News rund um Lateinamerika

      Dies ist keine offizielle Nachricht, denn ich finde immer noch nichts in der deutschen Presse darüber, aber leider ist es trotzdem wahr:


      KOLUMBIEN: Tito Gomez starb an Herzversagen

      Der erst 59jährige Sänger aus Puerto Rico verstarb Montag nacht in einem Hotel in Cali, nachdem er Samstag nacht als Special Guest in Pereira ein Konzert mit Grupo Niche gab.

      Tito Gomez sang u. a. mit dem Ray Barreto Conjunto und Sonora Ponceña, wurde aber erst richtig bekannt, als er als Solist bei Grupo Niche sang. Seine Stimme ist u. a. in "Cali Pachanguero" zu hören.

      Morgen wird sein Leichnam nach Puerto Rico überführt werden.


      (Quelle: Diese Informationen stammen aus Übersetzungen von spanischen Nachrichten sowie von Bandmitgliedern Grupo Niches, die immer noch im selben Hotel verweilen.)
      Das absolute Wissen führt zu Pessimismus; die Kunst ist das Heilmittel dagegen.
      Friedrich Nietzsche (1844-1900), dt. Philosoph


      CHILE: Phänomen - 30 Meter tiefer See plötzlich nicht mehr da
      21.06.07, 18:48

      Im Süden Chiles ist binnen zwei Monaten ein 30 Meter tiefer Gletschersee verschwunden.
      Einige Experten vermuten als Ursache den Klimawandel. Im März seien Förster zuletzt an dem See mit einer Oberfläche von einem Quadratkilometer gewesen, berichteten nationale Medien am Donnerstag. Als die Männer im Mai zurückkehrten, hätten sie nur noch ein tiefes Loch vorgefunden. Auch ein Fluss, der von dem See in der patagonischen Region Magallanes gespeist wurde, sei fast völlig verschwunden.

      Wissenschaftler gehen davon aus, dass der Gletscher oberhalb des Sees infolge des Klimawandels viel schneller als normal abgeschmolzen und der Wasserspiegel des Sees dadurch zunächst stark angestiegen ist. Dann jedoch könnte das Gestein um den See herum dem höheren Wasserdruck nachgegeben haben und das gesamte Wasser in einer Geröll- und Schlammlawine Richtung Pazifik abgeflossen sein. Bewohner der nur dünn besiedelten Region vermuteten indes, dass sich bei einem Erdbeben im April ein Riss gebildet haben könnte, durch den das Wasser in den Untergrund geflossen ist.

      it/dpa
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      Hoppla, plötzlich ist ein Staatspräsident in der Stadt

      aus:Tagesanzeiger Zürich
      (tagesanzeiger.ch/dyn/news/zuerich/766740.html)


      Der bolivianische Präsident Evo Morales ist ein spontaner Mann. Er kam über Nacht nach Zürich, spielte in Wiedikon Fussball, protestierte bei der Fifa und ass im Volkshaus das Tagesmenü.

      Von Niels Walter



      Würden alle Staatspräsidenten so reisen wie Señor Presidente Evo Morales von Bolivien, wäre die Weltpolitik heiter und unterhaltsam.

      Mitten in der Nacht, am Mittwochmorgen um drei Uhr, klingelte bei der Familie Mamani de Mendoza in Zürich das Telefon. Willma Mamani nahm den Hörer ab, am anderen Ende sprach die bolivianische Uno-Botschafterin in Genf. Jetzt sei el Excelentísimo Señor Presidente unterwegs von Caracas nach Zürich, im Jet des venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez.

      Dios mío, er kommt also doch! Willma und ihr Mann sprangen aus dem Bett, telefonierten ihren Landsleuten und Kollegen vom bolivianischen Verein Zürich. Willma erhielt den Anruf, weil die Uno-Botschafterin den Verein in Zürich bat, das Nötige zu organisieren, wenn der Präsident dann käme. Willmas Mann hätte den Staatsmann chauffieren sollen.

      Mehrmals in den letzten Tagen hiess es: Er kommt, er kommt nicht.

      Schliesslich stieg der unkonventionelle Präsident, der Indio, Held der Kokabauern, Alptraum der Reichen, Jünger von Fidel Castro, in Venezuela spontan in ein Flugzeug seines Freundes Chávez - um ein Wörtchen mit Fifa-Boss Sepp Blatter zu reden. Grund: Ganz Bolivien ist wütend, weil die Fifa entschieden hatte, Fussball auf über 2500 Meter über Meer sei nicht mehr erlaubt. Für Bolivien ein Skandal. Das arme Land in Südamerika hat in der Hauptstadt La Paz 3600 Meter über Meer schon manche Fussballgrossmacht lahm gespielt. Auch den Weltmeistern aus Brasilien geht im Andenhochland regelmässig die Puste aus.

      Willma Mamani organisierte ein Zimmer im Hotel Zürichberg, die Fifa machte sich bereit für den hohen Besuch.
      Singen mit dem Presidente
      Nach der Ankunft am Mittwoch sagte der Herr Präsident, er würde gerne Fussball spielen - um der Fifa zu zeigen, dass man Fussball immer und überall spielen können sollte, dass Fussball für alle ist. Vom Kunstrasen neben dem Prunkbau der Fifa wollte Morales nichts wissen. Er wollte zum Volk. Die Bolivianer in Zürich suchten eine Wiese. Heute Morgen um neun Uhr war Anpfiff auf dem Rasen beim Schulhaus Aegerten in Zürich-Wiedikon. Der Präsident und sein Geleit gegen Zürich Bolivia. Zweimal 20 Minuten, ein- und auswechseln immer erlaubt, alle durften mal mit dem Staatspräsidenten kicken.

      Rasch duschen und umziehen. Rauf auf den Zürichberg zur Fifa. Mit Blatter verhandeln. Der versicherte dem besorgten Staatspräsidenten: Alles wird gut, auch für Bolivien. Die Herren der Fifa gehen nochmals über die Regelbücher.

      Vom Zürichberg gings runter zum Volkshaus - in der Limousine und mit Polizeieskorte. Willmas Mann musste nicht fahren, die Uno-Botschafterin konnte noch einen Dienstwagen organisieren.

      Im Volkshaus war der kleine Gelbe Saal schön mit Fahnen, Transparenten und Trachtenkindern geschmückt. Der Presidente betrat den Saal, 50 Landsleute sangen die Hymne, fotografierten und filmten. Der Präsident sang auch und sprach nachher ausführlich über die ferne Heimat, seine Politik und über Fussball. Er sprach frei, er sprach gut. Seine Landsleute liessen ihn fast nicht mehr gehen.

      Willma Mamani hatte im Volkshaus einen Tisch reserviert. Sie wählte Menü 3, Rindsfilet mit Nüdeli und Salat. Der Präsident trank dazu Cola und Bier. Fürs Dessert reichte es nicht. Das Flugzeug wartete.
      Los que bailan son techados de locos por los que no oyen la música (de Antoine Filissiadis en "Persigue tus sueños")
      VENEZUELA: Angst vor dem karibischen Demagogen Chavez
      29.06.07, 16:43

      Ein TV-Sender wurde zugemacht, die „Bourgeoisie“ wird bedroht, in Russland werden massenhaft Waffen gekauft – Venezuelas linker Präsident wird immer radikaler.

