Was Frauen mögen

      Was Frauen mögen

      Hallo,

      die Salsa-Szene ist ein Kaleidoskop des menschlichen Lebens. Viele menschliche Regungen des Alltags finden wie mit einem Brennglas konzentriert auch beim Salsa statt: Sympathie und Antipathie, Freude und Trauer, Großzügigkeit und Neid, Eigennutz und Edelmut ...

      Es scheint da einige erstaunliche Analogien zu geben: Genau so, wie im "echten Leben" meistens ein etwas älterer Mann mit einer etwas jüngeren Frau zusammen ist, bevorzugen viele Salsa-Frauen Tänzer, die etwas weiter fortgeschritten sind als sie selbst.

      Der Mann kann bei dieser Konstellation das tun, was von ihm erwartet wird: Selbstbewusst dirigiert er die Frau, die sich seiner sicheren Führung gerne anvertraut. Er ist Herr der Lage, behält die Übersicht, lässt die Dame nirgendwo anstoßen und ist trotzdem noch imstande, sie ab und zu zu überraschen. SIE sagt dann hinterher Sätze wie: "Ich weiss gar nicht genau, was wir da getanzt haben, aber er hat einfach gut geführt, und so hat alles geklappt ...".

      (Kleine Korrektur: Da der Mann nicht nur selber tanzen, sondern auch noch die Umgebung im Blick haben muss, die nächsten Moves möglichst rechtzeitig plant und führt, reicht es nicht, wenn er nur etwas weiter fortgeschritten ist als die Lady. Er muss eigentlich ein ganzes Stück weiter sein.)

      Infolgedessen sind die Frauen in Tanzkursen mit ihren Tanzpartnern öfters unzufrieden. Es ist wie in der Schulzeit mit 15: Jungs und Mädchen aus der gleichen Klasse können meistens wenig miteinander anfangen. Aushilfen bzw. Männer, die aus höheren Kursen einsickern, sind recht begehrt - was leider auch etwas auf Kosten der "normalen" männlichen Kursteilnehmer geht.

      Nun kann dieser Effekt natürlich durch persönliche Zuneigung aufgehoben werden. Ein Pärchen, das zusammen in den gleichen Tanzkurs geht, wird meistens mit viel Spaß miteinander tanzen, obwohl die Frau sich tänzerisch scheinbar schneller entwickelt als der von den vielen Anforderungen gebeutelte Mann. Aber die Sympathie gleicht das alles wieder aus.

      Dann gibt es wieder Frauen, die so begeistert von den neuen Möglichkeiten sind, dass sie sich immer den besten Tänzer schnappen wollen, der gerade "auf dem Markt" ist. Hast Du einmal eine solche Frau erwischt, mein Freund, dann freue Dich nicht zu sehr, denn schwupp ... weg ist sie, sobald ein wiederum besserer Tänzer auftaucht. Die Analogie zum täglichen Leben erspare ich mir.

      Nun - Orientierungsphasen sind wichtig, aber irgendwann werden Menschen erwachsen und Tänzer/innen gut. In einer Partnerschaft spielt es dann keine große Rolle mehr, ob der eine oder andere ein paar Jährchen älter oder jünger ist, es kommt auf ganz andere Dinge an. Und gute Tänzerinnen legen dann oft auch keinen großen Wert mehr darauf, pausenlos herumgeschleudert zu werden - diese Sensation verbraucht sich auch irgendwann. Ihnen wird dann wichtiger, dass ein Mann mit Gefühl tanzt, dass er die Musik austanzt, dass ER SIE in ihren natürlichen Bewegungen unterstützt; ebenfalls, dass er auf sie als Frau eingeht, ihr aber auch genügend Freiheiten lässt.

      Mit anderen Worten, eine gute Tänzerin ist darüber hinaus, sich zu erproben und zu beweisen ("Hey, heute habe ich mit XY getanzt, und es war traumhaft, ich konnte fast alles mittanzen"), sondern fängt an, auch Basics wieder mehr zu geniessen. Wobei das nicht absolut zu sehen ist, sondern als Tendenz.


      Was meint Ihr?

      Schönen Gruß
      Hannes
      @ Hannes:

      Hehe... schon klar, wollte dich bloss aufziehen, selber Nuss... :bussi:

      Generell gesehen hast du da ja auch gar nicht so unrecht, aber auf mich trifft es eben nicht zu. ;) :P
      Das absolute Wissen führt zu Pessimismus; die Kunst ist das Heilmittel dagegen.
      Friedrich Nietzsche (1844-1900), dt. Philosoph


      Man könnte meinen Du seist eine Frau. Du denkst einfach über zu viele Dinge viel zu intensiv nach *lol*. Aber wie VEN schon meinte. Es ist viel Wahres daran, wenn man es so betrachten möchte wie Du. Aber auch auf mich trifft das Beschriebene nur dahingehend zu als das ich einen älteren Partner habe. Wenn mir jedoch vor 3 Jahren ein 25 Jähriger so nett meinen damaligen MX-6 verkauft hätte, wäre ich vermutlich heute mit einem Jüngeren zusammen *lol*.

      Ich glaube man kann all dies (was DU da schreibst) nicht verallgemeinern.