte an. Denn der Spirituosenkonzern verkauft seinen Havana Club in der ganzen Welt, in Deutschland ist er sogar nach Ramazotti das am meisten verkaufte Getränk des Konzerns. Das Geschäft floriert, seit Ricard 1993 mit Castro ein kubanisch-französisches Joint Venture gegründet hatte, das sich um Marketing und Vertrieb des Rums weltweit kümmert.

      In inniger Feindschaft verbunden

      Ausgerechnet der größte und am schnellsten wachsende Rummarkt in den USA blieb davon aber ausgespart. Doch nicht nur auf den hat die Bacardi-Familie es abgesehen.

      Die Exilkubaner kündigten überdies an, um ihre Markenrechte in Indien, Kanada, Spanien und anderswo zu kämpfen. Bisher gehört die Marke den Bacardis nur in Tadschikistan, Kirgisien und Kroatien.

      Der Clan beansprucht, der einzig wahre Markeneigner zu sein, weil er die Rechte von der Familie Arechabala in den 90er Jahren erworben hätte. Die Arechabalas hatten 1935 erstmals den Havana Club destilliert, flohen aber in den 60er Jahren, nach der kubanischen Revolution, in die USA. Der Betrieb wurde enteignet.

      Kuba meldete die Rechte auf die Marke in den USA 1976 an. Die Rechte der Arechabalas seien schon vor der Revolution erloschen, weil die Verlängerung nicht beantragt worden sei.

      Transatlantisch wurde der Rechtsstreit, nachdem Ricard gemeinsame Sache mit Castro machte und den Absatz in kurzer Zeit vervielfachte. Die Bacardis und Ricards sind seither in inniger Feindschaft verbunden.
      Der 61-jährige, unkonventionelle Ricard, Sohn des Pastis-Erfinders Paul Ricard, sieht die Sache pragmatisch. "Unser Ziel ist es, unsere Produkte zu verkaufen", sagte er. Castro nannte er, abgesehen von der Politik, einen "eindrucksvollen Typen".

      Kuba entspreche dem Zeitgeist. "Die kubanische Lebensart gefällt den Europäern." Politik dagegen sei nichts für ihn. Dabei gibt es wohl derzeit keinen politischeren Drink als den Havana Club.
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      Friedrich Nietzsche (1844-1900), dt. Philosoph


      KUBA: Fidels Tochter wird Kommentatorin beim US-Fernsehen (17.08.2006)

      Die Tochter des erkrankten kubanischen Präsidenten Fidel Castro, Alina Fernandez, wird künftig als Kommentatorin für den Nachrichtensender CNN arbeiten.

      Alina Fernandez werde für den Sender in Miami im US-Bundesstaat Florida tätig werden, teilte die deutsche Zweigstelle des Unternehmens Turner Broadcasting am Montag in Berlin mit.

      Die 1956 geborene Tochter des kommunistischen Staatschefs floh wegen politischer Differenzen mit ihrem Vater bereits vor 13 Jahren ins Exil, lebte mit ihrer Tochter zunächst in Spanien, dann in den USA. Dort moderiert sie bereits eine Rundfunksendung mit dem Titel "Simplement Alina".

      Ihre Kindheitserinnerungen hielt sie in dem Buch "Ich, Alina. Mein Leben als Fidel Castros Tochter" fest. Für sie als Kubanerin sei es sehr wichtig, die Welt zu diesem kritischen Zeitpunkt auf die Situation in ihrem Land aufmerksam zu machen, begründete Fernandez den Angaben zufolge ihr neues Engagement bei CNN. Der US-Sender unterhält nach eigenen Angaben seit 1997 ein Büro in Havanna und ist demnach die einzige internationale Nachrichtenorganisation mit ständigem Korrespondentenbüro in Kuba.
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      KUBA: Castro-Countdown -- In freudiger Erwartung der Todesbotschaft (17.08.2006)

      Die Fotos des kranken Castro im Trainingsanzug haben die Jubelfeiern in Miami gedämpft.

      Er lebt also noch. Doch die Exilkubaner sehnen die Stunde herbei, in denen ihre Heimat dem Griff der Revolutionäre entgleitet - und sie unternehmen alles, um diesen Wandel zu beschleunigen.

      Rechtsanwalt Aldo Leiva hat extra seinen Urlaub in Arizona abgesagt. "Ich will jetzt nicht wegfahren", sagt er. "Ich kann‘s nicht." Denn dies ist der Moment, auf den er sein Leben lang gewartet hat. "Dies ist der Moment, weshalb ich nach Miami gekommen bin. Der Moment, weshalb ich Jura studiert habe. Alles hat darauf hingeführt. This is it!"

      Leiva sitzt in einem Büro an der 27th Avenue in dem Stadtteil Miamis, den sie - obwohl längst überall Exilkubaner wohnen - Little Havana nennen. Denn inzwischen hat ja jeder Dritte hier kubanische Wurzeln, ob in erster, zweiter oder dritter Generation. Und alle scheinen sie, wie Aldo Leiva, auf diesen Moment in der Geschichte gewartet zu haben.

