News rund um Lateinamerika

      KUBA: Castro in sehr schlechtem Zustand
      16.01.07, 07:47

      Der Gesundheitszustand von Kubas Staatschef Fidel Castro ist einer spanischen Zeitung zufolge nach drei fehlgeschlagenen Darmoperationen ernst.

      Wie „El Pais“ auf seiner Internet-Seite unter Berufung auf Krankenhauskreise in Madrid berichtete, soll Castro an einer speziellen Form von Dickdarmentzündung leiden. Diese habe außerdem zu einer Entzündung des Bauchfells geführt. Kubanische Regierungsvertreter in Havanna waren für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Sollte die detaillierte Darstellung der Zeitung bestätigt werden, wären es die ersten konkreten Angaben zu Castros Krankheit. Zuvor war wiederholt über eine Krebserkrankung spekuliert worden.

      Drei fehlgeschlagene Operationen

      Der Zeitung zufolge musste Castro operiert werden, weil er an einer so genannten Divertikulitis litt. Dabei entzünden sich Aussackungen des Dickdarms, die besonders im Alter vorkommen und als solche harmlos sind. Inzwischen werde der 80-Jährige intravenös ernährt. Die Prognose sei „sehr ernst“, hieß es unter Berufung auf zwei Mitarbeiter eines Madrider Krankenhauses, die namentlich nicht genannt wurde. In dem Hospital arbeitet auch der Chirurg Jose Luis Garcia Sabrido, der Castro Ende Dezember untersucht hatte.

      Probleme bei Wundheilung

      Castro ist seit einer Operation im Juli nicht mehr öffentlich aufgetreten und war zuletzt am 28. Oktober auf Videobildern zu sehen. Am Montag hatte die Nachrichtenagentur Reuters von einem Diplomaten erfahren, dass es Probleme bei der Wundheilung gegeben habe. Castros ältester Sohn hatte am Wochenende erklärt, sein Vater sei auf dem Wege der Besserung.

      Castro übernahm 1959 die Macht auf Kuba. Einige Tage nach seinem letzten öffentlichen Auftritt übergab er sie an seinen Bruder Raul. Dies hat Spekulationen ausgelöst, dass er nie wieder die an die Spitze des Karibikstaates zurückkehren werde. In einer am 30. Dezember veröffentlichten Botschaft Castros hieß es dagegen, er erhole sich langsam von einer Operation. Nach seinem Besuch auf Kuba sagte der spanische Chirurg Garcia Sabrido seinerseits, Castro könne nach einer vollständigen Heilung wieder die Amtsgeschäfte übernehmen.
      Das absolute Wissen führt zu Pessimismus; die Kunst ist das Heilmittel dagegen.
      Friedrich Nietzsche (1844-1900), dt. Philosoph


      KUBA: Castro - Künstlichen Darmausgang abgelehnt
      17.01.07, 15:36

      Der schwer kranke kubanische Staatschef Fidel Castro hat nach einem spanischen Zeitungsbericht selbst zur Verschlimmerung seines Leidens beigetragen, weil er keinen künstlichen Darmausgang haben wollte.

      Wie das Madrider Blatt „El País“ am Mittwoch berichtete, entschied sich Fidel Castro bei der Behandlung einer Darmentzündung für ein Operationsverfahren, das ihm eine solche Lösung ersparte.

      Die Operation sei jedoch fehlgeschlagen und habe Komplikationen ausgelöst. Dadurch seien später weitere Eingriffe notwendig geworden. Die angesehene Zeitung berief sich auf Informationen eines Madrider Krankenhauses, das im Dezember den Chirurgen José Luis García Sabrido zur Behandlung des 80-Jährigen nach Kuba geschickt hatte.

      Castro hätte Stuhlgang-Beutel tragen müssen

      Danach hatte der Staatschef einen künstlichen Darmausgang abgelehnt, weil er dann zur Darmentleerung ständig einen Plastikbeutel hätte mit sich tragen müssen. Außerdem habe er eine zweite Operation zur Wiederherstellung des natürlichen Darmausgangs vermeiden wollen. Castro habe sich bei den Ärzten über alle Details der Behandlung erkundigt. Dann habe er selbst entschieden, welches Verfahren die Mediziner anwenden sollten, berichtete die Zeitung.

      Krankheit ist Staatsgeheimnis

      Nach der Operation habe die Entzündung sich jedoch weiter ausgebreitet, so dass in einem zweiten Eingriff Castro doch ein künstlicher Darmausgang gelegt werden musste. Von Juli bis Dezember 2006 habe sich der Gesundheitszustand des 80-Jährigen schwankend entwickelt. Mal habe er sich verschlechtert, mal gebessert. Seit der Visite des spanischen Chirurgen im vorigen Monat in Havanna seien keine Informationen über den Zustand des Staatschefs mehr an die Öffentlichkeit gedrungen.

      In Kuba war die Krankheit Castros, der 47 Jahre an der Spitze des Staates gestanden hatte, von Beginn an zu einem Staatsgeheimnis erklärt worden. Wegen seiner Erkrankung hatte Castro die Regierungsgeschäfte am 31. Juli 2006 seinem jüngeren Bruder Raúl übertragen.
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      Friedrich Nietzsche (1844-1900), dt. Philosoph


      Kolumbien : Fahnder finden 50 Millionen Dollar Drogengeld

      RAZZIEN IN KOLUMBIEN

      Fahnder finden 50 Millionen Dollar Drogengeld


      Es ist die wohl größte Geldmenge, die weltweit jemals von Ermittlern sichergestellt wurde: Kolumbianische Polizisten haben bei mehreren Durchsuchungen in der Region Cali Bargeld und Gold im Wert von annähernd 50 Millionen US-Dollar gefunden - zu Teil in abenteuerlichen Verstecken.

