News rund um Lateinamerika

      "Beta" wütet über Nicaragua
      30.10.2005 16:49 Uhr

      Hurrikan bedroht seltenes Indio-Volk

      Der Wirbelsturm "Beta" hat mit Windgeschwindigkeiten von 170 Kilometern pro Stunde und heftigen Regenfällen die Ostküste Nicaraguas erreicht.



      Der Wirbelsturm "Beta" ist als Hurrikan der Kategorie 2 bei den Orten La Barra und Karawala auf die Ostküste Nicaraguas getroffen. Das teilte das US-Hurrikan-Zentrum in Miami mit.

      Über die Lage in dem mittelamerikanischen Land war angesichts geschätzter Windgeschwindigkeiten von 170 Kilometern pro Stunde, heftigen Regenfällen und einer Sturmflut zunächst nichts bekannt.


      In Karawala an der Mündung des Flusses Río Grande de Matagalpa lebt die einzige Indio-Gemeinde des Ulwa-Volks mit etwa 3000 Mitgliedern. Die Ulwa kamen vor Jahrhunderten aus dem Landesinnern und rühmen sich, fünf Sprachen zu beherrschen.

      Ihre aus Holz und gegen Hochwasser auf Pfählen gebauten Häuser gelten als besonders gefährdet. Rund 2000 Einwohner der Region - etwa 560 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Managua - seien in der Nacht in Sicherheit gebracht worden, berichteten nationale Medien.

      Kurz vor dem Eintreffen des Hurrikans hat Präsident Enrique Bolaños die internationale Gemeinschaft nachdrücklich um Hilfe gebeten. In einem in der Nacht auf Sonntag ausgestrahlten Aufruf sagte Bolaños: "Wir machen alles Menschenmögliche, um Leben zu retten. Ich bitte Gott, dass er unser Volk schütze." Laut Bolaños hat die nicaraguanische Armee bisher 45.000 Menschen an der gesamten Küstenregion evakuiert.

      (dpa)
      Das absolute Wissen führt zu Pessimismus; die Kunst ist das Heilmittel dagegen.
      Friedrich Nietzsche (1844-1900), dt. Philosoph


      Indio-Dörfer in Nicaragua von Außenwelt abgeschnitten
      31.10.2005


      Indio-Dörfer in Nicaragua von Außenwelt abgeschnitten
      Fischer in Nicaragua bringen ihr Hab und Gut in Sicherheit.


      Managua - Zwei überwiegend von Indios bewohnte Orte an der Küste Nicaraguas sind durch Hurrikan «Beta» von der Außenwelt abgeschnitten worden. Das Schicksal von insgesamt etwa 3200 Bewohnern aus den Orten Sandy Bay und La Barra sei ungewiss, teilten die Behörden mit.
      «Wir wissen nicht, was mit der Bevölkerung geschehen ist», sagte Ileana Lacayo vom Katastrophenschutz. Der US- Nachrichtensender CNN berichtete am Montag unter Berufung auf lokale Medien, die meisten Einwohner seien schon bei der Annäherung von «Beta» geflüchtet.

      «Beta» war am Sonntagmorgen als Hurrikan der Kategorie 2 mit Windgeschwindigkeiten von 150 Kilometern pro Stunde mit zerstörerischer Kraft auf die Ostküste Nicaraguas geprallt. Dort hatte er sich aber schnell zu einem Tropensturm abgeschwächt, der nach Südwesten weiterzog. Wegen des extrem heftigen Regens drohen nun in weiten Landesteilen Überschwemmungen. Die Behörden richteten vorsorglich Notunterkünfte ein. Landesweit blieben am Montag die Schulen geschlossen.

      In Sandy Bay hatten 2500 Menschen gelebt, die nach Angaben des Katastrophenschutzes nicht rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden konnten. Von den 1400 Bewohnern von La Barra habe sich die Hälfte vor dem Eintreffen des Sturmes gerettet, sagte Lacayo weiter. In Karawala, wo sich etwa 4000 Flüchtlinge befunden hätten, habe der Hurrikan 40 Prozent aller Häuser zerstört. Opfer seien dort jedoch nicht zu beklagen.