      Dieser Moment wäre natürlich eine Wende in Kuba. Den 80. Geburtstag Fidel Castros verbrachten Miamis Exilkubaner gestern denn auch in nervöser Erwartung - hatte man doch seit dessen Operation kein Lebenszeichen mehr vom Commandante gesehen.

      "Wenn sie ihn uns nicht vorführen", sagte Leiva, "wissen wir endgültig, es ist vorbei." Doch dann erschienen die Fotos in der "Juventud Rebelde": der Máximo Líder im Adidas- Trainingsanzug, mitgenommen - doch, immerhin, lebendig. .

      "Vergiss die alten Forderungen. Die Kuh ist tot"

      Und so sind die ersten Jubelfeiern, die sich vorige Woche noch in den Straßen Little Havanas abspielten, verklungen. Stattdessen macht sich an der Calle Ocho, der Pulsader Little Havanas, jetzt eine atemlose Stille breit, während hinter den Kulissen das begonnen hat, was Leiva "unsere eigentliche Arbeit" nennt - die Vorbeitungen der Exilgemeinde für eine, so glauben sie, trotzdem unausweichliche Öffnung der Heimat. "Tot oder lebendig, der Wandel auf Kuba muss jetzt kommen", sagt Leiva. "Die Ära Fidel Castro muss enden."

      Und dafür wird Leiva in diesen Tagen selbst mit zu sorgen versuchen - als Führungsmitglied der Cuban-American National Foundation (CANF), der mächtigen Exilantenlobby. Lange war die als erzkonservativ verschrien, als Betonkopf-Fraktion, die ihre Insel am liebsten im Sturm zurückerobern wollte und auf nichts anderes hinarbeitete als ihre eigene Heimkehr.

      Planen sie nun also den Run auf Havanna? Oder gibt es zumindest schon ein kollektives Kofferpacken? Mitnichten. Die Zeiten haben sich geändert und mit ihnen die CANF. "Klar gibt es Leute, die ihre Farm verloren haben und nun ihre Kuh zurückfordern", sagt der CANF-Vorsitzende Jorge Mas Santos schmunzelnd. "Vergiss es. Die Kuh ist tot."

      "Keine Marineinfanteristen in Havanna"

      Stattdessen verfolgen die einflussreichen Exilanten für die Zeit nach Castro inzwischen eine andere Strategie: Sie versuchen aus 90 Meilen Entfernung, Kubas "Demokratisierung von innen" zu fördern. So hat die CANF jetzt gleich einen Aufruf zum Widerstand nach Kuba gesendet: "Die Zeit ist da, dass Ihr vortretet." Der ging über "geheime Kanäle" (Leiva) nicht nur an Dissidenten, sondern auch an viele Funktionäre in der Partei und an Militärs.

      Klartext: Auch bei einer Wende auf Kuba wird es keine Rückeroberung durch die Exilanten geben, keine Massenauswanderung, keine Flotilla auf Havanna. Egal, was sie am Tresen des "Café Versailles" murmeln, dem Exilantentreff an der Calle Ocho, vor dem TV-Satellitentrucks parken und Journalisten auf die Live-Revolution lauern. Egal, wie viele Flaggen, Wimpel und T-Shirts Maria Gonzalez an ihrem Stand in Little Havana in den letzten Tagen verkauft hat ("Hunderte!"). Egal, wie oft sie in "Papo‘s Barber Shop" Castros Ende bejubeln. Egal, wie viele Hörer bei Radio Mambi anrufen und behaupten, "die Boote bestückt" zu haben.

      "Kuba kann nicht zurückgefordert werden", sagt Leiva. "Nicht von uns. Die Vergangenheit ist vorbei." Die Gerüchte einer militärischen US-Invasion, die durch Little Havana geistern, hält er für ganz besonderen Unsinn: "Ich will keine Marineinfanteristen in Havanna sehen."

      "Das äußerste Opfer"

      Neue Töne, nicht nur für die Hardliner bei der CANF. Doch heute gehören ja die meisten US-Exilkubaner einer anderen Generation an. Leivas Eltern flohen 1959 aus Kuba, er selbst wurde in New York geboren. "Nach Kuba zurückzugehen stand für mich nie zur Debatte", sagt er. "Meine Wurzeln sind hier."

      Verständlich: Miami hat sich zur Boom-Stadt des 21. Jahrhunderts gemausert, deren Wohlstand - oder die Hoffnung darauf - man nur schwer hinter sich lässt. "Miami ist das Herz der Welt", prahlt Armando Codina, der bekannteste Immobilienmogul der Stadt.

      Codina, mit rotem Einstecktuch und Gold-Rolex, empfängt den Besucher in seiner Firmenzentrale im Nobelviertel Coral Gables. Heute noch wird er emotional, wenn er von seiner Ankunft in Florida erzählt: Anfang der sechziger Jahre, während der "Operacíon Pedro Pan", mit der Castro über 14.000 Kinder in die USA schickte - ohne Eltern. Codina war 15. "Meine Mutter brachte das äußerste Opfer."