      Washington - Ein Informant habe amerikanischen Drogenfahndern einen Hinweis auf das Geld gegeben, berichtet der Nachrichtensender CNN. Die US-Ermittler hätten die brisanten Informationen anschließend an die Kollegen in Kolumbien weitergegeben.

      Daraufhin seien die ungeheuren Geldmengen bei mehreren Razzien in der Region Cali entdeckt worden, obwohl sich die Drogenbarone einiges hatten einfallen lassen, um das Bargeld zu verstecken.

      So fanden die Ermittler etwa 13 Millionen Dollar und 2 Millionen Euro in einem Geheimzimmer, das hinter einer falschen Wand verborgen lag. In einem anderen Haus entdeckte die Polizei eine große Menge an Gold. Das Edelmetall war allerdings eingemauert worden, die Ermittler mussten zunächst eine Wand einschlagen, um es zu finden. Bargeld und Gold waren vermutlich im Besitz eines Mitglieds des Drogenkartells von Norte Valle, das den Kokainhandel in Kolumbien kontrolliert.

      Quelle spiegel.de
      URL spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,460584,00.html
      BOLIVIEN: Nobelpreis für Morales?
      (18.01.2007)

      Präsident Evo Morales ist für den Friedensnobelpreis 2007 vorgeschlagen worden.

      Damit solle die Bewegung der Indigenen und Landlosen in Lateinamerika unterstützt werden, teilten lateinamerikanische Menschenrechtsorganisationen zur Begründung ihrer Initiative gestern im nicaraguanischen Managua mit.

      Sprecher der Gruppen ist der frühere Nobelpreisträger und argentinische Menschenrechtler Adolfo Perez Esquivel. Bolivianischen Medienberichten zufolge hat er beim Nobelpreiskomitee in Oslo ein Dossier für Morales eingereicht. Evo Morales wurde vor knapp zwei Jahren als erster Indigener zum Präsidenten Boliviens gewählt.

      Neben größerer Mitsprache für die indigene Bevölkerung strebt er Sozialreformen und eine gerechtere Verteilung der Ressourcen Boliviens an. Sein Privatisierungskurs großer Unternehmen wird international heftig kritisiert.

      Im Streit um die Ausarbeitung einer neuen Verfassung und anhaltende Autonomiebestrebungen mehrere Provinzen kommt es in dem südamerikanischen Land immer wieder zu gewaltsamen Zusammenstößen.
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      Friedrich Nietzsche (1844-1900), dt. Philosoph


      VENEZUELA: Venezuelas Parlament billigt Sondervollmachten für Chávez
      18.01.2007

      Caracas (dpa) - Das venezolanische Parlament hat einen wichtigen Schritt in Richtung auf den von Staatspräsident Hugo Chávez propagierten Sozialismus getan. In erster Lesung billigte die Nationalversammlung am Donnerstag in Caracas ein Gesetz, das dem linksnationalistischen Staatschef zahlreiche Sondervollmachten gewährt.

      Mit diesen Dekreten will Chávez nach eigenen Worten in den kommenden 18 Monaten den Rahmen des neuen Wirtschafts-, Politik- und Gesellschaftssystem bestimmen. Das Gesetz, das von Chávez erst am Samstag beantragt worden war, soll nach Angaben des Parlaments am nächsten Dienstag verabschiedet werden.

      Die Parlamentsdebatten über die Sondervollmachten für Chávez galten ohnehin als Formsache, da in der Nationalversammlung wegen des Oppositions-Boykotts der Parlamentswahlen Ende 2005 nur Chávez nahe stehende Politiker sitzen. Der Gesetzentwurf sei einstimmig gebilligt worden, erklärte Parlamentspräsidentin Cilia Flores.

      Die Opposition kritisierte die Regierungspläne scharf. Mit den Sondervollmachten wolle die Regierung die Macht, die sie ohnehin schon habe, noch weiter erhöhen, sagte Luis Planas, Generalsekretär der sozialdemokratischen Traditionspartei "Copei". Er kündigte einen Protestmarsch der Opposition für den 23. Januar an. Das Land sei nur "einen ganz kleinen Schritt vom völligen Totalitarismus" entfernt.

      Nach den Vorstellungen von Chávez sollen unter anderem die Finanz- und Steuersysteme, das Bankwesen, die nationale Sicherheit und die Landesverteidigung neu definiert werden. In den nächsten Monaten will Chávez auch eine Reform der Verfassung von 1999 durchsetzen, die unter anderem auf die unbegrenzte Wiederwählbarkeit des Staatspräsidenten sowie auf eine neue Definition des Privateigentums und der Streitkräfte zielt.
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      Friedrich Nietzsche (1844-1900), dt. Philosoph


      CHILE: Affäre um Tod von Ex-Präsident
      25.01.07, 08:19

      25 Jahre nach dem Tod des chilenischen Ex-Präsidenten und Diktaturgegners Eduardo Frei Montalva hat dessen Sohn Eduardo Frei Ruiz-Tagle Privatklage gegen die möglichen Verantwortlichen des mutmaßlichen Mordes eingereicht.