      Von FOCUS-Online-Redakteur Ingo Thor, München

      Hugo Chávez wähnt sich sicher im Sattel. Denn ungenierter als je zuvor gibt sich der seit 1998 in Caracas regierende Militär als rabiater autoritärer Linksextremist. Seine immer wieder bekundete Nähe zum kubanischen Diktator Fidel Castro hatte bereits in den vergangenen Jahren international Besorgnis ausgelöst – nicht nur in Washington. Jetzt aber deckt sich Chavez mit Waffen ein. Bei einem Besuch in Moskau bekundete er sogar Interesse an U-Booten. In der russischen Hauptstadt spuckte er radikale Töne: „Entweder wir besiegen den amerikanischen Imperialismus oder dieser Imperialismus zerstört die Welt“, sagte er. Seinem Amtskollegen Wladimir Putin wünschte er, dass sein Land wieder zur Weltmacht erstarken möge: „Wir brauchen ein starkes und wiederbelebtes Russland.“

      Chávez belässt es nicht bei linker Rhetorik: Vor einigen Wochen ließ er einen oppositionellen TV-Sender rücksichtslos schließen, weil dieser beim Putschversuch im Jahr 2002 zugunsten der Regierungsgegner berichtet hatte. Damals war Chávez kurzzeitig entmachtet worden und seiner Liquidierung wohl nur knapp entgangen. Bei der Abschaltung von RCTV im Mai kam es zu dramatischen Szenen: Mitarbeiter weinten und wüteten. In den folgenden Tagen gab es zahlreiche zum Teil gewalttätige Demonstrationen gegen die Schließung. US-Außenministerin Condoleezza Rice nannte das Vorgehen gegen den Sender „undemokratisch“.

      „Nehmen Sie sich in Acht!“

      Doch trotz allen nationalen und internationalen Protests setzte Chávez noch eins drauf: Er drohte dem renommierten Nachrichtensender Globovision ebenfalls das Aus an, und dies unter einem fadenscheinigen Vorwand. Der Sender hatte unter anderem Bilder vom Attentat 1981 auf Papst Johannes Paul II. gezeigt. Unterlegt war ein Lied des Panamaers Rubén Blades, in dem es heißt: „Ich glaube, dass es damit nicht zu Ende ist.“ Chávez wertete dies als Aufruf zu seiner Ermordung. Den Angehörigen der Oligarchie seines Landes drohte er unverhohlen, dass sie sich ruhig verhalten sollten: „Nehmen Sie sich in Acht und gehen Sie nicht zu weit.“

      Die aggressive linke Rhetorik und die Härte gegenüber der Opposition kann geschlussfolgert werden, dass Venezuela auf dem besten Weg in eine totalitäre Zukunft ist. Die These wird auch durch Chávez’ Plan erhärtet, sich unbegrenzt wiederwählen lassen zu wollen. Außerdem nährt die Verstaatlichung von wichtigen Industriezweigen wie der Erdölbranche den Verdacht, dass Venezuela zu einer linken Diktatur vom Schlage Kubas werden könnte.

      Angst vor US-Verschwörung

      Diese Entwicklung weg von demokratischen Gepflogenheiten geht einher mit einer immer wieder geschürten Phobie vor den USA. Die trifft vor allem bei wenig gebildeten Teilen der Bevölkerung auf offene Ohren, denn auch dort ist bekannt, wie der große Nachbar im Norden einst mit missliebigen Regimen in Mittel- und Südamerika umgegangen war: 1954 wurde eine gewählte linke Regierung in Guatemala durch eine US-Geheimdienst-Aktion gestürzt, 1973 verlor der gewählte chilenische Präsident Salvador Allende bei einem von Washington unterstützten blutigen Putsch sein Leben.

      Dass Washington dabei ist, mit traditionellen Geheimdienst-Methoden gegen Chávez vorzugehen, ist wahrscheinlich. Das weiß der Präsident. Er beschuldigte jüngst demonstrierende oppositionelle Studenten, einen „Aufstand“ der Militärs provozieren zu wollen. Hinter den Protesten stehe sein US-Amtskollege George W, Bush, der dies aus „Rache“ tue, „oder einfach, um seinen Herrschaftsplan fortzusetzen, um unseren Prozess zu stoppen“.

      Wenn auch einige der Proteste der Studenten inszeniert sein mögen, der Unmut über Chávez in weiten Teilen der Bevölkerung ist echt und hat nichts mit den USA zu tun. Die Menschen fürchten, dass das bis in die späten 90er-Jahre als lateinamerikanische Musterdemokratie geltende Land eine Tyrannei wird. Diese Furcht ist mehr als berechtigt.
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      Friedrich Nietzsche (1844-1900), dt. Philosoph


      Tempranas vorletzter Wunsch

      Mit 105 Jahren ein US-Bürger

      José Temprana hat 30 Jahre Gefängnis in Kuba überlebt, war zwei Mal verheiratet und hat acht Kinder. Jetzt hat sich für den 105-Jährigen der vorletzte Lebenstraum erfüllt. Nach zwei vergeblichen Anläufen habe Temprana die US-Staatsbürgerschaft erhalten, berichtete der "Miami Herald" am Samstag (Ortszeit).

      "Ich fühle mich ganz anders. Zufrieden, sehr glücklich, die Warterei war es wirklich wert", sagte Temprana bei einem Glas Champagner. Als letzter Wunsch bleibe jetzt nur noch, Kubas Staats- und Parteichef Fidel Castro zu überleben. "Ich bezahle sogar sein Begräbnis."

      Der Exil-Kubaner wurde am 26. September 1901 auf Kuba geboren und hat mit seiner inzwischen verstorbenen ersten Frau acht Kinder. 1964, im Alter von 63 Jahren, wurde Temprana inhaftiert, weil er Waffen für einen geplanten Aufstand gegen Castro ins Land geschmuggelt hatte. Er gibt zu, vom US-Geheimdienst CIA angeworben worden zu sein.

      Im Alter von 93 Jahren wurde Temprana dann aus der Haft entlassen. Er bekam ein Ausreisevisum für die USA und ließ sich in Miami nieder. Seine zweite Frau Dulce starb im Jahr 2002. Temprana überlebte auch fünf seiner Kinder. Seine neue Freundin ist 56 Jahre jung. Frauen von über 70 seien zu alt für ihn, sagt er. Temprana verrät auch auch das Geheimnis für ein langes Leben: "Ärger dich niemals über Dinge, die du nicht kontrollieren kannst."

      Quelle: Sonntag, 1. Juli 2007
      n-tv.de/821798.html
      Los que bailan son techados de locos por los que no oyen la música (de Antoine Filissiadis en "Persigue tus sueños")

      Ex-Präsident von Peru kandidiert in Japan

      28.06.2007 | 11:08 | (DiePresse.com)

      Alberto Fujimori war Präsident von Peru, steht in Chile unter Hausarrest und wurde in Japan für die Oberhauswahl aufgestellt. Er soll schwere Menschenrechts-Verbrechen begangen haben.

      Sieben Jahre nach seiner Entmachtung will der Ex-Präsident von Peru bei Parlamentswahlen in Japan kandidieren. Alberto Fujimori wurde von der Neuen Volkspartei für die Oberhauswahl am 29. Juli aufgestellt. Damit Fujimori am Wahlkampft teilnehmen kann, müsste er aber erst von Chile freigesetzt werden. Denn dort steht er wegen schwerer Menschenrechts-Verbrechen unter Hausarrest.

      Japanischer Staatsbürger

      Fujimoris Eltern stammen aus Japan, er besitzt daher auch die japanische Staatsbürgerschaft. Der 68-Jährige Ex-Politiker hatte sich noch als peruanischer Präsident 2000 angesichts zahlreicher Korruptionsaffären während einer Auslandsreise nach Japan abgesetzt. Dort war er wegen seiner japanischen Staatsbürgerschaft vor einer Auslieferung sicher.

      Am 6. November 2005 tauchte er aber überraschend in Chile auf und wurde wegen eines von Peru beantragten internationalen Haftbefehls festgenommen. Vor einem Jahr war er unter Auflagen freigekommen, durfte Chile jedoch nicht verlassen.