      "Lange angekündigt"

      Zurück will er freilich nicht. Er sieht sich Miami - wo er zum Multimillionär geworden ist - mehr verbunden als Havanna. "Miami hat mehr für mich getan, als ich je für Miami tun kann." Und so findet auch Condina, dass die Wende den Kubanern selbst überlassen bleiben müsse.

      Trotzdem werden damit für Gruppen wie die CANF, das Cuban Committee for Democracy (CCD) des Schweinebucht-Veteranen Alfredo Duran und das Institute for Cuban and Cuban-American Studies (ICCAS) alte Planspiele Realität. "Dies hat sich lange angekündigt", sagt ICCAS-Direktor Jaime Suchlicki, der einen Machtübergang in Havanna schon Mitte Juli prophezeit hatte - vor Castros Darmoperation.

      Das ICCAS sitzt in einem Flachbau auf dem Campus der University of Miami. Auf den Fluren prangen Zeichnungen des Malecón, des Uferboulevards Havannas, und der dortigen Catedral de San Cristobal, außerdem alte Schwarzweiß-Fotos und Karten Kubas. Suchlicki - der in Havanna geboren wurde, 1960 als 18-Jähriger floh und keine Familie mehr in Kuba hat - hat in seinem Büro ein signiertes Foto von US-Präsident George W. Bush hängen.

      "Wir stehen erst am Anfang"

      Sicher, sagt Suchlicki, nach Castros Tod werde Miami wohl "zwei Tage lang stillstehen". Wie Leiva hält er aber Visionen einer massenhaften Familienzusammenführung nach Castros Tod für "wishful thinking" - einen frommen, wenn auch verständlichen Wunsch. Ebenso wenig glaubt auch er an eine Invasion: "Kuba muss sein Schicksal selbst in die Hand nehmen."

      Wiewohl mit sanfter Handreichung aus Miami: Suchlicki und seine elf Mitarbeiter haben ihre Kuba-Kontakte ebenfalls intensiviert. "E-Mail, Post, Connections über Botschaften", sagt er. "Manches geht verloren, vieles kommt durch."

      So hat das ICCAS jetzt Tausende CD-ROMs nach Kuba geschickt. Diese klandestinen Postwurfsendungen sind nichts anderes als handliche Demokratie-Ratgeber: Sie enthalten "Informationen" für einen "Übergang zum Post-Castro-Kuba" - Tipps für eine neue Verfassung, einen "Telekommunikationsplan", Essays über die Vorzüge der Marktwirtschaft, die Privatisierung und die Tricks des westlichen Rechtssystems.

      "Wir stehen erst am Anfang", sagt Aldo Leiva. "Ich werde erst feiern, wenn ich Kubas ersten demokratisch gewählten Präsidenten sehe." Und wo wolle er das dann feiern - in Miami oder in Havanna? Wenigstens mit einem Schnellbesuch? Da stockt Leiva, als sei das die Gretchenfrage seiner Generation. "Ich weiß nicht", sagt er kopfschüttelnd. "Ich weiß nicht."
      Das absolute Wissen führt zu Pessimismus; die Kunst ist das Heilmittel dagegen.
      Friedrich Nietzsche (1844-1900), dt. Philosoph


      VENEZUELA: Ölvorkommen: Venezuela erwägt "Nationalisierungen" (24.08.2006)

      Die Regierung Venezuelas strebt an, bei allen vier großen Ölförderprojekten rund um den Orinoco-See einen mehrheitlichen Anteil zu erhalten.


      Dies legte Rodrigo Cabezas, Präsident des Kongress-Finanzausschusses, in einem Fernsehinterview dar. Demnach sei die Regierung willens, notfalls ein Nationalisierungs-Gesetz aufzulegen, falls sie sich mit den beteiligten Konzernen nicht über eine Abgabe der Anteile einigen könne. Derzeit befinde sich Venezuela mit den betroffenen Unternehmen noch in Verhandlungen.

      Die Region um den Orinoco-See verfügt über die ertragsreichsten Ölvorkommen in Venezuela. In den vergangenen Monaten hat die Regierung bereits angekündigt, die dort engagierten internationalen Konzerne zu höheren Abgaben und Abtretungen zwingen zu wollen. Betroffen sind insbesondere die Gesellschaften Exxon Mobil, Total, Chevron, Statoil und BP.
      Das absolute Wissen führt zu Pessimismus; die Kunst ist das Heilmittel dagegen.
      Friedrich Nietzsche (1844-1900), dt. Philosoph


      CHILE: Pinochet droht Anklage wegen Korruption (24.08.2006)

      Der frühere chilenische Militärmachthaber Augusto Pinochet wird sich möglicherweise schon bald vor Gericht wegen Unterschlagung öffentlicher Gelder verantworten müssen.


      Das oberste Gericht des südamerikanischen Landes hob gestern die Immunität des 90-Jährigen im Zusammenhang mit den Beschuldigungen auf.