      Bevor der Hurrikan am Sonntag auf Land traf, war er vor der Küste hin und her gezogen. Zunächst hatte er die Küstenstadt Puerto Cabezas bedroht. Etwa 65 000 Menschen waren in Notunterkünften untergebracht worden oder auf eigene Faust weiter ins Landesinnere geflüchtet. Doch dann änderte der Hurrikan die Richtung. Die Rettungskräfte eilten an Land hin und her, während sie von den Wetterdiensten immer neue Angaben erhielten, wo der mehrmals seinen Kurs wechselnde Hurrikan auf Land treffen könnte.

      Mit «Beta» ist nach Angaben des Wetterdienstes Meteomedia ein Rekord gebrochen: Es ist der 13. Hurrikan der laufenden Saison. Der bisherige Rekord stammt aus dem Jahre 1969, als 12 Hurrikans über dem Atlantik beobachtet wurden.
      Das absolute Wissen führt zu Pessimismus; die Kunst ist das Heilmittel dagegen.
      Friedrich Nietzsche (1844-1900), dt. Philosoph


      VENEZUELA: Verkauft Chavez F-16 Kampfjets an China? (10.11.2005)


      Der venezuelanische Präsident Hugo Chavez sagte gestern, dass seine Regierung die von den USA in den 80er Jahren erhaltenen F-16 Kampfjets an China oder Kuba weitergeben könne, wenn die USA nicht ihren vertraglichen Verpflichtungen nachkommen.


      Der bestehende Anti-Proliferationsvertrag würde damit gebrochen, Venezuela würde Technologien an Länder weitergeben, die nicht in deren Hände gehören. Chavez sieht sich jedoch im Recht, da er die USA beschuldigt, die Lieferung von Ersatzteilen für die Flugzeuge zurück zu halten. Die USA haben ein Handelsembargo gegen Kuba verhängt, und die Auflagen für einen Technologietransfer nach China sind sehr hoch.

      Chavez sagte hierzu lediglich: "Wenn die nicht den Vertrag erfüllen& wir können mit den Flugzeugen machen was wir wollen, what ever the hell we want. Vielleicht geben wir 10 Flugzeuge an Kuba oder China, damit die deren Technologie studieren können". Er fügte hinzu: "Wir könnten sie weg geben und neue Flugzeuge von China oder Russland kaufen. Wir brauchen keinen US-Imperialismus."

      Die F-16 Flugzeuge wurden von Lockheed Martin Corp. gebaut, die Triebwerke stammen von General Electric oder Pratt and Whitney, eine Tochtergesellschaft von United Technologies Corp. Wie israelische Medien berichten, soll Washington die Lieferung von Teilen an Venezuela unterbunden haben.

      Das Verhältnis zwischen den beiden Nationen kühlt weiter aus. Es gibt einen bestehenden Vertrag zwischen Venezuela und den USA und es eine Auslegungsfrage, wer den Vertrag gebrochen hat. Chavez interessiert sich auch nicht dafür, mit welchen Ländern er Geschäfte macht, Venezuela stärkt die Bindungen zu Anti-US-Staaten wie Kuba oder dem Iran. Chavez selbst sieht seine sozialistische Revolution als Gegengewicht zum starken US-Einfluss in der Region.

      Chavez beschuldigt die USA permanent, ihn töten lassen zu wollen, die USA beschuldigen Chavez, das Geld, welches das Land mit dem Ölverkauf erwirtschaftet, in die Förderung von anti-demokratischen Gruppen zu stecken.

      Venezuela liefert immer noch den Großteil seines Öls an die USA, ist aber dabei, die Beziehungen zu Ländern wie Russland, China, Iran und den anderen südamerikanischen Ländern zu vertiefen, ein weiteres Dorn im Auge der USA.

      Venezuela hat kürzlich den Erwerb von Sturmgewehren und Kampfhubschraubern aus Russland, Militärschiffen aus Spanien und Flugzeuge aus Brasilien bekannt gegeben. Damit will das Land seine Streitkräfte verstärken.

      Es wird also weiter interessant bleiben, die Beziehungen zwischen den USA und Venezuela kühlen ab bis auf das Niveau von flüssigem Stickstoff, es ist nur noch eine Frage der Zeit wie lange das Land noch Öl an die USA liefern wird, abhängig ist höchsten die USA von den Exporten. Aber was wird danach passieren?