      Frei Montalva war im Januar 1982 während einer Bruchoperation in Santiago an einer Blutvergiftung gestorben. Seine Familie spricht seitdem von einem Mord, der vom Regime des Diktators Augusto Pinochet in Auftrag gegeben worden sei. Neue Nahrung erhielt diese Behauptung vor wenigen Tagen, als Medien enthüllten, Wissenschaftler der belgischen Universität Gent hätten im Auftrag von Richter Madrid bei einer Untersuchung der Überreste des früheren Präsidenten Reste von Senfgas entdeckt. Der offizielle Befund soll jedoch erst in den nächsten Tagen veröffentlicht werden.

      Viele Personen verdächtigt

      Frei Montalva regierte das südamerikanische Land zwischen 1964 und 1970. Danach galt er als wichtigster Gegner der Militärdiktatur, die in Chile zwischen 1973 und 1990 herrschte. Der mit dem Fall beauftragte Untersuchungsrichter Alejandro Madrid untersucht den mysteriösen Tod von Frei seit mehr als sechs Jahren. Freis Sohn Ruiz-Tagle sagte, er vertraue auf die Arbeit Madrids. Man habe nun neue Informationen, die die bereits vorhandenen Beweismittel bestätigten. Freis Anwalt Alvaro Varela erklärte, es gebe sehr viele verdächtige Personen, darunter die Ärzte, die die Operation durchgeführt hätten, sowie Beamte des damaligen Militär-Geheimdienstes.

      Die Streitkräfte hätten damals unter anderem eine illegale Autopsie der Leiche Freis vorgenommen, bei der sie die Spuren des Mordes hätten verwischen wollen. Bei ihrer Recherche ermittelten chilenische Medien jetzt, mindestens vier Ärzte der Klinik Santa Maria in Santiago, in der der Christdemokrat Frei operiert wurde, hätten enge Beziehungen zum Regime gehabt. Außerdem habe Frei Montalva wohl in letzter Sekunde die Gefahr gespürt. „Bringt mich schnellstens von hier weg“, habe er kurz vor der Operation mit letzten Kräften auf einem Papier gekritzelt. Die Familie habe das damals nicht ernst genommen.

      Mögliche Beweise und Krankenblatt verschwunden

      Nach dem Tod von Frei Montalva machte das Militärregime ungeachtet des Protestes der Familie eine Autopsie, bei der laut Medien der Leiche zahlreiche Organe und Flüssigkeiten entnommen worden seien. Außerdem sei das Krankenblatt des Patienten für immer verschwunden. Ein anderer Hauptgegner der Diktatur, der General Carlos Prats, fiel bereits 1974 mit seiner Frau einem Anschlag in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires zum Opfer.

      Frei Montalva hatte als Vorgänger des von den Streitkräften gestürzten Salvador Allende mehrere tiefgreifende Reformen gemacht, darunter die teilweise Verstaatlichung der Kupferindustrie sowie eine Landreform, die die Enteignung aller schlecht bewirtschafteten oder verlassenen landwirtschaftlichen Betriebe vorsah. Der Sozialist Allende führt diese Politik weiter und vertiefte sie.

      (uq/dpa)
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      KUBA: Kubanisches Fernsehen zeigt Bilder von Fidel Castro
      Stand: 31.01.2007 05:22 Uhr

      Das kubanische Fernsehen hat erstmals seit drei Monaten wieder aktuelle Aufnahmen des schwer kranken Staatsoberhaupts Fidel Castro ausgestrahlt. Die Bilder zeigten ihn im Gespräch mit dem venezolanischen Staatspräsidenten Chávez.

      Von Michael Castritius, ARD-Hörfunkstudio Mexiko


      Auch ein schwerkranker Fidel Castro schafft es noch, seinen Lieblingsfeinden in den USA die lange Nase zu zeigen. "Ich lebe nicht nur, ich bin sogar auf dem Wege der Genesung" signalisieren die Bilder und entlarven damit die angeblichen "Informationen" des US-Geheimdienstes CIA, wonach Castro schon seit Monaten an "Krebs im Endstadium" leiden soll. Das sei nicht plausibel, sagen US-Mediziner nach dieser Ausstrahlung, denn dann müsste Castro längst tot sein - oder zumindest vom Tode gezeichnet.

      Castro wirkt weniger schwach als vor drei MonatenDer Revolutionsführer wirkte zwar noch geschwächt, mit gebrochener Stimme, aber kräftiger und schwerer als vor einem viertel Jahr. Sie hätten am Montag zwei Stunden lang diskutiert, sagte Venezuelas Präsident Hugo Chávez und gab sich wie immer optimistisch. "Fidel hat mal gesagt, die Schlacht ist noch nicht verloren. Ich gehe noch weiter: Wir werden sie gewinnen", so Chávez in dem Videofilm.

      Den Kubanern wird ihr krankgeschriebener Präsident somit in Quartalshäppchen gereicht: Vor genau einem viertel Jahr sahen sie die letzten Aufnahmen des Schwerkranken, vor genau einem halben Jahr wurde ihnen die vorübergehende Machtabgabe an Raúl Castro mitgeteilt. Den nächsten Informationen über den als Staatsgeheimnis gehüteten Gesundheitszustand des Fidel Castro kann man also Ende April entgegen sehen.
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      VENEZUELA: Chavez erhält geforderte Sondervollmachten
      Stand: 31.01.2007 20:06 Uhr

      Die venezolanische Nationalversammlung hat Präsident Hugo Chavez für die nächsten 18 Monate mit sämtlichen, von ihm geforderten Sondervollmachten ausgestattet. Damit kann Chavez seine geplanten Reformen für die Umgestaltung Venezuelas zur sozialistischen Republik per Dekret durchsetzen. Dazu gehört unter anderen die Verstaatlichung der Stromversorgung und Telekommunikation.