      Bitte um Ausreise
      Fujimoris Kandidatur hatte verständlicherweise für einige Aufregung in Japan gesorgt. Das japanische Außenministerium hatte zuvor noch erklärt, eine Kandidatur sei nicht möglich. Der Vorsitzende der Neuen Volkspartei bittet nun Chile, Fujimori für die Teilnahme am Wahlkampf ausreisen zu lassen.

      Als Präsident von Peru (zwischen 1990 und 2000) hatte Fujimori die Wirtschaft Perus angekurbelt und die linke Terrorgruppe Sendero Luminoso (Leuchtender Pfad) niederkämpfen lassen. Dabei begingen Polizei und Militär jedoch schwere Menschenrechtsverletzungen. Die bekanntesten Fälle sind die Ermordung von 15 Zivilisten in dem Stadtteil Barrios Altos von Lima 1991 sowie die Tötung eines Professors und neun seiner Studenten in der Universität La Cantuta 1992 durch Sicherheitskräfte. (Ag/Red.)
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      RE: Ex-Präsident von Peru kandidiert in Japan

      Verschwundener See in Chile taucht langsam wieder auf

      Der in Chile plötzlich verschwundene See taucht langsam wieder auf. "Er füllt sich tatsächlich wieder mit Wasser", zitierte die Zeitung "El Mercurio" den Wissenschaftler Andrés Rivera vom Studienzentrum Valdivia.

      © AFP
      Allerdings habe er nicht mehr die ursprünglichen Ausmaße, fügte der Forscher hinzu, der das plötzliche Verschwinden des Sees untersucht. Mitarbeiter der Forstbehörde hatten Mitte Juni nur noch einen etwa 30 Meter tiefen, leeren Krater vorgefunden. "Wir reden hier nicht von einem kleinen See. Er war ziemlich groß", hatte der Leiter der Behörde verwundert festgestellt.

      Rivera geht inzwischen davon aus, dass der See Tempanos, der sich erst 1986 bildete, einfach zu groß geworden sei. Daher sei er in einen Gletscher und in einen bis zum Meer reichenden Fjord hinein übergelaufen. "Das ist ein Prozess, der in dieser Gegend nicht ungewöhnlich ist. Es passiert nicht jeden Tag, aber da sich diese Seen in einer sehr dynamischen Region bilden, können sie sich durch Bewegung der Gletscher leeren", sagte Rivera.

      Dass der See sich nun nur auf einem kleineren Gebiet wieder bilde, liege vermutlich an der Jahreszeit. "Wir befinden uns mitten im Winter. Die Gletscherschmelze ist sehr gering", sagte der Wissenschaftler. Der See Tempanos liegt im Nationalpark Bernardo O'Higgins, rund zweitausend Kilometer südlich der Hauptstadt Santiago de Chile.


      gmx.de
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      - Porque la vida se baila -


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      Quelle : www.stern.de vom 05 07

      "Live Earth"-Konzert in Rio droht Absage

      Die Organisatoren der "Live Earth"-Konzerte kämpfen gegen eine richterliche Absage der Veranstaltung in Rio de Janeiro. Der Grund laut Staatsanwaltschaft: Es stünden nicht genügend Polizisten zur Verfügung, um die Sicherheit der 700.000 erwarteten Besucher zu gewährleisten.

      Dem Live-Earth-Benefizkonzert in Rio de Janeiro droht wegen Sicherheitsbedenken eine kurzfristige Absage. Die Staatsanwaltschaft begründet dies damit, dass nicht genügend Polizisten zur Verfügung stünden, um einen sicheren Verlauf der Mammut-Veranstaltung zu garantieren. Ein Gericht erließ daraufhin eine einstweilige Verfügung gegen das Konzert. Die Veranstalter versuchen unter Hochdruck, die Behörden zu überzeugen, den Erlass vom späten Vorabend aufzuheben.

      Sollten sie auf taube Ohren stoßen, bliebe die bereits aufgebaute riesige Bühne vor dem Copacabana-Palasthotel am Samstag wohl leer. Und das von US-Ex-Vizepräsident Al Gore weltweit inszenierte Live-Earth-Spektakel, das auf den globalen Klimawandel aufmerksam machen soll, müsste ohne einen Beitrag aus Südamerika auskommen.

      Welle der Gewalt
      Rio wird seit Wochen von einer Welle der Gewalt überzogen. Erst am Mittwoch kam es auf offener Straße wieder zu einem heftigen Schusswechsel zwischen Drogenhändlern und der brasilianischen Polizei, bei dem ein Beamter und ein unbeteiligter Passant verwundet wurden. Vergangene Woche tötete die Polizei bei einer Großrazzia in den Elendsvierteln der Karnevals-Metropole etwa 20 Menschen. Kopfzerbrechen bereitet den Behörden zudem, dass am 13 Juli die Panamerica-Spiele in Rio beginnen, an denen 5500 Athleten aus Nord- und Südamerika teilnehmen. 800.000 Touristen werden allein wegen des Sportereignisses in Rio erwartet.

      Die Polizei habe allein deshalb alle Hände voll zu tun, erklärte die Staatsanwaltschaft. Für Live Earth könnten nicht auch noch Beamte abgestellt werden. Die Veranstalter beteuern hingegen, für die nötige Sicherheit gesorgt zu haben.
      ARGENTINIEN: Schnee macht Argentinier fassungslos
      10.07.07, 06:42

      Die Bewohner von Buenos Aires starrten ungläubig in den Himmel: Zum ersten Mal seit 89 Jahren hat es in der argentinischen Hauptstadt geschneit.

      Mitten im Winter der Südhalbkugel blieb der Schnee bei Temperaturen um den Gefrierpunkt zwar nicht liegen, aber die Bewohner der Millionenmetropole reagierten dennoch zum Teil fassungslos. Busfahrer blieben einfach stehen, um gemeinsam mit ihren Fahrgästen Schneeflocken mit der Hand aufzufangen, Passanten standen mitten auf den Straßen und starrten in den Himmel und Kinder hüpften aufgeregt auf den Straßen umher. Wer einen Fotoapparat dabei hatte, versuchte schnell ein paar Schnappschüsse zu machen.

      Dutzende Kältetote

      Das südliche Südamerika erlebt derzeit einen der kältesten Winter seit langem mit Temperaturen in Patagonien von weiter unter minus 20 Grad und heftigen Schneefällen in den Anden. Dutzende Menschen sind bereits der Kältewelle zum Opfer gefallen. Die meisten erstickten im Schlaf an den Abgasen defekter Holz- und Gasöfen. Mehrere Obdachlose starben an Unterkühlung. Die Industrie leidet vor allem in Argentinien an Energierationierungen, mit denen der höhere Verbrauch in den Wohnhäusern ausgeglichen werden soll.
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      560-Kilo-Mexikaner ist dickster Mann der Welt

      Quelle Spiegel ONLINE von Heute

      560-Kilo-Mexikaner ist dickster Mann der Welt
      Er kann sich kaum bewegen, konnte wegen seiner Fettleibigkeit jahrelang nicht einmal das Haus verlassen. Der Mexikaner Manuel Uribe steht mit 560 Kilo als dickster Mann der Welt im Guinness-Buch der Rekorde. Diesen Erfolg will er demnächst noch übertreffen.


      Monterrey - Manuel Uribe ist der dickste Mann der Welt. Seit zwanzig Jahren leidet der 41-Jährige an Fettleibigkeit, bringt es auf ein Körpergewicht von 560 Kilo. Damit schafft er es nun erneut ins Guinness-Buch der Rekorde. Eine traurig anmutende Spitzenleistung, was den Mexikaner allerdings nicht anzufechten scheint: "Ich freue mich, dass ich als fettleibigster Mensch der Welt im Guinness-Buch stehe", sagte Uribe.