      Werden die USA in Venezuela einmarschieren, so wie es Chavez angekündigt hat oder wird einfach gar nichts passieren? Die Antwort darauf wird in den nächsten Monaten und Jahren beantwortet werden.
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      Friedrich Nietzsche (1844-1900), dt. Philosoph


      KUBA: Castro über Kuba nach Castro: "Wir sind unverwundbar" (10.11.2005)

      "Land, das die Bedeutung der Menschen und die Vorteile der Bildung erkennt"

      Kubas Präsident und Revolutionsführer Fidel Castro hält seinen sozialistischen Inselstaat auch dann für "unverwundbar", wenn seine Herrschaft eines Tages enden sollte.

      Bedeutung des Menschen und die Vorteile der Bildung deutlich macht und zeigt, was mit Menschen alles erreicht werden kann. Wir sind unverwundbar und ich übertreibe nicht", sagte der 79-Jährige in einem am Montag ausgestrahlten Interview mit Argentiniens früherem Fußballstar Diego Maradona.

      Das Gespräch war zwischen dem 24. und dem 28. Oktober für Maradonas argentinische Fernsehshow "La Noche del 10" in Kuba aufgenommen worden.

      Ein erster Teil war vergangenen Montag gezeigt worden. Der zweite und letzte Teil musste mit Untertiteln gesendet werden, weil Castros altersschwache und heisere Stimme nur schwer zu verstehen war.
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      Friedrich Nietzsche (1844-1900), dt. Philosoph


      KUBA: Rekord-Votum für Ende des US-Handelsembargos gegen Kuba (10.11.2005)

      USA haben kaum mehr Verbündete in UNO-Vollversammlung - Bereits 13. Resolution für freien Handel mit Kuba.


      Auf der Vollversammlung der Vereinten Nationen haben sich am Dienstag so viele Staaten wie noch nie für ein Ende des US-Handelsembargos gegen Kuba ausgesprochen.

      182 der 191 Mitgliedstaaten stimmten für eine Resolution, die zur Aufhebung der seit vier Jahrzehnten geltenden Handelssperre aufruft. Dagegen stimmten neben den USA nur drei weitere Länder: Israel, die Marshall-Inseln und Palau. Mikronesien enthielt sich der Stimme.

      13. Resolution für freien Handel mit Kuba

      Die UN-Vollversammlung hat seit 14 Jahren immer wieder eine entsprechende Resolution verabschiedet. Im vergangenen Jahr hatten 179 Länder für die Aufhebung gestimmt, einschließlich den EU-Staaten. In der jüngsten Resolution wird die Staatengemeinschaft aufgerufen, dem US-Beispiel nicht zu folgen, sondern freien Handel mit Kuba zu treiben. Es war bereits das 13. Mal, dass die Vollversammlung eine solche Resolution verabschiedete.

      Der US-Diplomat Ronald Godard bestritt, dass die Handelsbeschränkungen seiner Regierung der kubanischen Bevölkerung Medizin und Lebensmittel vorenthielten. In Wahrheit sei der kommunistische Staatschef Fidel Castro daran schuld. "Wenn die kubanische Bevölkerung keine Arbeit hat, Hunger leidet oder es an medizinischer Versorgung mangelt, wie Castro zugibt, dann kommt das durch seine Misswirtschaft und nicht durch das Embargo", sagte Godard.

      Lockerung in 2000

      Vor fünf Jahren hatte der Kongress in Washington auf Druck der US-Agrarlobby das Kuba-Embargo gelockert und Lebensmittelexporte erlaubt. Kuba muss etwa die Hälfte seines Nahrungsmittelbedarfs importieren, und die US-Farmer wollen dieses Geschäft nicht der Konkurrenz aus anderen Ländern überlassen. Kuba importiert aus den USA unter anderem Rindfleisch, Geflügel, Milchpulver, Bohnen, Getreide, Reis und Sojamehl. Kritiker meinen, die 1962 verhängten Sanktionen hätten die Regierung Fidel Castros politisch eher gestärkt.

      Milliarden-Verluste für Kuba

      Die kubanische Botschafterin in Wien, Norma Goicochea Estenoz, wies im Vorfeld der UNO-Abstimmung darauf hin, dass die Regierung Bush im Vorjahr die Restriktionen wieder verschärft hat. Die Verluste auf Grund des Embargos bezifferte sie auf mehr als 80 Mrd. Dollar.