      Dabei geht es um geheime Bankkonten in den USA, der Schweiz und in Panama, auf denen Pinochet mit Hilfe von Familienangehörigen mindestens 27 Millionen Dollar (22,8 Millionen Euro) deponiert haben soll.

      Weitere Verfahren anhängig

      Im Juli hatte das oberste Gericht entschieden, dass sich Pinochet wegen der Tötung von zwei politischen Gefangenen durch die so genannte Todeskarawane im Jahr 1973 verantworten muss.

      Dabei handelt es sich um ein Militärkommando, das wenige Monate nach Pinochets Militärputsch vom 11. September 1973 gegen die Regierung des Sozialisten Salvador Allende laut Anklage Dutzende von Pinochet-Gegnern ermordete.

      Gegen den ehemaligen Diktator sind weitere Verfahren wegen Menschenrechtsverstößen sowie wegen Betruges und Urkundenfälschung anhängig.

      Pinochet war zunächst durch seine Immunität als ehemaliger Präsident und Senator auf Lebenszeit vor Strafverfolgung geschützt. Inzwischen wurde seine Immunität aber wiederholt aufgehoben. Nach chilenischem Recht ist dies vor jedem neuen Prozess erforderlich.
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      KUBA: Kubas Regierung warnt vor Empfang von US-Fernsehsendern (24.08.2006)

      Nach der Machtübergabe in Kuba hat die Regierung signalisiert, künftig noch schärfer gegen den illegalen Empfang von US-Fernsehsendern vorzugehen.


      Die Zeitung "Granma" der herrschenden Kommunistischen Partei warnte am Mittwoch vor dem Kauf von Satellitenschüsseln auf dem Schwarzmarkt. Über die Geräte könnten subversive Informationen aus den USA verbreitet werden, hieß es.

      "Sie sind ein fruchtbarer Boden für diejenigen, die (US-Präsident George W.) Bushs Plan zur Zerstörung der kubanischen Revolution ausführen wollen." Erfahrungsgemäß haben derartige Hinweise oftmals Verfolgungsmaßnahmen der Behörden zu Folge.

      Der Präsident hat die Macht nach offiziellen Angaben wegen einer schweren Erkrankung vorübergehend an seinen Bruder Raul Castro abgegeben. Seitdem wird heftig über den Gesundheitszustand des nahezu 80-Jährigen Fidel Castro spekuliert.

      Weder er noch sein Bruder zeigten sich seitdem in der Öffentlichkeit.

      Die kommunistische Regierung bemüht sich, die Bevölkerung von den US-Medien abzuschotten, die häufig von der Exil-Kubaner-Hochburg Miami aus spanischsprachige Programme senden. Dennoch gibt es auf Kuba Schätzungen zufolge bis zu 10.000 illegale Satellitenschüsseln, an die jeweils hunderte Haushalte angeschlossen sind.

      In Miami wird die Regierung des kommunistischen Landes häufig für autoritär empfunden und ihr brutales Vorgehen gegen Dissidenten sowie wirtschaftliche Einschränkungen angeprangert. Castros Anhänger sehen in dem Staatschef jedoch einen Verfechter der sozialen Gerechtigkeit.
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      Friedrich Nietzsche (1844-1900), dt. Philosoph


      Auch wenn diese Nachrichten etwas "älteren" Kalibers sind, ich denke, sie sind nicht gerade uninteressant:

      KUBA: Raúl Castro: Zehntausende Reservisten mobilisiert
      18.08.2006


      Die Staatsführung in Kuba hat "zehntausende" Reservisten und Milizionäre mobilisiert, um sich gegen einen möglichen Angriff der USA zu wappnen. Das erklärte Fidel Castros Bruder Raul in seiner ersten öffentlichen Stellungnahme seit der vorübergehenden Amtsübernahme in Kuba Ende Juli.

      Zugleich erklärte er, Kuba sei "nach wie vor bereit", die Beziehungen zu den Vereinigten Staaten zu normalisieren - allerdings auf "gleicher Augenhöhe" und nicht mit "Diktaten" oder "Drohungen". Seinem Bruder, dem kubanischen Staatschef, gehe es besser.

      Raul Castro, der auch Verteidigungsminister ist, betonte, alle Maßnahmen seien getroffen worden, um jedweden Angriff gegen die kommunistische Karibikinsel abzuwehren. In den frühen Morgenstunden des 1. August - einen Tag nach der Machtübergabe - habe er entschieden, "unsere Kampfkapazitäten substanziell zu erhöhen". Hierzu seien die geplanten Maßnahmen umgesetzt worden, unter anderem die Mobilisierung zehntausender Reservisten und Angehörige von Milizen. Im Land herrsche "absolute Ruhe".