      Manuel Uribe: Bitte um ärztliche Hilfe

      Ins Guinness-Verzeichnis 2009 will er es allerdings mit einer anderen Heldentat schaffen - mit einem Abspeck-Rekord. Uribe hatte im vergangenen Jahr um ärztliche Hilfe gebeten, um nicht an Fettleibigkeit zu sterben. Innerhalb von circa zwölf Monaten verlor er dank einer strengen Diät unter ärztlicher Aufsicht mehr als ein Drittel seines Körpergewichts.

      Uribe kann wegen seines Körperumfangs nicht laufen und lebt zurückgezogen mit seiner Mutter. Bis zum Alter von 22 Jahren arbeitete er in den USA. Damals wog der 1,94 Meter große Mann noch 130 Kilogramm. In Mexiko leidet nach Angaben des Gesundheitsministeriums fast die Hälfte der Bevölkerung an Übergewicht oder Fettsucht. Damit liegt das Land weltweit auf Platz zwei hinter den USA.

      pad/AFP
      DEUTSCHLAND / MEXIKO: Kampf gegen Folter und für die "Desaparecidos" - Mexikanerin Galarza wird für politischen Mut geehrt
      Stand: 22.07.2007 03:46 Uhr
      Von Michael Castritius, ARD-Hörfunkstudio Mexiko

      In Esslingen wird heute der renommierte "Theodor-Haecker-Preis für politischen Mut und Aufrichtigkeit" verliehen. Preisträgerin ist die Mexikanerin Judith Galarza. Sie setzt sich seit seit den 70er Jahren für die Menschenrechte in Lateinamerika ein, stellt sich korrupten, staatlichen Mördern und dem organisierten Verbrechen in den Weg.


      Eine Frage steht wie eingemeißelt im Lebenslauf von Judith Galarza: Wo ist Leticia? Leticia ist die zwei Jahre ältere Schwester Galarzas, die vor nahezu 30 Jahren verschwand. Sie gehört zu den tausenden Verschwundenen Lateinamerikas, den Oppositionellen, Unbequemen, Aufständischen, die von Armee, Polizei oder Paramilitärs verschleppt wurden - und nie wieder auftauchten.

      Verschwinden der Schwester als Schlüsselerlebnis
      Leticia Galarza engagierte sich Mitte der 70er Jahre in einer linken mexikanischen Gruppe, bis sie am 5. Januar 1978 zunächst spurlos verschwand. Für ihre bis dahin unpolitische Schwester Judith, eine Arbeiterin, war es ein Schlüsselerlebnis. "Nach Leticias Verschwinden trat ich der Organisation bei, fing an zu lesen, informierte mich", berichtet Galarza: "Irgendwie fühlte ich mich schuldig, weil ich nicht verstand, was passierte".

      Und sie begann mit ihrer Suche nach der Schwester. Eine Suche, die bis heute anhält, die sie aber auf tausende Leticias und Juans ausgedehnt hat. Galarza fand tatsächlich eine Spur: die Polizeiakte ihrer Schwester. Darin war ein Foto, das offensichtlich nach schwersten Misshandlungen in der Haft aufgenommen wurde. Es zeigt Leticia mit toten Augen, grauer Haut und ins Gesicht eingestanztem Entsetzen - eine gealterte Frau. Ein Privatfoto, nur gut ein Jahr zuvor aufgenommen, zeigt eine schwangere Leticia. Unvorstellbar, dass es sich um dieselbe Person handeln soll.

      Von Ciudad Juarez nach Caracas
      Leticia ist bis heute verschwunden. Judith Galarza weiß natürlich, dass ihre Schwester tot ist, aber sie sagt: "Für mich ist sie nicht tot. Ich habe ihre sterblichen Überreste nicht gesehen, nicht vor ihrem Grab geweint. Für mich lebt sie noch. Solange sie in meiner Erinnerung ist, bleibt sie Teil der Geschichte". Und solange Leticia verschwunden bleibt, will Judith weiterarbeiten.

      Sie kämpfte zunächst in ihrer Heimatstadt Ciudad Juarez in der nordmexikanischen Wüste, direkt an der Grenze zu Texas. Ausgerechnet Ciudad Juarez, die Stadt der Frauenmorde, des Drogenschmuggels und der Drogenkriege, die oft "Hinterhof der Globalisierung" genannt wird. Heute hat sie ihr Büro in der venezolanischen Hauptstadt Caracas. Dort leitet sie die Organisation "Fedefam" der Angehörigen von Verschwundenen Lateinamerikas.

      Nie endender Schmerz für die Angehörigen"Desaparición forzada" - dieser Begriff ist im Deutschen gottlob gar nicht geläufig. "Zwangsweises Verschwinden" oder "gewaltsames Verschwinden" trifft es am ehesten. Galarza beschreibt, was den Schmerz der Angehörigen ausmacht: "Das ist eine ständige Folter, weil du deinen Angehörigen nicht begraben kannst. Es ist verabscheuungswürdig, Menschen einfach verschwinden zu lassen. Trauer und Schmerz enden nie. Lebt sie? Wird sie gefoltert? Das Verschwindenlassen ist am schmerzhaftesten."

      Galarza stellt sich in Lateinamerika korrupten, staatlichen Mördern und dem organisierten Verbrechen in den Weg und macht sich damit zur lebenden Zielscheibe. Sie riskiert ihr Leben, das Leben ihrer Familie, ihrer drei Kinder und sechs Enkel. Sie hat viel zu verlieren. "Ich habe viele Morddrohungen bekommen, bin oft beschimpft worden", erzählt Galarza, "ich wäre aus Stahl, wenn ich keine Angst hätte. Mein ganzes Leben habe ich Angst gehabt". Doch sie habe beschlossen, sich davon nicht bezwingen zu lassen: "Wenn die Angst siegt, dann lähmt sie dich." Galarza bleibt in Bewegung, zumindest solange die Frage unbeantwortet bleibt: Wo ist Leticia?
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      Daswollte ich euch nicht vorenthalten...

      SPANIEN: 95 Jahre Internet-Oma macht Furore
      dpa - Sonntag, 22. Juli, 13:39 Uhr

      Muxía/Hamburg (dpa) - «Freunde des Internet, heute ist mein 95. Geburtstag. Ich habe Geburtstag und mein geiziger Enkel hat mir ein Blog geschenkt.» Mit diesen Worten begann eine ungewöhnliche Karriere. Maria Amalia López aus Muxía in Spaniens Nordwesten schrieb sie im Dezember 2006 in ihr neues Internet-Tagebuch. Über ihre Jugend, Heimat und das Leben einer Dame jenseits der 90 wollte die Rentnerin berichten, ein paar Herrschaften ihres Alters erwartete sie als Leser. Doch inzwischen ist sie als «älteste Bloggerin der Welt» hunderttausenden Internet-Surfern bekannt.

      Das Internet-Tagebuch «A mis 95 años» hat sich innerhalb weniger Monate vom Geheimtipp zum Publikumsmagneten entwickelt, vor allem in der spanischsprachigen Welt. Medien wie die spanischen Zeitungen «El País» und «El Mundo» haben die «Blog-Oma» entdeckt. Eifrige Leser übersetzen einige Einträge in andere Sprachen. Auf Deutsch ist jedoch erst ein Beitrag zu lesen. Der Titel der «ältesten Bloggerin» muss Maria Amalia mittlerweile allerdings teilen: Auch andere betagte Menschen haben das Internet für sich entdeckt. So berichtet seit Februar die 108-jährige Australierin Olive Riley online aus ihrem Leben.