      Vom Embargo schwer betroffen sei der humanitäre Sektor. Allein im Vorjahr seien von den USA 77 Firmen wegen Verletzungen des Handelsembargos abgestraft worden, darunter die Fluggesellschaften Iberia und Alitalia. Umgekehrt würde die US-Wirtschaft von einer Aufhebung der Blockade mit Milliarden-Dollar-Gewinnen profitieren.
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      KUBA: Regimewechsel erwünscht (10.11.2005)

      Die US-Regierung verschärft die Blockade gegen Kuba und verspricht zugleich großzügige Wirtschaftshilfen.

      Welche Möglichkeiten hat ein kleiner Inselstaat, sich gegen die Blockade einer Weltmacht zu wehren? "Militärisch keine", sagt der kubanische Botschafter in Deutschland, Gerardo Peñalver. Kuba könne die USA nicht mit Waffengewalt zum Ende der Blockade oder zum Abzug aus Guantánamo zwingen, referierte der Diplomat die Position seiner Regierung unlängst in Berlin: "Uns bleibt nur der diplomatische Druck."

      Diese Strategie verfolgt Havanna spätestens seit 1992 in der UNO - mit zunehmendem Erfolg. Am Dienstag wurde die Blockade von der Generalversammlung der Vereinten Nationen zum inzwischen 14. Mal in Folge verurteilt. Im ersten Jahr hatten sich noch 59 Befürworter des Antrages mit dem etwas sperrigen Titel "Zur Notwendigkeit, die wirtschaftliche, finanzielle und handelspolitische Blockade der USA gegen Kuba zu beenden" gefunden.

      Im vergangenen Jahr votierten bereits 179 der insgesamt 191 Mitglieder der UN für das kubanische Papier. Auf der 60. Generalversammlung dann lehnten 182 Staaten die Blockadepolitik ab. Gegen den Antrag stimmten die USA, Israel, Palau und die Marschall-Inseln. Die einzige Enthaltung kam von Mikronesien.

      Die US-Regierung erklärt inzwischen offen, mit der seit 1962 bestehenden Blockade und zunehmender politischer Lobbyarbeit einen Systemwechsel auf Kuba herbeiführen zu wollen. Die sozialistische Regierung in Havanna reagiert auf solche Ankündigungen erwartungsgemäß: "Der einzige Übergang auf Kuba findet zum Sozialismus hin statt", sagte Kubas Außenminister Felipe Pérez Roque vor der Abstimmung in New York.

      Die Schäden durch die Blockade beziffert seine Regierung auf inzwischen 82 Milliarden US-Dollar.

      Washington hält an bisheriger Kuba-Politik fest

      Trotz der breiten Ablehnung in den UN wird Washington seine Politik wohl nicht ändern - zumal die Entscheidungen der Generalversammlung unverbindlich ist. Im Mai vergangenen Jahres waren die Blockadebestimmungen erst verschärft worden. Seither können ausländische Unternehmen, wenn sie auf Kuba tätig sind, mit Strafen von bis zu einer Million US-Dollar belegt werden.

      Privatpersonen müssen im Fall des Verstoßes gegen die Regelungen mit bis zu 250.000 US-Dollar Bußgeld rechnen. Nach einem Bericht der kubanischen Regierung an die Vereinten Nationen wurden seit der Verschärfung der Bestimmungen im vergangenen Jahr 77 Unternehmen und Nichtregierungsorganisationen mit Strafen in einer Gesamthöhe von 1,26 Millionen Dollar belegt.

      Vorstandmitgliedern des kanadischen Konzerns Sherritt International und ihren Familien wurde im April dieses Jahres die Einreise in die USA verwehrt, weil das Bergbauunternehmen in der kubanischen Nickelindustrie aktiv ist. Bisweilen nehmen die Reaktionen der US-Behörden abstruse Züge an. So wurde die spanische Fluglinie Iberia zu 8.200 US-Dollar Strafe verurteilt, nachdem eines ihrer Flugzeuge Fracht transportiert hatte, die nach Ermessen der US-Zollbehörden aus Kuba stammte.

      Nach der wiederholten Verschärfung der Blockadebestimmungen, hatte Präsident George W. Bush im Mai 2004 eine Kommission für ein freien Kuba ins Leben gerufen. Ihr vorrangiges Ziel soll es sein, den Übergang Kubas von einen "stalinistischen System" zu einer "Demokratie" voranzutreiben.