      Das in vier Teile gegliederte Gesetz ermächtigt Chavez zu Schritten, die "den Aufbau eines neuen, nachhaltigen ökonomischen und sozialen Modells" anstreben. Zu den elf Bereichen, in denen Chavez per Präsidialdekret regieren darf, gehören unter anderem der Umbau der staatlichen Institutionen, wirtschaftliche und soziale Angelegenheiten, Sicherheit und Verteidigung, Energie sowie Steuern und Finanzen. Chavez, der Anfang Dezember für seine dritte Amtszeit vereidigt wurde, bezeichnete das neue Gesetz als Beginn einer Ära der "maximalen Revolution" auf Venezuelas Weg zum Sozialismus. Er hat bereits eine Verfassungsreform, neue Steuern für Wohlhabende sowie stärkere staatliche Kontrolle im Öl- und Gassektor angekündigt.

      "Vaterland, Sozialismus oder Tod""Lang lebe das souveräne Volk! Lang lebe Präsident Hugo Chavez! Lang lebe der Sozialismus!", erklärte Parlamentspräsidentin Cilia Flores nach der Abstimmung auf einem Platz in der Innenstadt von Caracas. "Vaterland, Sozialismus oder Tod!" rief Flores vor hunderten Chavez-Anhängern.


      [Bildunterschrift: Hugo Chavez: Regieren per Dekret]
      Vor der Abstimmung hatte Vize-Präsident Roberto Hernandez die Chavez-Gegner im In- und Ausland, die dem Präsidenten diktatorische Absichten vorwerfen, kritisiert: "Was für eine Diktatur ist das, die behauptet, man müsse das Einkommen demokratisieren, man müsse in Gesundheit, Wohnungsbau, Bildung und Ernährung investieren? Wo hat man so eine Diktatur gesehen, um Gottes willen?". Der Sozialismus werde die schlimmen sozialen Ungleichheiten ebenso ausmerzen wie Korruption und Bürokratie, so Hernandez.

      Venezuela bald das neue Kuba?Die Opposition wirft dem US-Kritiker Chavez vor, er wolle in Venezuela ein Ein-Partei-System wie in Kuba einführen. Der Industrieverband Conindustria rief die Regierung und das Parlament erst vor wenigen Tagen auf, "demokratische Werte wie das freie Unternehmertum, Privateigentum sowie Gedanken- und Meinungsfreiheit" zu respektieren.

      Chavez regiert Venezuela seit 1999 und wurde im Dezember als Präsident wiedergewählt.
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      Friedrich Nietzsche (1844-1900), dt. Philosoph


      MEXIKO : 6,6-Kilo-Riesenbaby geboren

      QUELLE : Spiegel Online 01 02 07

      Ganze 6,6 Kilogramm wiegt ein Neugeborener im Mexiko - der kleine Antonio Vasconcelos heißt nur noch "Super Tonio". Viele Einwohner eilen zur Kinderklinik, um das Riesenbaby zu sehen.

      Cancun - Antonio Vasconcelos wurde am Montag geboren, war 55 Zentimeter lang und trinkt jetzt alle drei Stunden etwa 150 Milliliter Milch, wie das Krankenhaus im mexikanischen Badeort Cancun mitteilte. Demnach ist er gesund, auch wenn sein Blutzucker etwas hoch ist.

      Riesenbaby Antonio Vasconcelos: Mit 6,6 Kilo auf die Welt gekommen
      Die Eltern des Jungen, die 23-jährige Teresa Alejandra Cruz und der der 38-jährige Luis Vasconcelos, zeigten sich begeistert von ihrem neuen Sprössling. Sie wiesen darauf hin, dass schon ihre vor sieben Jahren geborene Tochter 5,2 Kilogramm gewogen habe. "Jetzt haben wir ein Pärchen von großen Babys", sagte der stolze Vater.

      Viele Einwohner kommen ins Krankenhaus, nur um "Super Tonio" zu begutachten. Im Guinness-Buch der Rekorde wird er allerdings keinen Spitzenplatz einnehmen.

      Darin wird als bislang schwerstes Baby der Welt ein 1955 in Italien geborener Junge aufgeführt, der es auf 10,2 Kilogramm brachte. Mit 7,6 Kilogramm war auch ein Anfang 2005 geborener Junge in Brasilien schwerer.

      ECUADOR: Ministerin in Ecuador stirbt bei Helikopterkollision
      25.01.2007

      Beim Zusammenstoß zweier Militärhubschrauber in Ecuador sind Verteidigungsministerin Guadalupe Larriva, ihre 17-jährige Tochter und fünf Heeresoffiziere ums Leben gekommen.

      Nach Regierungsangaben ereignete sich der Unfall am Mittwochabend (Ortszeit) in der Nähe des US-Militärstützpunkts in der Küstenstadt Manta. Der linksgerichtete Staatspräsident Rafael Correa begab sich umgehend zur Unfallstelle. Er hatte die 50-jährige Larriva am 15. Januar als erste Frau in der Geschichte des südamerikanischen Landes an die Spitze des Verteidigungsministeriums berufen.

      Am Montag hatte Larriva erklärt, sie werde den 1999 mit den USA geschlossenen Vertrag zur Nutzung des Stützpunkts in Manta nicht verlängern. Larriva war vor ihrer Nominierung zur Ministerin Universitätsprofessorin für Geschichte und Geografie, Vorsitzende und Abgeordnete der Sozialistischen Partei Breite Front (PSFA) im Parlament in Quito sowie Mitglied des Ausschusses für Menschenrechte, Justiz und Strafvollzug im lateinamerikanischen Parlament.