      Maria Amalias Verhältnis zu ihrem Enkel ist nicht so schlecht, wie der erste Blog-Eintrag Glauben macht. Über das Geschenk hat sich die Witwe gefreut, ohne den jungen Mann könnte sie ihr Blog auch nicht bestücken: «Er nimmt mich mit dem Mikrofon auf und tippt später alles ab», berichtet sie. Allerdings hat der Betriebswirt nicht immer Zeit. «Seine Arbeit geht vor», sagt die Großmutter großzügig. Immerhin sind es schon mehr als 170 Beiträge, von denen mancher allerdings auch auf Berichte über die «Blog-Oma» verweist.

      Señora López' Themen sind vielfältig. Die Einträge über ihre Jugend sind gelebte Geschichte. «Die Jungs von damals waren anders. Sie schenkten uns Blumensträuße, Veilchen, Bonbons... Nicht wie heute, mit diesem unflätigen Vokabular», schreibt sie etwa. Eindrücklich schildert sie auch ihre Erfahrungen aus dem Spanischen Bürgerkrieg. Nur mit Glück entkam die bekennende Sozialistin damals den Truppen des späteren Diktators General Franco.

      Doch die Bloggerin lebt nicht nur in der Vergangenheit. Die aktuelle Politik beschäftigt sie regelmäßig, vor allem Spaniens Ministerpräsident José Luis Zapatero: «Er ist ein großer Spanier.» Wie vital die 95-Jährige ist, beweisen Berichte von ihrer Reise nach Brasilien. Fotos zeigen sie unter Palmen und beim Tanz mit einem brasilianischen Samba-Tänzer.

      Warum ist das Blog so populär? Die Leser zeigen mit ihren Kommentaren, dass sie Maria Amalia nicht nur als Kuriosum sehen: «Welch ein Luxus, nach so vielen Jahren solch lebhafte Schilderungen aus erster Hand zu bekommen», schreibt etwa ein Fernando. Und ein anonymer Surfer lobt: «Es macht Spaß, dieses Blog zu lesen. Hoffentlich lernen wir von Leuten wie Ihnen!»
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      PERU: Mindestens 15 Tote und 200 Verletzte

      Schweres Erdbeben erschüttert Peru

      Bei einem schweren Erdbeben in Peru sind nach einem Bericht des staatlichen Fernsehens mindestens 15 Menschen ums Leben gekommen, einige Quellen berichten bereits von mindestens 30 Todesopfern. Mehr als 200 Menschen wurden durch einstürzende Häuser verletzt. Die Erdstöße der Stärke 7,9 kamen in der Nacht in zwei kurz aufeinanderfolgenden Wellen, die je etwa 20 Sekunden dauerten. Es war das stärkste Beben in Peru seit mehr als dreißig Jahren.

      Das Epizentrum lag der US-Erdbebenwarte in Colorado zufolge rund 150 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Lima in einer Tiefe von etwa 40 Kilometern. In Lima ließen die Erdstöße Gebäude erzittern. Menschen rannten in Panik ins Freie. Die Telefonnetze brachen vorübergehend zusammen, in mehreren Orten kam es zu Stromausfällen.

      Berichte über Häusereinstürze

      In ersten Berichten hieß es, in den Provinzen Cañete und Chincha seien mehrere Häuser eingestürzt und Menschen dadurch getötet worden. Betroffen ist auch ein Armenviertel in der Stadt Pisco. Der TV-Sender Canal N meldete, dass in der Stadt Ica eine Kirche eingestürzt sei. Auch hier habe es Todesopfer gegeben. Einen genaueren Überblick über die Zahl der Opfer und das Ausmaß der Schäden gibt es zurzeit noch nicht.
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      KARIBIK: Wirbelsturm in der Karibik
      Stand: 19.08.2007 21:12 Uhr

      Hurrikan "Dean" bricht über Jamaika herein
      Mit Windgeschwindigkeiten von 230 Kilometern hat der Atlantik-Hurrikan "Dean" Jamaika erreicht. "Die ersten Auswirkungen werden registriert", sagte ein Mitarbeiter des dortigen Katastrophendienstes. Im Westteil der Insel habe der Wind stark zugenommen, es gebe heftige Regenfälle.

      Der Wirbelsturm hatte sich im Laufe des Tages zwar ein wenig abgeschwächt, er gilt bei Experten aber weiterhin als extrem gefährlich. Die Regierung in Kingston verhängte eine zweitägige Ausgangssperre und rief Menschen in tiefer liegenden Gegenden dazu auf, sich in Sicherheit zu bringen. Einige Bewohner weigerten sich allerdings, ihre Häuser zu verlassen. Aus Sorge vor Plünderungen patrouillierten Soldaten und Polizisten durch die Hauptstadt Kingston.

      Bislang mindestens acht Tote
      Auch die kubanische Regierung kündigte an, 50.000 Menschen in Sicherheit zu bringen. "Dean" ist bereits über mehrere Inseln in der Karibik hinweggezogen. Auf den Kleine-Antillen-Inseln St. Lucia und Martinique deckte der Sturm Dächer ab und zerstörte Bananen- und Zuckerrohr-Plantagen. In der Dominikanischen Republik und Haiti kamen durch den Hurrikan mindestens acht Menschen ums Leben.

      Mit voller Stärke gen Yucatan
      Meteorologen erwarten, dass der Sturm noch weiter an Stärke gewinnt, bis er am Dienstagmorgen als erster Atlantik-Hurrikan des Jahres die mexikanische Halbinsel Yucatan erreicht. Derzeit verbringen insgesamt 90.000 Touristen aus aller Welt ihre Ferien im mexikanischen Bundesstaat Quintana Roo, in dem sich der Badeort Cancún und die Riviera Maya befinden. Die Regierung von Quintana Roo ordnete die Evakuierung zahlreicher Ferienanlangen an.

      Die mexikanische Regierung ließ zudem mehrere Ölplattformen auf See evakuieren. Nach Angaben der staatlichen Ölfirma Pemex sollen über 13.000 Arbeiter in Sicherheit gebracht werden. Auch Shell Oil kündigte an, weitere Ölarbeiter aus der Gefahrenzone zu holen. Am Sonntag sei eine Ölförderung von 23.000 Barrel pro Tag abgeschaltet worden, teilte der Konzern mit. Auch die Erdgas-Produktion sei betroffen.

      Nasa zieht Shuttle-Landung vor
      Die US-Raumfahrtbehörde beschloss derweil, die US-Raumfähre "Endeavour" einen Tag früher als geplant den Heimflug antreten zu lassen. Hintergrund ist, dass "Dean" am Mittwoch die texanische Küste erreichen könnte, womit auch die Region Houston und somit das Kontrollzentrum bedroht wären.
      Das absolute Wissen führt zu Pessimismus; die Kunst ist das Heilmittel dagegen.
      Friedrich Nietzsche (1844-1900), dt. Philosoph


      BRASILIEN: Passagierzug rast in rangierende Bahn

      Mindestens acht Tote bei Zugunglück in Brasilien

      Bei einem schweren Zugunglück in einem Vorort der brasilianischen Millionenmetropole Rio de Janeiro sind mindestens acht Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 80 Personen wurden verletzt. Das Unglück ereignete sich, als ein mit etwa 850 Passagieren besetzter Zug mit einer Geschwindigkeit von rund 100 Kilometern pro Stunde auf eine leere Bahn auffuhr, die langsam von einem Gleis auf ein anderes rangierte.

      Nach Angaben der Feuerwehr waren auch Stunden nach dem Unfall noch Verletzte in den Waggons eingeklemmt. Im Fernsehsender GloboNews war zumindest ein umgestürzter Waggon zu sehen und Rettungskräfte versuchten, Menschen daraus zu befreien.