      Einige "Falken" des amerikanischen "Imperiums" hätten am 31. Juli gedacht, "dass der Moment gekommen ist, die Revolution zu zerstören", sagte Raul Castro. "Wir konnten nicht das Risiko ausschließen, dass jemand verrückt wird, oder noch schlimmer, jemand in der US-Regierung." In dem Zusammenhang kritisierte er scharf den Plan von US-Präsident George W. Bush, die Kubaner bei der Errichtung einer der Demokratie verpflichteten Übergangsregierung zu unterstützen.

      Fidel Castro hatte Ende Juli wegen einer schweren Darmoperation erstmals seit 47 Jahren die Macht vorübergehend an seinen fünf Jahre jüngeren Bruder abgegeben. Anfang der Woche zeigte das kubanische Fernsehen die ersten Bilder des 80-jährigen Staatschefs vom Krankenbett.


      VENEZUELA: Venezuelas Opposition ernennt Einheitskandidaten
      10.08.2006


      Caracas (dpa) - Der größte Teil der Opposition hat sich in Venezuela auf einen Einheitskandidaten geeinigt, der bei den Präsidentschaftswahlen am 3. Dezember gegen den linkspopulitischen Staatschef Hugo Chávez antreten soll.

      Der Gouverneur des westlichen Bundesstaates Zulia, Manuel Rosales, wurde am späten Mittwochabend (Ortszeit) von neun der wichtigsten Oppositionsparteien ernannt.

      Nach der Ernennung versprach Rosales in Anspielung auf jüngste Waffenkäufe von Chávez, er wolle "die Kriegsflugzeuge gegen Krankenhäuser tauschen". Die riesigen Einnahmen aus dem Erdölsektor sollten in erster Linie sozialen Zwecken und der Bekämpfung der zunehmenden Kriminalität gewidmet werden.

      Der frühere Grundschullehrer Rosales hat sich zunächst als Bürgermeister der Zulia-Hauptstadt Maracaibo (1996-2000) und später als Gouverneur des Erdölbundesstaates einen Namen gemacht.

      Nach jüngsten Umfragen wollen für den seit knapp acht Jahren amtierenden Chávez rund 50 Prozent der 15 Millionen wahlberechtigten Venezolaner stimmen.
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      VW-Brasilien : Blanker Hass auf die Wolfsburger Gringos

      stern.de Artikel vom 27. August 2006

      VW-Brasilien

      Blanker Hass auf die Wolfsburger Gringos

      Mit einem 24-Stunden-Streik reagierten die Angestellten auf den angekündigten
      Stellenabbau


      Nicht nur in Deutschland machen Vokswagen jahrelanges Missmanagement und
      verfehlte Modell-Politik zu schaffen. Dafür wollen die brasilianischen Arbeiter
      nicht die Zeche zahlen.

      Wie kaum ein anderes Unternehmen hat VW in Brasilien entscheidende
      wirtschaftliche und politische Entwicklungen geprägt. Die Fabrik an der
      Landstraße Anchieta in Sao Bernardo unweit der Metropole Sao Paulo steht nicht
      nur für den Beginn der Industrialisierung des Landes in den 60er Jahren. Von
      dort stammten auch viele Gewerkschaftsführer, die das Ende der Diktatur
      (1964-85) beschleunigten. Nun steht der Autobauer aus Wolfsburg aber wegen eines
      umstrittenen Umstrukturierungsprojekts am Pranger, bei dem rund 6000 der
      insgesamt 22 000 Stellen gestrichen werden sollen.



      Volkswagen: "Es geht ums Überleben""Nicht nur ich, meine ganze Familie betet
      jede Tag um meinen Job", sagt mit zittriger Stimme einer der rund 12 000
      VW-Mitarbeiter in Sao Bernardo, der "lieber anonym bleiben" will. Das Klima im
      Unternehmen sei "so schlecht wie nie zuvor". Gegenüber der Zeitung "Diario do
      Grande ABC" sprachen Arbeiter von "Terrorismus" und "Erpressung". "Wir werden
      uns jeder Entlassung widersetzen", versichert der VW- Mitarbeiter von "Flügel
      Zwei" Eder de Souza.

      Erpressung für mehr Gewinn
      Angst und Empörung herrschen aber nicht nur unter Mitarbeitern. Im Stadtrat von
      Sao Bernardo wurden dieser Tage schlimme Vorwürfe laut. "Bei VW wird erpresst,
      um die Arbeiter in die Defensive zu treiben und so Kürzungen durchzusetzen und
      mehr Gewinn zu erzielen", schimpfte Wagner Lino von der in Brasilia regierenden
      "Partei der Arbeiter" von Staatschef Luiz Lula da Silva. Jener Lula, der ebenso
      wie der heutige Arbeitsminister Luiz Marinho einst Chef der Metallgewerkschaft
      im ABC-Raum von Sao Paulo und damit für die VW- Arbeiter in Sao Bernardo
      zuständig war. Vor 30 Jahren hielt "Bürgerschreck" Lula nahe des Rathauses
      hitzige Reden gegen Multis und Diktatur. In der Nähe hat er noch seine
      Privatwohnung.