      © AFP
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      CHILE: Tote und Verletzte bei Gasexplosion
      03. Februar 2007

      Bei einer Explosion in einem Wohnhaus der chilenischen Stadt Valparaiso sind mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen, weitere zehn wurden zum Teil schwer verletzt worden. Die Behörden fürchten aber, dass noch viele Opfer unter den Trümmern zweier eingestürzter Häuser liegen könnte.

      Santiago de Chile - Ursache der Explosion war vermutlich ein Leck in einer Gasleitung, sagte Innenminister Belisario Velasaco. Mindestens 25 Menschen galten nach Angaben nationaler Medien noch als vermisst. In dem Haus sollen etwa 50 Familien wohnen. Anwohner hatten einem Bericht der Zeitung "La Tercera" zufolge heute Morgen einen starken Gasgeruch bemerkt. Nur Minuten später habe sich die heftige Explosion ereignet.

      Gasexplosion in Chile: Suche nach verschütteten Opfern
      Chiles Präsidentin Michelle Bachelet unterbrach ihren Urlaub, um sich vor Ort über das Ausmaß des Unglücks zu informieren. Die Explosion zerstörte mindestens zwei Häuser. TV-Berichte zeigten Flammen und Rauchwolken über der Unglücksstelle, die bekannt ist für ihre architektonisch und historisch bedeutsamen Gebäude.

      kai/dpa/Reuters
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      CHILE: Hotelbrand in Chile - Vier deutsche Touristen getötet
      03. Februar 2007

      Bei einem Brand in einer Pension in Südchile sind zehn ausländische Touristen durch Rauchvergiftungen ums Leben gekommen, darunter vier Deutsche. Die Identifizierung der Opfer wird schwierig, weil alle Meldeunterlagen und Pässe verbrannt sind.

      Santiago de Chile - Der Brand soll in der Nacht um 2.50 Uhr (Ortszeit) zwischen Speisesaal und Küche im ersten Stock ausgebrochen sein und sich sehr schnell ausgebreitet haben. Möglicherweise sei ein elektrischer Defekt die Ursache gewesen, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Die Zimmer des kleinen Hotels in der Stadt Punta Arenas seien nicht mit Brandmeldern ausgestattet gewesen. Die meisten Opfer seien offenbar im Schlaf überrascht worden und erstickt.

      Hotelbrand in Chile: Vier Deutsche unter den Todesopfern
      Neben den vier Deutschen starben nach Angaben der Feuerwehr zwei Niederländer sowie zwei Kinder und zwei Erwachsene aus Argentinien. Sechs weitere Urlauber wurden verletzt. Die Angaben zur Nationalität der Todesopfer habe ein Angestellter der Pension gemacht, sagte der Feuerwehrsprecher. Ein Zeitungsbericht nannte dagegen außer den Deutschen zwei Kanadier sowie eine vierköpfige argentinische Familie mit einer schwangeren Frau und Kindern im Alter von sechs und acht Jahren handeln als Opfer. Zwei Niederländer seien ins Krankenhaus gebracht worden, zwei Touristen aus Israel mit dem Schrecken davongekommen.

      Die Identifizierung der Opfer wird nach Angaben der Polizei schwierig, da sowohl das Hotelregister als auch die Pässe der Touristen verbrannt seien. Die Leichen sollten noch heute obduziert werden. Der Staatsanwalt schloss nicht aus, dass DNA-Analysen in der Hauptstadt Santiago vorgenommen werden müssten. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes in Berlin sagte, die deutsche Botschaft sei eingeschaltet. Auch gebe es Kontakt mit den chilenischen Behörden.

      Punta Arenas im äußersten Süden Chiles ist ein beliebter
      Anlaufpunkt für Touristen. Die Stadt an der Magellan-Straße bietet sich als Ausgangsort für Touren durch Patagonien und Kreuzfahrten an.

      Unterdessen kam bei einer Gasexplosion in einem Wohnhaus in der chilenischen Hafenstadt Valparaiso heute mindestens ein Mensch ums Leben, wenigstens zehn wurden verletzt. Ursache war den Behörden zufolge ein Leck in einer Gasleitung. In dem Haus sollen 50 Familien leben. Nach Medienberichten sind mindestens 25 Menschen unter den Trümmern begraben.

      kai/dpa/AP
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      BOLIVIEN: Copacabana ohne Zuckerhut
      Von Martin Cyris
      Leserbrief 05. Februar 2007

      Keine Bikinis, kein Sandstrand, kein Zuckerhut - doch das hier ist das echte Copacabana: Der bolivianische Ort am Titicacasee, angeblich Namensgeber für das brasilianische Copacabana, ist ein Geheimtipp unter europäischen Rucksacktouristen. Und ein Königreich für Entdeckungsreisende.


      Die zwei beachtlichen Körbe von Señora Esmeralda sind prall gefüllt. Sie quellen fast über mit cremefarbenen, golfballähnlichen Dingern, die aussehen, als würden sie sich bestens als Dämmmaterial für Paketsendungen eignen. Señora Esmeralda ist nicht die Einzige, die in der Avenida 6 de Agosto, dem Einkaufsboulevard Copacabanas, hinter solch waschmaschinengroßen Behältnissen steht. Sie und ihre Kolleginnen verkaufen Pasankallas, eine Art bolivianisches Popcorn. Im Vergleich zum zerklüfteten Popcorn westlicher Prägung sind Pasankallas viel voluminöser und rundlicher - rundliche vollschlanke Wonneproppen.