      Im Juli dieses Jahres dann wurde Caleb McCarry, Republikaner und ehemaliges Mitglied des Ausschusses für Internationale Beziehungen des Repräsentantenhauses, von Außenministerin Condoleezza Rice zum Beauftragten der US-Regierung für den Übergang in Kuba ernannt. Der Schritt bot auch in den USA Anlass für Kontroversen. Einerseits war McCarry bei der Gründung der "Kommission für ein freien Kuba" involviert, von der die sozialistische Regierung erklärtermaßen in den Bankrott getrieben werden soll.

      Als Übergangskoordinator soll er zugleich aber den zivilen Wandel auf Kuba organisieren und die wirtschaftlichen Schäden der über vier Jahrzehnte andauernden Blockade beseitigen helfen.

      Blockade und Wiederaufbau - zwei Seiten der Medaille

      Der institutionelle Rahmen weist darauf hin, dass beide Aufgaben in einem engen Zusammenhang stehen. Als Übergangskoordinator ist McCarry dem Büro für Wideraufbau und Stabilisierung des US-Außenministeriums angegliedert. Diese Stelle wurde noch im August 2004 von dem damaligen Außenminister Colin Powell gegründet. Ihre Aufgabe ist es, die Entwicklung in so genannten gescheiterten Staaten (failed states) und Nachkriegsregionen zu beeinflussen - notfalls militärisch.

      Dass Kuba mit der Benennung McCarrys dieser Gruppe zugerechnet wird, sorgte für Widerspruch. Das U.S. Institute für Peace, eine von Kongress gestützte Forschungsorganisation, lehnte die Zusammenarbeit mit dem Büro für Wideraufbau und Stabilisierung ab. Kuba diesem Bereich zuzurechnen, sei "eher ein Beitrag zur Destabilisierung, als zur Stabilisierung", wurde ein Mitglied zitiert.

      Tatsächlich hatte es McCarry als einen Erfolg der verschärften der Blockadepolitik bezeichnet, dass Kuba durch die "Nachbesserung" der Blockade allein im vergangenen Jahr 500 Millionen US-Dollar Mehrkosten entstanden seien. Es ist schwer verständlich, was dies mit Wideraufbau oder gar Stabilisierung zu tun hat.
      Es gibt jedoch Indizien dafür, dass der Benennung McCarrys mehr politische denn humanitäre Zielstellungen zugrunde lagen.

      Das Büro für Wideraufbau und Stabilisierung wird von Carlos Pascual geleitet. Der gebürtige Kubaner war von 2000 bis 2003 US-Botschafter in der Ukraine, später koordinierte er die US-Arbeit im eurasischen Raum. Die Arbeit seines Büros stützt sich maßgeblich auf eine weitgehend geheime Liste von 25 Krisenstaaten, die habjährlich vom Nationalen Geheimdienstrat (NIC) erstellt wird und zugleich mögliche Ziele militärischer Interventionen ausweist. Pascuals Büro arbeitet dafür dauerhaft mit einer Reihe militärischer Institutionen zusammen. Schon das weist darauf hin, dass das verstärkte Augenmerk der US-Regierung auf Kuba nicht nur entwicklungspolitischen Interessen geschuldet ist.

      Im Fall eines Machtwechsels in Kuba würde es zu den Aufgaben des Übergangsbeauftragten McCarrys gehören, den Schulbetrieb aufrecht zu erhalten und die Schulen "mit neuem Arbeitsmaterial und Personal zu versorgen". Dass diese Aufgabe nach konkret politischen Kriterien erfüllt würde, lässt schon ein Blick in McCarrys politisches Umfeld vermuten.

      Nach seiner Benennung am 28. Juli sprach er seinen Dank "meinem Mentor" Roger Noriega, dem ehemaligen Lateinamerika-Beauftragten Washingtons, aus. Außenministerin Rice dankte er "für Ihre Führerschaft im Interesse eines freien Kuba".