      Stand: 31.08.2007 04:13 Uhr
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      KARIBIK: Höchste Stufe V - Hurrikan "Felix" tobt in der Karibik
      Stand: 03.09.2007 04:06 Uhr

      Der Hurrikan "Felix" tobt über der Karibik und hat die gefährlichste Kategorie V erreicht. Der Sturm erreichte am Sonntag bereits Durchschnitts-Windgeschwindigkeiten von 270 Kilometer pro Stunde, in Böen war er noch stärker. Am Abend befand sich der Hurrikan rund 600 Kilometer südöstlich vor der Karibikinsel Jamaika bewegte sich mit einer Zuggeschwindigkeit von 35 Stundenkilometern vorwärts auf das mittelamerikanische Land Belize zu. Gefahr besteht für die gesamte Region von Nicaragua im Süden bis zur mexikanischen Halbinsel Yucatán im Norden. Das US-Hurrikanzentrum in Miami teilte mit, es sei zu befürchten, dass "Felix" noch weiter an Kraft zunehmen werde.

      Innerhalb weniger Stunden hatte das Hurrikanzentrum "Felix" von einem Tropensturm in einen Hurrikan der Kategorie V hochgestuft. Am Sonntag war der Wind über die Niederländischen Antillen Aruba, Bonaire und Curacao mit heftigen Regenfällen hinweggefegt.

      "Felix" auf ähnlicher Bahn wie Hurrikan "Mitch"
      Beim letzten heftigen Hurrikan, dem Hurrikan "Mitch", der vor neun Jahren über Mittelamerika hinwegfegte, kamen tausende Menschen in Honduras und Nicaragua ums Leben kamen. Heftige Regenfälle hatten damals in der bergigen Region Erdrutsche ausgelöst, mehrere Ortschaften wurden zerstört. "'Felix' befindet sich auf einer ähnlichen Bahn wie "Mitch" und muss daher ganz genau beobachtet werden", sagte der Hurrikan-Experte Thomas Sävert vom Wetterdienst Meteomedia.
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      CHILE: Familienangehörige von Ex-Diktator Pinochet festgenommen
      04. Oktober 2007

      Die Witwe und fünf Kinder des früheren chilenischen Machthabers Augusto Pinochet sind wegen Korruption angeklagt und festgenommen worden. Sie sollen von der Veruntreuung von Staatsgeldern profitiert haben.

      Santiago de Chile - Ein chilenischer Richter hat Haftbefehl gegen die Familienmitglieder des ehemaligen Diktators erlassen. Wie Medien unter Berufung auf Justizkreise in Santiago de Chile berichteten, gilt die Anordnung für insgesamt 23 Familienangehörige und Mitarbeiter des im Dezember 2006 im Alter von 91 Jahren gestorbenen Pinochet. Allen werde Korruption und illegale Bereicherung zur Last gelegt, hieß es.

      In der Anklage geht es um die sogenannte "Riggs-Affäre". Pinochet, seine Angehörigen und engste Mitarbeiter sollen von der Veruntreuung von Staatsgeldern in Höhe von 27 Millionen US-Dollar (heute etwa 19 Millionen Euro) profitiert haben, die auf geheimen Konten der US-Bank Riggs und anderer Institutionen deponiert waren.

      General Pinochet regierte Chile nach einem Putsch gegen den damaligen sozialistischen Präsidenten Salvador Allende zwischen 1973 und 1990 mit eiserner Hand. Nach Schätzung von Menschenrechtsgruppen wurden während seiner Militärherrschaft rund 3000 Regimegegner ermordet. Viele Chilenen sind verbittert, dass Pinochet nie wegen der Verbrechen während seiner Herrschaft zur Rechenschaft gezogen wurde, im Gegensatz zu vielen früheren Untergebenen, die inzwischen teils zu langen Haftstrafen verurteilt wurden.

      anr/dpa/AP
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      MEXIKO: Mexiko-Stadt - Vorfahrt für Radfahrer
      23.10.07, 20:24

      Mexiko-Stadt erstickt im Verkehr. Die Einwohner sollen aufs Rad umsteigen. Doch noch stehen 11 000 Kilometer Straße 40 Kilometern Radweg gegenüber.

      Radfahrer gehören in Mexiko-Stadt einer Minderheit an

      Sie bilden eine winzige Minderheit in Mexiko-Stadt, die Radfahrer. Nur wenige der 20 Millionen Einwohner benutzen ein Fahrrad, um allmorgendlich ins Büro, zur Schule oder in die Fabrik zu kommen. Kein Wunder, sieht man sich den Moloch Mexiko-Stadt genauer an: Vier Millionen Autos, Zehntausende Lastwagen, 108 000 Taxis und 28 000 Busse verstopfen täglich die Straßen der Hauptstadt.

      Doch die Megacity hat noch viel größere Probleme als Radwege und Autoabgase. Jeder der 16 Stadtteile, Delegaciones genannt, wäre in Europa schon eine Großstadt und ist noch einmal in weitere, kleinere Einheiten unterteilt, die Colonias. Die schiere Masse der Stadt lässt im Ausland oft nur ein verheerendes Urteil zu: Mexiko-Stadt sei ein riesiges stinkendes, lautes und gefährliches Ungeheuer. Unregierbar und im Griff von Chaos, Kriminalität, Willkür und Korruption. Menschen würden überfallen, ausgeraubt, entführt und erschossen. Jeden Tag.

      Jedes Jahr 60 Kilometer neue Radwege

      Die seit zehn Monaten amtierende linksgerichtete Stadtregierung startete im Frühjahr eine Kampagne, um Mexiko-Stadt wieder lebenswert zu machen. „Unsere Priorität sind die Menschen. Wir wollen eine Kultur des Respekts gegenüber dem Fußgänger und dem Fahrradfahrer fördern“, sagte Bürgermeister Marcelo Ebrard in seiner ersten Regierungserklärung.

      Ebrard geht es vor allem darum, das Verkehrschaos unter Kontrolle zu bringen. Auf praktisch allen großen Straßen und den kleinen Schleichwegen herrscht allabendlich Stau. Zu bestimmten Zeiten bewegen sich die Autokarawanen nur im Schritttempo voran. Wenn dann noch an einer wichtigen Kreuzung demonstriert wird oder eine Übung für den Fall eines Erdbebens ansteht, kommen Tausende nicht rechtzeitig nach Hause, ins Büro, in die Schule. Der Bürgermeister will daher unter anderem ein Netz von Radwegen aufbauen. „Jedes Jahr werden wir 60 Kilometer bauen“, erklärt Tanja Müller, Direktorin für Umwelt in der Stadtregierung. Schon jetzt müssen alle 16 000 Behördenmitarbeiter jeden ersten Montag im Monat ins Amt radeln.

      Mexiko-Stadt ist ideal für Radfahrer

      Müller, Tochter eines Deutschen und einer Mexikanerin, sieht in Mexiko-Stadt einen idealen Ort fürs Radfahren: Die Metropole ist weitgehend flach, und es scheint fast immer die Sonne. Je mehr Menschen aufs Fahrrad umsteigen würden, umso besser für die Luft, ist die Devise der Stadtregierung. Denn eine so große Metropole wie Mexiko-Stadt verursacht auch viele Abgase: 50 Millionen Tonnen Schadstoffe werden nach Angaben von Ebrard pro Jahr in den schon längst nicht mehr blauen Himmel ausgestoßen.

      Auf knapp 1500 Quadratkilometer erstreckt sich die Großstadt, die 20 Millionen Einwohner der Metropolregion verteilen sich auf fast 8000 Quadratkilometer – das ist dreimal so viel wie die Fläche des Saarlands. Mexiko-Stadt gleicht einem riesigen Häusermeer, ausgebreitet auf einem gigantischen Schachbrett, das nirgendwo zu enden scheint. Es dehnt sich in alle Richtungen aus, auf die bis zu 3900 Meter hohen Berge zu.