      Copacabana in Bolivien: Königreich für Entdeckungsreisende

      Wie ein glückliches Maiskorn in Señora Esmeraldas Pfanne gehen auch die Herzen der Besucher von Copacabana auf. Das beschauliche bolivianische Städtchen am Titicacasee schmiegt sich adrett auf eine malerische Halbinsel. Umrahmt von sanften Hügeln. Zumindest der halbmondförmige Schwung der Bucht erinnert an den weltberühmten Stadtteil Rio de Janeiros mit seinem langen Sandstrand. Doch von Bikinis, Sandstrand oder Zuckerhut ist am Titicacasee keine Spur. Aber auch nicht von Massentourismus. Hier ist alles mindestens zwei Nummern kleiner und beschaulicher. Ein unverschandeltes, unmondänes aber umso entspannteres Kleinod mit ganztägiger Siesta-Stimmung.

      Glückliche Maiskörner, glückliche Besucher

      Das hübsche Ortsbild Copacabanas ist nicht selbstverständlich in der Grenzregion von Peru und Bolivien. Die umliegenden Städte erschrecken zumeist durch staubtrockene Tristesse. Anders Copacabana: Gepflegte Häuschen samt Blumengärten lassen das karge Andenhochland vergessen. Der Ort liegt kurz hinter der Grenze zu Peru, verkehrsgünstig an der viel befahrenen Route zwischen La Paz (Bolivien) und Cusco (Peru), dem Basislager für Ausflüge in die weltberühmte Inkastadt Machu Picchu. Doch auch Copacabana selbst ist als bedeutendster Wallfahrtsort Boliviens jährlich Anfang Februar das Ziel von wahren Pilgerströmen. Die Bolivianer huldigen der Jungfrau von Copacabana als ihrer Schutzheiligen.

      Die ansonsten ganzjährig überschaubare internationale Touristenklientel besteht vor allem aus Rucksacktouristen. Unter europäischen Backpackern gilt Copacabana noch als Geheimtipp. Dabei ist der Ort ein Königreich für entdeckungswillige Reisende und selbstvergessene Neo-Hippies mit ausgemergeltem Geldbeutel. Hotels und Pensionen sind äußerst günstig, ein anständiges Zimmer der unteren Kategorie ist in der Nebensaison schon für drei bis vier Euro zu haben. Fürs gleiche Geld erhält man in den Restaurants auf der Avenida 6 de Agosto ein Drei-Gänge-Menü. Zumeist untermalt von lässigen Reggae-, Salsa- oder Merengue-Rhythmen.

      Wärme dank Sonne und Daunen

      Trotz der stattlichen Höhenlage - Copacabana liegt auf 3820 Metern über dem Meeresspiegel - ist es am Titicacasee bei wolkenfreiem Himmel angenehm warm. Dennoch streifen ausschließlich Touristen ihre T-Shirts ab und legen sich ins Kiesbett am Seeufer. Die Einheimischen lockern bei Temperaturen knapp über 20 Grad gerade mal den Reißverschluss ihrer Daunenwesten. Andere Völker, anderes Temperaturempfinden. Für ein Bad im Titicacasee ist es jedoch fast allen zu kalt. Nur wenige Unentwegte suchen die Abkühlung.

      Zu ihnen zählen Pancho und Diego. Die Brüder aus Argentinien verkaufen tagsüber selbstgefertigten Modeschmuck, am Abend spielen sie am Strand Fußball und tauchen anschließend im Titicacasee ab. "Unsere Großmutter kam aus Russland, lächelt Pancho, "dort springt man ja sogar in zugefrorene Seen, wie sie uns erzählt hat." Die Schmuckhändler haben ihre Freiluftwerkstatt in der Avenida 6 de Agosto, dem Boulevard Copacabanas. Verkauft wird ambulant, praktisch von der Hand an den Hals. Eigentlich sind Pancho und Diego gelernte Automechaniker. Der Job in Buenos Aires war ihnen zu öde, lieber halten sie sich in Copacabana über Wasser. Dafür fädeln sie nun Perlen auf Silberdrähte und verarbeiten Bleche zu Amuletten. "Copacabana ist unsere Hängematte", sagt Diego. Die Geschäfte liefen ordentlich, meint der Mittdreißiger, schließlich wüssten er und sein Bruder mit Metall umzugehen.

      Spätzle und Häusle

      Weiter unten, an den Ufern des Titicacasees, wissen einige Strandkioskbesitzer mit dem Wertvollsten des Sees umzugehen: Seeforelle ("Trucha") wird in allen erdenklichen Varianten angeboten. Gekocht, gebraten, frittiert. "Am besten schmeckt sie frittiert", meint Senora Yola. Zum Mensapreis von umgerechnet zwei Euro gibt es bei ihr ein köstliches wie unprätentiöses Mahl: Frische Seeforelle mit Bratkartoffeln und Salat. Gleich neben Senora Yola buhlen Senora Rosa, Senora Carina, Senora Matilda und mindestens fünfzehn weitere einfache Bretterbuden um die Gäste.