      Nicht nur wegen seiner Vergangenheit hat Lula nun seinen Arbeitsminister Marinho
      gebeten, diese Woche in Brasilia mit dem VW- Management zu sprechen, um eine
      Lösung des Konflikts zu erreichen. Die bei einem Scheitern der Gespräche von VW
      angedrohte Schließung der Fabrik in Sao Bernardo hätte nach Expertenmeinung
      tragische Folgen für die blühende Region, in der ein für brasilianische
      Verhältnisse erstaunlich einheitlicher Wohlstand anzutreffen ist. "Von jeder
      Stelle bei VW hängen indirekt mindestens 5 bis 8 andere Jobs ab", versichert
      Autoindustrie-Experte André Beer.

      Das Wirtschaftsforschungsinstitut Dieese errechnete, dass die geplante
      Entlassung von 3600 der 12 400 VW-Mitarbeiter in Sao Bernardo die brasilianische
      Wirtschaft 1,4 Milliarden Real (520 Millionen Euro) im Jahr an entgangenen
      Gehältern kosten würde. Der völligen Schließung der Fabrik würden insgesamt 110
      000 Jobs zum Opfer fallen. Der Ausfall würde auf zwei Milliarden Euro steigen.

      Die Kritik an VW ist in Brasilien dieser Tage in allen Parteien, Regionen und
      Gesellschaftsschichten zu vernehmen. "Wir lassen uns von Gringos nicht mehr
      ausbeuten", sagte Bäckerin Maria José am Samstag in Rio de Janeiro, nachdem sie
      im Fernsehen die Nachricht von den stockenden Verhandlungen bei VW verfolgt
      hatte.

      Bei staatlicher Unterstützung vorn
      Auf Sympathie wird die VW-Führung bei ihrem Treffen mit Marinho nicht stoßen.
      Die Lage bei VW sei mit der positiven Situation des Autosektors in Brasilien
      nicht vereinbar, so der Minister. Schuld an der Misere seien vielmehr
      "strategische Fehler der Vergangenheit". Der Chef der für Sao Bernardo
      zuständigen Metall-Gewerkschaft, José Feijóo, meinte unterdessen, VW wolle wohl
      die Wahlkampfzeit vor den Präsidentenwahlen im Oktober für eigene Zwecke
      ausnutzen und Politiker und Arbeiter erpressen. Immerhin rechne die
      Autoindustrie in Brasilien für 2006 mit einem Wachstum zwischen 6 und 9 Prozent.

      Sowohl Marinho als auch Feijóo fragten sich, ob VW angesichts des mangelnden
      Sozialengagements weiterhin staatliche Kredite bekommen solle. Kaum ein
      Unternehmen hat in den vergangenen Jahren tatsächlich so viel Unterstützung von
      der "Nationalbank für Wirtschaftliche und Soziale Entwicklung" (BNDES) bekommen
      wie VW. Allein seit der Amtsübernahme von Lula Anfang 2003 erhielt der deutsche
      Autohersteller 5,8 Milliarden Real, etwa 2,2 Mrd Euro.

      Die Experten streiten sich darüber, ob - wie von VW dargestellt - der seit 2003
      anhaltende starke Kursanstieg des Real für die Misere bei VW und anderen vom
      Export lebenden Firmen hauptverantwortlich ist. "VW ist einfach im Vergleich zur
      Konkurrenz in Rückstand geraten. Die bauen noch den Kombi und glauben, dass der
      Santana ein Luxuswagen sei", meint Kjeld Jakobsen vom "Institut für Soziale
      Beobachtungen". Der starke Real ziehe nicht nur den Autosektor, sondern auch
      Textil- und Schuhindustrie sowie Landwirtschaft in Mitleidenschaft, beteuert
      Marktanalystin Alessandra Ribeiro.
      KUBA: Tropensturm "Ernesto" tötet Frau in Haiti- Evakuierungen in Kuba
      Mo Aug 28, 2006 8:38 MESZ


      Havanna (Reuters) - Der Tropensturm "Ernesto" hat auf seinem Weg durch die Karibik am Sonntag in Haiti mindestens einen Menschen getötet.

      Hohe Wellen des stürmischen Meeres zerstörten nach Angaben eines haitianischen Behördenvertreters das Haus einer Frau auf einer südlich gelegenen Insel. 13 weitere Unterkünfte wurden dort dem Erdboden gleichgemacht, Berichte über ein weiteres Todesopfer konnten zunächst aber nicht bestätigt werden. "Ernesto" wurde zwar am Sonntagabend wieder zu einem Tropensturm herabgestuft, könnte nach Ansicht von Experten jedoch erneut an Stärke gewinnen und als Hurrikan am Dienstag die US-Küste von Florida erreichen. Vor fast genau einem Jahr hatte der Hurrikan "Katrina" die Südstaaten-Metropole New Orleans weitgehend zerstört.