      Eine Stadt für Menschen, nicht für Autos

      Der Nahverkehr soll mit Milliarden ausgebaut werden, damit die Menschen endlich umsteigen auf Busse und Bahnen. Derzeit gibt es elf U-Bahn-Linien, die über weite Teile des rund 200 Kilometer langen Streckennetzes oberirdisch an den großen Straßen entlangführen, häufig sind die Bahnen überfüllt. „Wir alle wollen eine bessere und humanere Stadt. Eine Stadt, die nicht fürs Automobil gebaut wurde, sondern für den Menschen“, sagte der Architekt José Luis Cortés bei einer Diskussionsveranstaltung über die Umwandlung der Hauptstadt, die in den kommenden Jahren viele Milliarden Pesos verschlingen soll. Den meisten Mexikanern aber ist das alles noch völlig egal.

      Dabei sehen sie selbst in ihrer verpesteten, oft von gelblich-milchigem Dunst durchzogenen Metropole, wie es auch anders sein könnte. Denn Mexiko-Stadt ist auch eine grüne Stadt, übersät mit kleinen und großen Parks sowie Alleen, die dicht mit immergrünen Bäumen bepflanzt sind. Doch anstatt gemächlich mit dem Fahrrad durch die Grünzonen zu radeln, sitzen die meisten Hauptstädter anscheinend lieber in ihren Autos – und ärgern sich über die Staus.
      th/dpa
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      ARGENTINIEN: Fernández de Kirchner zur Präsidentin gewählt
      29. Oktober 2007, 13:05

      Die bisherige First Lady Argentiniens muss nicht in die Stichwahl.
      Die Argentinier haben zum ersten Mal eine Frau ins höchste Staatsamt gewählt: Die bisherige First Lady Christina Fernández de Kirchner lag nach Auszählung von 80 Prozent der Stimmen am Montag so deutlich in Führung, dass eine Stichwahl ausgeschlossen war. Die 54-jährige Senatorin übernimmt damit am 10. Dezember das Präsidentenamt von ihrem Ehemann Nestor Kirchner.

      Die Argentinier haben zum ersten Mal eine Frau ins höchste Staatsamt gewählt: Die bisherige First Lady Christina Fernández de Kirchner lag nach Auszählung von 80 Prozent der Stimmen am Montag so deutlich in Führung, dass eine Stichwahl ausgeschlossen war. Die 54-jährige Senatorin übernimmt damit am 10. Dezember das Präsidentenamt von ihrem Ehemann Nestor Kirchner.

      «Wir haben deutlich gewonnen», erklärte Kirchner bei einem Auftritt am Wahlabend an der Seite ihres Mannes. «Aber das bringt uns nicht in eine privilegierte Position, sondern vielmehr in eine Position mit grösseren Verantwortungen und Verpflichtungen.»

      Beschwerden wegen Wahlzetteln
      Nach Auszählung von vier Fünfteln aller Stimmen erhielt Fernández de Kirchner 44 Prozent. Die Mitte-links-Kandidatin Elisa Carrio erreichte demnach 23 Prozent, der frühere Wirtschaftsminister Roberto Lavagna 17 Prozent. Carrios Sprecher erklärte, sieben Parteien hätten eine Beschwerde wegen verloren gegangener oder gestohlener Wahlzettel eingereicht.

      Fernández de Kirchner wurde als erste Frau zur Präsidentin gewählt, die erste Frau in diesem Amt ist sie allerdings nicht. Die Ehefrau von Juan Peron, Isabel Peron, war Vizepräsidentin, als ihr Mann 1974 starb. Sie war 20 Monate im Amt, bevor sie bei einem Militärputsch gestürzt wurde.

      Die Senatorin war als klare Favoritin in die Wahl gegangen. Für den Sieg bereits in der ersten Runde waren entweder 45 Prozent der Stimmen oder ein Stimmenanteil von 40 Prozent bei einem Vorsprung von zehn Prozentpunkten gegenüber dem zweitplatzierten Kandidaten erforderlich. Für die 27,1 Millionen registrierten Wähler bestand Wahlpflicht.

      «Clintons des Südens»
      Anhänger der Peronisten äusserten die Hoffnung, dass die künftige Präsidentin an die wirtschaftlichen Erfolge ihres Mannes anknüpfen könne und sie das Land vor einer erneuten wirtschaftlichen Berg-und-Tal-Fahrt bewahren werde. Auf der anderen Seite gibt es zunehmende Sorgen über eine hohe Inflation, Energieknappheit und eine zu grosse Machtkonzentration in den Händen des Ehepaars Kirchner, das in Anspielung an das frühere Präsidentenpaar in den USA auch als «die Clintons des Südens« bekannt ist.
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      Friedrich Nietzsche (1844-1900), dt. Philosoph


      PERU: Lateinamerikas schmutzigste Stadt begehrt auf
      (24.10.2007)

      Diese Stadt tötet: Der Bergbauort La Oroya, hoch in den peruanischen Anden gelegen, gilt als meistverseuchte Stadt in ganz Nord- und Südamerika.

      Knut Henkel hat sie besucht - und gesehen, wie die Einwohner gegen Gift und Geldgier der Bergbau-Lobby streiten.

      Mit bitterer Miene deutet Miguel Curi auf die Laborergebnisse der Blutuntersuchungen seiner Kinder. Der 13-jährige Sohn Angel hat knapp dreimal so viel Blei im Blut wie der Grenzwert der Weltgesundheitsorganisation erlaubt. Die sechsjährige Tochter Marina übertrifft den Grenzwert um knapp das vierfache. "Mit diesen Werten sind meine Kinder noch gut dran. Hier in der Altstadt von La Oroya leben Kinder, die haben achtmal mehr Blei im Blut als laut Weltgesundheitsorganisation gerade noch akzeptabel ist", klagt Curi.

      Aus Curis Wohnung blickt man direkt auf die Quelle dieser latenten Bleivergiftung. Der riesige Schornstein in der Bergbaustadt La Oroya ist genauso wenig zu übersehen wie die weitläufigen Anlagen, in denen aus erzhaltigem Gestein Kupfer, Zink und Blei gelöst werden. Stets quillt etwas Rauch aus dem Industrieschlot, doch besonders schlimm ist es am frühen Morgen und gegen Abend. "Dann ist der Hustenreiz kaum zu unterdrücken, und es brennt auf den Schleimhäuten", erklärt Miguel Curi.

      In La Oroya leben die Menschen in direkter Nachbarschaft zur Schmelzhütte. Täglich werden laut Angaben der Betreiberfirma - einer Tochter des US-amerikanischen Bergbauunternehmens Doe Run - 537 Tonnen Schwefeldioxid in die Luft geblasen. Parallel dazu gelangen erhebliche Mengen an schwermetallhaltigem Feinstaub in Umlauf.

      In den Top Ten der giftigsten Orte weltweit

      Ein direkter Angriff auf die Gesundheit der Kinder. Blei und andere Schwermetalle verursachten Hirn- und Nervenschäden, die sich bei den Kindern in Konzentrationsmängeln und motorischen Defiziten niederschlagen, erklärt Hugo Villa, Neurologe am Krankenhaus von La Oroya. Weitere Folgen seien Atemwegserkrankungen und Krebs, sagt der Mediziner.

      Von seinem Arbeitsplatz aus hat der Neurologe einen prächtigen Blick auf die weitläufige Industrieanlage. In der direkten Nachbarschaft befinden sich Wohnviertel, Schulen und Kindergärten. 35.000 Menschen leben in der Bergbaustadt, die auf 3750 Metern hoch in den peruanischen Anden liegt. Landesweit ist La Oroya seit Jahren Synonym für den Bergbau auf Kosten der Bevölkerung.