      Nicht unbedingt landestypisch ist die Speisekarte nebenan bei Andreas in der Bar "Chirimosky": Vor 20 Jahren brach der gebürtige Deutsche aus Sindelfingen bei Stuttgart nach Südamerika auf. Vor elf Jahren blieb er in Copacabana hängen. Neben bolivianischen Gerichten serviert er Gulasch mit Sauerkraut und Spätzle. Doch nicht etwa als Gegenmittel fürs Heimweh. "Heimweh hab ich nie gehabt", sagt Andreas, "Copacabana ist meine Heimat." Warum? "Schau dich doch mal um. Hier gibt es kaum unfreundliche Gesichter, und die Sonne scheint an 300 Tagen im Jahr. Da wird man schnell heimisch." Doch zum perfekten Dasein fehlt noch das Eigenheim: "Siehst du die Landzunge dort drüben? Dort will ich mir Land kaufen und ein Häusle bauen."
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      KUBA: EU will offenbar Umsturz in Kuba
      (14.02.2007)

      Auf dem nächsten EU-Außenministertreffen sollen angeblich "Operative Maßnahmen" beschlossen werden

      Das Verhältnis zwischen der EU und dem sozialistischen Kuba war nie sonderlich harmonisch. Allerdings konnten die Europäer offensichtlich lange Zeit mit Castro besser leben, als die USA. Nun, da Fidel alt geworden ist, von seinem Gesundheitszustand ganz zu schweigen, will die EU offenbar den Druck auf Kuba erhöhen.

      Auf dem nächsten EU-Außenministertreffen am kommenden Montag und Dienstag sollen angeblich Nägel mit Köpfen gemacht werden. Ein Politikpapier solle beschlossen werden. "An diesem sind unter anderem eine Forcierung der Einmischung in die inneren Angelegenheiten Kubas vorgesehen, die Fortsetzung der 2003 beschlossenen Sanktionen sowie die Durchführung von geheimen ´operativen Maßnahmen‘", berichtete am Freitag die Tageszeitung Junge Welt.

      "Eine derartige Politik wäre vergleichbar mit der US-amerikanischen Außenpolitik gegen Kuba", erklärte dazu Kubas Botschafter in der Bundesrepublik Deutschland, Gerardo Penalver Portal. Bereits im Juni 2006 hatte der EU-Rat eine Verschärfung des Konfrontationskurses angemahnt.

      Die jüngeren EU-Mitglieder wie Tschechien, Ungarn, Polen und Slowenien, die besonders eng mit den USA verbandelt sind, drängten besonders stark darauf. Die Europäische Kommission führte bis 2005 Maßnahmen entwicklungspolitischer Zusammenarbeit mit Kuba durch, im Volumen von zuletzt rund 10-15 Millionen Euro pro Jahr.

      "Reporter ohne Grenzen" forderten bereits vor zwei Jahren den EU-Komissionspräsidenten Barroso auf, die Beziehungen zu Opposition und kubanischer Zivilgesellschaft zu intensivieren. "Die EU muß aufpassen, daß sie sich in dieser Frage nicht spalten läßt", betonte damals Kuba-Experte Bert Hoffmann.

      "Polen, Tschechien und die Slowakei haben durch ihre Vergangenheit natürlich - verständlicherweise - ein völlig anderes Verhältnis zu Kuba als zum Beispiel Spanien." Das nutzt Havanna aus: "Die Kubaner machen möglichst viel bilateral und versuchen die EU zu umgehen.", so Hoffmann.

      Die karibischen Nachbarn fordern jedoch die Integration von Kuba und können die starre Haltung der EU nicht nachvollziehen. Mehrere europäische Nichtregierungsorganisationen, darunter Cuba Si, haben überdies vor einigen Monaten ein Schreiben an die EU-Außenminister verfaßt, in dem ebenfalls ein konstruktiver Dialog gefordert wird. Ohne Erfolg wie es scheint. Aber das war auch nicht anders zu erwarten.
      Das absolute Wissen führt zu Pessimismus; die Kunst ist das Heilmittel dagegen.
      Friedrich Nietzsche (1844-1900), dt. Philosoph


      GUATEMALA: Friedensnobelpreisträgerin will Präsidentin werden
      (14.02.2007)


      Rigoberta Menchú hat offiziell ihre Kandidatur für das Präsidentenamt in Guatemala angemeldet.

      Die Trägerin des Friedensnobelpreises ist die erste Indianerin, die sich in dem mittelamerikanischen Land um den Posten bewirbt.

      Eine politische Bewegung der Maya-Indios unterstützt Rigoberta Menchú. Die Friedensnobelpreisträgerin hat offiziell ihre Kandidatur für das Präsidentenamt angemeldet. "In der Geschichte Guatemalas haben wir Mayas immer nur unser Recht ausgeübt zu wählen, nicht aber, gewählt zu werden," begründete Mencú ihren Entschluss vor der Presse.

      Rigoberta Menchú war 1992 mit dem Friedensnobelpreis wegen ihres Einsatzes für die Indio-Bevölkerung gegen die rechte Diktatur in Guatemala ausgezeichnet worden. Die Ureinwohner hatten besonders unter dem Krieg zu leiden.

      Auch nach dem Abschluss der Friedensverträge sehen sich die Nachfahren der Maya, die etwa 60 Prozent der Bevölkerung stellen, bis heute in vielen Lebensbereichen diskriminiert.