      Im Osten Kubas, wo "Ernesto" am Montagmorgen erwartet wurde, flohen 300.000 Menschen in Bussen und Lastwägen aus gefährdeten Orten in den Bergen und an der Küste. Die kubanischen Behörden erwägen die Evakuierung von Touristenorten an der Nordküste mit hunderten europäischen Touristen. Zahlreiche Ölfirmen brachten ihr Personal von Förderanlagen im Golf von Mexiko in Sicherheit, wo die USA ein Viertel ihres Öls und Erdgases produzieren. Der Preis für ein Barrel US-Leichtöl (rund 159 Liter) fiel nach der Herabstufung zum Tropensturm um gut 70 Cent auf rund 71,80 Dollar, die Händler sahen die Gefahr durch "Ernesto" jedoch noch nicht gebannt. Zu der Nervosität trug der anhaltende Atomstreit mit dem Iran bei, da am Donnerstag ein Ultimatum des UN-Sicherheitsrats zur Aussetzung der Urananreicherung durch die Islamische Republik ausläuft.

      Auch die USA haben für die Inseln im Süden von Florida eine Sturmwarnung gegeben und Touristen aufgefordert, die Region zu verlassen. Experten des US-Hurrikanzentrums befürchten, dass "Ernesto" über dem Golf von Mexiko Windgeschwindigkeiten von fast 160 Kilometern pro Stunde erreichen könnte.
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      Friedrich Nietzsche (1844-1900), dt. Philosoph


      KUBA: Kubanisches Fernsehen zeigt erneut Bilder von Fidel Castro
      02.09.2006

      Das kubanische Fernsehen hat am Freitag erneut Bilder des erkrankten kubanischen Revolutionsführers Fidel Castro ausgestrahlt. Castro zeigte sich in seinem Krankenbett, an seiner Seite waren sein Bruder Raul und der venezolanische Präsident Hugo Chávez. Chávez besuchte Castro auf dem Rückweg einer zehntägigen Reise, die ihn nach China, Malaysia, Syrien und Angeola geführt hatte. Er hatte den erkrankten Präsidenten bereits am 13. August besucht.

      Fidel Castro hatte Ende Juli wegen einer schweren Darmoperation erstmals seit 47 Jahren die Macht vorübergehend an seinen fünf Jahre jüngeren Bruder abgegeben.
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      MÉXICO: Nach wochenlangem Streit Calderón zum Wahlsieger in Mexiko erklärt
      5.09.2006

      Zwei Monate nach der Präsidentenwahl in Mexiko ist der rechtsliberale Politiker Felipe Calderón zum Sieger und damit zum Nachfolger von Staatschef Vincente Fox erklärt worden. Die sieben Richter am Bundeswahlgericht stimmten nach Beratungen schließlich einstimmig dafür, die Wahl für gültig zu erklären. Nach der Prüfung von mehreren Nachzählungen sprach Gerichtspräsident Leonel Castillo von einem Vorsprung von 233.831 Stimmen für Calderón vor dem linksgerichteten Kandidaten Andrés Manuel López Obrador.

      Richterin: "Es gibt keine perfekten Wahlen"Richterin Alfonsina Berta Navarro Hidalgo erklärte, das Gericht habe Hinweise auf Probleme bei der Wahl gefunden, aber es seien nicht genug, um die Wahl zu annullieren. "Es gibt keine perfekten Wahlen", sagte die Richterin.

      Während die Nationale Aktionspartei (PAN) von Calderón schon auf eine Siegesfeier vorbereitet war, bekräftigte das Lager der Linken seinen Widerstandswillen. Hunderte von Anhängern Obradors, der die Entscheidung des Gerichts nicht akzeptieren will, verbrachten die Nacht zum Dienstag vor dem Gebäude des Bundeswahlgerichts. Zentrum des Widerstands aber ist der weiter besetzt gehaltene Zocalo, der zentrale Platz in Mexiko-Stadt.

      Die Partei der Demokratischen Revolution (PRD) hat der regierenden PAN Manipulationen bei der Stimmenauszählung vorgeworfen. Nachzählungen in mehreren Wahlkreisen ergaben aber keine grundlegende Änderung des knappen Vorsprungs für Calderón. Die Entscheidung des Bundeswahlgerichts ist endgültig und kann nicht mehr angefochten werden.

      Opposition denkt über Parallelregierung nach

      Der neue Präsident tritt am 1. Dezember die Nachfolge von Fox an. Bei einer abendlichen Ansprache auf dem Zocalo ging Obrador kaum auf die bevorstehende Entscheidung des Bundeswahlgerichts ein, sondern sprach vor allem von einer für den 16. September geplanten Nationalversammlung seiner Anhänger. Diese soll entscheiden, ob eine Parallelregierung unter Obrador ausgerufen werden soll. Obrador hat eine neue Verfassung und einen "radikalen Umbau" des Landes angekündigt. "Die Träume der Männer und Frauen von heute werden die Realität von morgen", sagte der ehemalige Bürgermeister von Mexiko-Stadt.