      Zentren der Umweltverschmutzung: Die zehn dreckigsten Städte"Über Jahrzehnte wurde in La Oroya ohne Rücksicht auf die Umwelt und die Bevölkerung produziert", erklärt Monseñor Pedro Barreto, Bischof in der Provinzstadt Huancayo, eine Fahrtstunde entfernt. Hier kommen die Schwermetalle mit dem Wasser des Río Mantaro an. Bei ungünstigem Windverhältnissen sind auch die Emissionen aus dem 167 Meter hohem Kamin der Hütte in Huancayo spürbar.

      "Der saure Regen ist - genauso wie das kontaminierte Wasser - Gift für die Landwirte im Tal."

      Rund um Huancayo befindet sich eines der wichtigsten Agrargebiete Perus. Bischof Barreto tritt seit Jahren energisch für den Umweltschutz ein. Mehrfach hat er die Regierung und den US-Konzern aufgefordert, die Emissionen sowie die Einleitungen in den Río Mantaro zu verringern. Eigentlich hatte der US-Bergbaukonzern sich bei der Übernahme des früher staatlichen Betriebs in La Oroya auch vertraglich dazu verpflichtet.

      Doch der steigende Druck zeigt nur langsam Wirkung. Mitte September wurde La Oroya vom Blacksmith Institute aus New York wieder in die Liste der zehn meistverschmutzten Orte weltweit aufgenommen. Kurz zuvor schon forderte der Interamerikanische Gerichtshofs für Menschenrechte die peruanische Regierung auf, umgehend Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung einzuleiten.

      "Gold kann man nicht essen"

      Auch wurde Doe Run Perú wegen mehrere Verstöße gegen die Umweltauflagen zu Strafzahlungen verdonnert. Ein Erfolg, über den sich Miguel Curi und Bischof Barreto zwar freuen. Doch nach wie vor halten Regierungsvertreter wie Produktionsminister Rafael Rey die Hand über den Konzern. "La Oroya ist nicht aufgrund der Bergbauaktivitäten des US-amerikanischen Minenunternehmens Doe Run derart kontaminiert, sondern aufgrund der Aktivitäten des Vorbesitzers Centromin, eines staatlichen peruanischen Unternehmens", argumentiert Minister Rey
      .
      "Eine Einschätzung, die den Untersuchungen peruanischer wie internationaler Institute nicht standhält", widerspricht Michael Pollmann - er ist Umweltexperte des Deutschen Entwicklungsdienstes in Peru. Bisher hat Doe Run aus seiner Sicht nicht genug investiert, um die Probleme abzustellen. "Erst mit der für 2009 geplanten Einweihung der Schwefelsäureanlage wird das Hauptproblem der praktisch ungefilterten Schwefeldioxid-Emissionen zu beheben sein." Bis dahin wird die Bevölkerung von La Oroya wohl mit den hochgiftigen Emissionen zu kämpfen haben.

      Miguel Curi, der sich bei der Bewegung für Gesundheit in La Oroya engagiert, klagt: "Die Regierung ist Doe Run immer wieder entgegen gekommen." So hätte die Schwefelsäureanlage schon 2006 installiert werden müssen. "Doch die Regierung in Lima gewährte Aufschub."
      La Oroya hat zum schlechten Image des Bergbaus im Land merklich beigetragen.

      Viele Peruaner assoziieren die Industrie schlicht mit Umweltverschmutzung und steigender Armut. Nicht ohne Grund: In Regionen wie Cajamarca und Ancash, wo Hunderte Millionen US-Dollar in den Bergbau investiert wurden, hat die Bevölkerung -allen Versprechungen zum Trotz - vor allem Leid durch die Minen erfahren.

      Land der Bauern verramscht

      Cajamarca ist heute die zweitärmstes Departamento des Landes, obwohl dort die größte Goldmine Lateinamerikas, Yanacocha, angesiedelt ist. Viele Bauern der Region haben ihr Land auf Druck der Regierung in Lima spottbillig an die Minenbetreiber verkaufen müssen. Dieses Negativbeispiel und die Risiken für die Agrarproduktion taten ein Übriges, um das Image des Bergbaus in Peru zu ruinieren.

      In Tambogrande, nahe der Grenze zu Ecuador, lief 2002 nahezu die ganze Stadt Sturm gegen die Ansiedlung des kanadischen Bergbauunternehmens Manhattan Minerals. "Die Region lebt vom Anbau von Mango, Limonen und anderen Früchten. Der offene Tagebau hätte nicht nur den Wasserhaushalt durcheinander gebracht, sondern möglicherweise auch unsere Plantagen kontaminiert", erklärt Francisco Ojeda, ehemaliger Bürgermeister des Ortes und selbst Obstbauer.

      Er war einer der Protagonisten des Widerstands in dem kleinen Ort und hat damals ein Referendum gegen den Bergbau mitinitiiert. "Landwirtschaft ja, Bergbau nein" und "Gold kann man nicht essen" lauteten die beiden Schlachtrufe gegen den Bau einer Goldmine.
      Die hätte maximal sechshundert Arbeitern ein Auskommen gegeben. "Dem gegenüber standen fast 18.000 Arbeitsplätze im Agrarsektor. An der Urne stimmten schließlich mehr als 90 Prozent der Wähler gegen die Aufnahme der Bergbauaktivitäten", betont Ojeda. Der hat das Bürgermeisteramt zwar aufgegeben und widmet sich wieder seiner eigenen Obstplantage.

      Demokratie ausgeschlossen

      Sein Rat beim Thema "Widerstand gegen den Bergbau" ist aber weiterhin gefragt. So war Ojeda mit von der Partie, als Mitte September ein weiteres Referendum in den Gemeinden Ayabaca, Pacaipampa und Carmen de la Frontera durchgeführt wurde. Die zentrale Frage lautete: "Sind Sie damit einverstanden, dass in ihrem Distrikt Bergbau stattfindet?"

      "Die Antwort von 92 Prozent der mehr als 18.000 Bürger, die zu den Urnen kamen, lautete Nein", berichtet Susanne Friess vom katholischen Hilfswerk Misereor. Sie war beeindruckt von der hohen Motivation der Leute, an der Abstimmung teilzunehmen. "60 Prozent der Wahlbeteiligten stimmten trotz schlechten Wetters, langer Wege und der Anfeindungen der Referendumsgegner ab." Ähnlich wie in La Oroya, Cajamarca und Tambogrande war es die katholische Kirche, die die lokale Bevölkerung bei dem Versuch unterstützte, Einfluss auf die Zukunft der eigenen Region zu nehmen.

      Der Regierung in Lima gefällt das gar nicht. Vor dem Referendum wurde keine Chance ausgelassen, Stimmung gegen seine Unterstützer zu machen. So warf Produktionsminister Rafael Rey internationalen Nichtregierungsorganisationen vor, die lokale Bevölkerung gegen den Bergbau aufzuwiegeln. Präsident Alan García witterte "kommunistische Umstürzler". Erst als der nationale Rat für Menschenrechte, der dem Justizministerium angegliedert ist, das Referendum für verfassungskonform erklärte, nahm der Widerstand im Regierungslager ab.

      Wie zukünftig mit der Vielzahl an strittigen Bergbaukonzessionen umgegangen werden soll, hat die Regierung allerdings schon klar gemacht. Am 21. September stellten Präsident Alan García und Premierminister Jorge del Castillo ihre Vorlage für eine Gesetzesänderung vor. Demnach sollen zunächst 20 Bergbauprojekte zu "Angelegenheiten von nationalem Interesse" erklärt werden.
      Referenden sind dabei nicht vorgesehen.
      Das absolute Wissen führt zu Pessimismus; die Kunst ist das Heilmittel dagegen.
      Friedrich Nietzsche (1844-1900), dt. Philosoph