      Im September dieses Jahres werden in dem mittelamerikanischen Land ein neuer Präsident und ein neues Parlament gewählt. Außerdem werden in 332 Städten und Gemeinden die Bürgermeister neu bestimmt.
      Das absolute Wissen führt zu Pessimismus; die Kunst ist das Heilmittel dagegen.
      Friedrich Nietzsche (1844-1900), dt. Philosoph


      VENEZUELA: Venezuela und London schließen Abkommen: Billiges Erdöl für umwelttechnisches Knowhow

      Verbilligte Erdöl-Lieferungen aus Venezuela sollen in London günstige Bus-Tickets für Bedürftige ermöglichen. Ein entsprechendes Abkommen unterzeichnete Londons Bürgermeister Ken Livingstone mit der staatlichen Ölgesellschaft Venezuelas. Mit den dadurch erzielten Einsparungen von umgerechnet 23 Millionen Euro sollen die Fahrpreise für Busse und U-Bahnen um 50 Prozent sinken - und zwar für bis zu 250.000 Bedürftige.

      Venezuela erhält im Gegenzug für seinen 20-prozentigen Rabatt Unterstützung britischer Experten bei städtebaulichen Maßnahmen, unter anderem beim Recycling, bei der Abfallwirtschaft, Verkehrsplanung und der Verringerung des klimaschädlichen CO2-Austoßes. Das teilte der venezolanische Außenminister Nicholas Maduro mit.

      Chavez' Idee: Erdöl für KnowhowLivingstone lobte das Abkommen, als "unglaublich großzügiges Angebot" von Seiten Venezuelas, das beiden Ländern helfen werde. Die Idee dazu habe der venezolanischen Präsident Hugo Chavez gehabt und es bereits im Mai 2005 vorgeschlagen, so Livingstone. Auch Venezuelas Außenminister Maduro betonte nach der Unterzeichnung des Abkommens den Gewinn für beide Seiten.

      Venezuela gehört der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) an und ist der fünftgrößte Erdölproduzent der Welt. Zuvor hatte das südamerikanische Land bereits New York und Boston sowie dem US-Bundesstaat Maine billiges Heizöl für Bedürftige geliefert.

      Stand: 20.02.2007 22:04 Uhr
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      BOLIVIEN/PERU: El Nino in Bolivien und Peru - 50 Tote
      (21.02.2007)

      Wetterphänomen wird alle vier bis fünf Jahre durch eine Erwärmung des Pazifischen Ozeans ausgelöst

      Durch Überschwemmungen und Erdrutsche im Zusammenhang mit dem Wetterphänomen El Nino sind in Peru und Bolivien seit Jahresbeginn mehr als 50 Menschen ums Leben gekommen. Mindestens 20 Menschen gelten als vermisst. El Nino ist ein Wetterphänomen, das alle vier bis fünf Jahre durch eine Erwärmung des Pazifischen Ozeans ausgelöst wird.

      400.000 Menschen sind in beiden Ländern obdachlos oder an Hab und Gut geschädigt, teilten die Behördenmit. Auch an Straßen und an der Stromversorgung in den betroffenen Regionen entstanden erhebliche Schäden.

      Feuer in Kolumbien

      In Kolumbien brachen in den vergangenen Wochen wegen großer Trockenheit, die ebenfalls auf El Nino zurück geführt wird, 280 Wald- und Buschbrände aus, bei denen 10.000 Hektar Vegetation zerstört wurden.

      Überflutungen in Bolivien

      In Bolivien, einem der ärmsten Länder Südamerikas, waren viele Straßen durch die Überflutungen unpassierbar. Lastwagen mit Hilfsgütern blieben im Schlamm stecken. Die Regierung in La Paz wollte internationale Hilfsorganisationen um umgerechnet sieben Millionen Euro weitere Soforthilfe für die Hochwassergeschädigten bitten.
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      KUBA: «Fidelito»: Papa wird vollständig genesen
      (21.02.2007)

      Die Genesung des erkrankten kubanischen Staatschefs Fidel Castro macht nach Angaben seines ältestens Sohns zufriedenstellende Fortschritte.

      Er glaube, dass sein Vater nach und nach vollständig genesen werde, sagte der 56-jährige Fidel Castro Diaz Balart, genannt «Fidelito», am Donnerstag am Rande einer Buchmesse in Havanna.

      Der 80 Jahre alte Castro trat zuletzt am 26. Juli vergangenen Jahres, fünf Tage vor seiner Darmoperation, in der Öffentlichkeit auf. Danach übertrug er seine Amtsgeschäfte bis auf weiteres auf seinen fünf Jahre jüngeren Bruder Raúl.

      Dieser erklärte in der vergangenen Woche, der Staatschef bewege sich und telefoniere häufig.
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      Friedrich Nietzsche (1844-1900), dt. Philosoph


      CHILE: Millionen auf der Strasse
      (21.02.2007)

      Fast sechs Tonnen Gold und Silber sind bei einem Unfall eines gepanzerten Lastwagens in Chile auf die Strasse geschleudert worden.

      Das Fahrzeug sollte die wertvolle Fracht von einer Edelmetallmine in die Hauptstadt Santiago bringen, als es bei regennasser Strasse vor einer Unfallstelle nicht mehr rechtzeitig bremsen konnte und sich überschlug.

      Insgesamt 27 Kisten mit jeweils 200 Ein-Kilo-Barren einer Gold- und Silberlegierung im Wert von umgerechnet über 8 Millionen Franken flogen auf die Strasse, wo sie teilweise aufbrachen.

      Die Polizei und Mitarbeiter des Transportunternehmens seien jedoch schnell zur Stelle gewesen, um Schaulustige am Einsammeln eines "Souvenirs" zu hindern, hiess es weiter. Der Fahrer und die zwei Begleitleute kamen mit erheblichen Verletzungen ins Spital.
      Das absolute Wissen führt zu Pessimismus; die Kunst ist das Heilmittel dagegen.
      Friedrich Nietzsche (1844-1900), dt. Philosoph