      Eskalation des Machtkampfs droht

      Am 16. September könnte es zu einer Eskalation des wochenlangen Machtkampfs kommen, da an diesem Unabhängigkeitstag traditionell eine Parade der Streitkräfte über die Reforma stattfindet. Diese Hauptverkehrsstraße wird aber ebenso wie der Zocalo seit mehr als einem Monat von den linksgerichteten Anhängern der PRD besetzt gehalten.
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      Friedrich Nietzsche (1844-1900), dt. Philosoph


      Mexiko : Gangster werfen Köpfe auf tanzfläche

      aus focus.de


      Mexiko : Gangster werfen Köpfe auf tanzfläche

      | 07.09.06, 08:53 |
      Mutmaßliche Drogenhändler haben Besucher einer Bar im Westen Mexikos mit einem grausamen Akt schockiert.

      Die bewaffnete und maskierte Bande stürmte am Mittwoch in die Bar am Stadtrand von Uruapán im Bundesstaat Michoacán und warf fünf abgetrennte Köpfe auf die Tanzfläche. Die Getöteten seien „göttlicher Rache“ zum Opfer gefallen, hieß es in einem Schreiben, das die Bande ebenfalls dort ablegte. Zuvor hatten die etwa 20 in schwarz gekleideten Gangster die Besucher mit Schüssen in die Luft eingeschüchtert und dazu gezwungen, sich auf den Boden zu legen.

      Örtliche Strafverfolger vermuteten eine Tat im Drogenmilieu. Bei dem Verbrechen könnte es sich um einen Racheakt für zwei Frauen handeln, die vor wenigen Tagen getötet wurden. Eines der Opfer war ebenfalls enthauptet worden.

      Die Drogenkriminalität in Mexiko gilt als eine der größten Herausforderungen für den neu gewählten Präsidenten Felipe Calderón. Er stammt selbst aus Michoacán.


      (ast/Reuters)
      BOLIVIEN: "Nationalisierung": Heute erster Zahltag für Bolivien
      (07.09.2006)

      Nachdem Boliviens Präsident Evo Morales vor vier Monaten die Erdölindustrie "nationalisiert" hat, müssen Petrobras (Brasilien), Repsol YPF (Spanien, Argentinien) und TotalFinaElfam (Frankreich) am heutigen Donnerstag erstmals die neuen Sonderabgaben entrichten.

      Insgesamt sind 32,3 Millionen US-Dollar fällig, wovon 16,1 auf Repsoly YPF/Andina, 11,3 auf Petrobras und 4,9 auf TotalFinaElfam entfallen.

      Die Summe entspricht 32 Prozent des Werts der Förderung vom Monat Mai, dem ersten der "Nationalisierung", in den Gasfeldern von San Alberto und San Antonio, den grössten Boliviens.

      Das Geld muss auf ein Konto der staatlichen Erdölgesellschaft Yacimientos Petrolíferos Fiscales Bolivianos (YPFB) bei der Zentralbank einbezahlt werden.

      Die Regierung von Evo Morales will mit den Mehreinnahmen in erster Linie dieses staatliche Organ stützen, das sich derzeit in einer Krise befindet und sowohl technisch als auch finanztechnisch schwach dasteht.
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      KUBA: "Das Schlimmste ist vorbei"
      (07.09.2006)

      Der erkrankte kubanische Staatschef Fidel Castro hat seine Landsleute darauf vorbereitet, dass er länger als erwartet krank sein werde.

      In einer am Dienstag von den kubanischen Staatsmedien veröffentlichten Botschaft schrieb der 80-Jährige: "Wir müssen alle miteinander begreifen, dass eine vollständige Genesung, ob man will oder nicht, länger dauern wird."

      Mehr als 18 Kilo abgenommen

      Weiter hieß es: "Wir müssen alle begreifen, dass es nicht ratsam ist, systematisch zu informieren und Bilder vom Prozess meiner Gesundung anzubieten." Castro teilte auch mit, dass er mehr als 18 Kilogramm Gewicht verloren habe.

      Krankheit ist Staatsgeheimnis

      Castro hatte Ende Juli die Führung des Landes vorübergehend in die Hände seines Bruders Raúl gelegt. Diese Übergangszeit sollte bis zum 2. Dezember dauern. Die kubanische Führung fühlt sich durch die USA bedroht und hat Castros Krankheit, der das Land 47 Jahre regiert hat, zum Staatsgeheimnis erklärt.

      "Ich erhole mich zufrieden stellend"

      In seiner Botschaft vom Dienstag betonte Castro, der kritischste Moment sei vorüber: "Ich erhole mich zufrieden stellend." Er werde in den nächsten Tagen Gäste empfangen, doch das bedeute nicht, dass es von solchen Besuchen Bilder geben werde. Mit der Botschaft wurden einige aktuelle Bilder des Kranken gesendet.

      An Darmkrebs erkrankt?

      Offizielle Erklärungen der kubanischen Führung bekräftigten stets, dass sich Castros Zustand täglich bessere. Anderen Berichten und Gerüchten zufolge ist der Revolutionsführer schwer an Darmkrebs erkrankt.
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