      46 Jahre lang hat die Diktatur vorsätzlich und grausam kubanische Familien getrennt. Doch es werden Kubaner sein, aufrechte Geister auf der Insel und aus aller Welt, von denen die Zukunft eines freien Kuba bestimmt wird. Es ist die Verantwortung der zivilisierten Welt, die kubanische Familie in politischer und wirtschaftlichen Freiheit zu vereinen. - Caleb McCarry

      Bis dahin sorgt die US-Regierung für das Gegenteil. Zu der Verschärfung der Blockadebestimmungen im vergangenen Jahr gehörte es, den in den USA ansässigen Kubanern nur noch eine Reise pro Jahr in ihr Geburtsland zu erlauben, auch dürfen sie nur noch direkte Verwandte besuchen.

      Andere US-Bürger müssen schon bei einer einmaligen Reise auf die Karibikinsel mit empfindlichen Strafen rechnen. Das zeigte Wirkung: Nach Angaben der kubanischen Regierung ist die Zahl der US-Touristen seither um die Hälfte zurückgegangen.
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      Friedrich Nietzsche (1844-1900), dt. Philosoph


      Im Vergleich zu evas neuigkeiten zwar nur ne kleinigkeit aber immerhin :D :D

      Quelle : Spiegel online


      MEXIKO

      Kleine Ladenbesitzerin zwingt Coca-Cola in die Knie

      Wenn es darum geht, das eigene Revier gegen unerwünschte Eindringlinge zu verteidigen, zeigen sich die Vertriebsleute von Coca Cola seit jeher robust. Als sie jedoch versuchten, einer kleinen Ladenbesitzerin die Bedingungen zu diktieren, holten sie sich eine Abfuhr.


      Mexiko-Stadt - David, Wilhelm Tell, Robin Hood, Asterix - die Geschichte ist Reich an Sagen und Erzählungen über Helden, die einen vermeintlich übermächtigen Gegner erfolgreich trotzten. Die 49-jährige Raquel Chavez aus dem Armenviertel Itzapalapa in der Nähe von Mexiko-Stadt dürfte - zumindest in den Augen ihrer Landsleute - in die Ahnengalerie dieser mutigen Kämpfer aufgenommen werden.

      Chavez' Kampf schien zunächst ebenso aussichtslos, wie der der meisten Einzelkämpfer. Ihr Gegner ist zwar nicht blutrünstig, aber mindestens so mächtig wie die Bösewichter der Heldensagen: Coca Cola. Eines Tages stattete ein Vertreter des Getränkekonzerns der 49-Jährigen in ihren winzigen Laden einen Besuch ab. Sie dürfe keine Getränke von Big Cola mehr verkaufen, wenn sie weiter beliefert werden wolle, erklärte er ihr. Big Cola ist eine peruanische Firma, die seit einigen Jahren mit niedrigen Preisen auf den mexikanischen Markt vorstößt.

      Doch Chavez wollte nicht hinnehmen, dass ihr vorgeschrieben wurde, welche Getränke sie zu verkaufen habe. In ihrer Not wandte sich die resolute Ladenbesitzerin an ein Büro der staatlichen Wettbewerbsaufsicht.

      Die Beamten ließen ihre Beschwerde allerdings erst einmal links liegen. Und wiederum ließ Chavez nicht locker. "Ich sagte ihnen: 'Was macht ihr hier eigentlich? Seid ihr da, um Coke zu beschützen oder um uns zu verteidigen?'", erzählte sie später stolz. Die Kartellwächter beugten sich dem Druck und gingen der Sache nach. Schon bald fanden sie Hinweise auf ähnliche Fälle.

      Zwei Jahren später hatten die Wettbewerbshüter schließlich genügend Beweise für ein groß angelegtes Verfahren zusammen. 15 Abfüllbetriebe, so befand die Behörde im Juli, hatten gegen die Kartellgesetze verstoßen. Sie verhängte eine Strafe von umgerechnet 58 Millionen Euro, wie ein Coca-Cola-Sprecher und ein Beamter der Behörde der Nachrichtenagentur AP bestätigten - die höchste Strafe, die je in einem Kartellverfahren in Mexiko verhängt wurde.

      Einige Wochen danach wurde ein weiteres Urteil gegen 54 Vertriebsstellen von Coca Cola verhängt. Das Geld geht an den Staat, Chavez sieht davon keinen Peso. Aber sie wird jetzt wieder direkt von Coca Cola beliefert, nachdem sie drei Monate lang in ein Großhandelszentrum fahren musste. "Ich bin stolz", freut sie sich über den Ausgang des Verfahrens. "Vielleicht fangen die Leute jetzt an, für ihre eigene Sache aufzustehen."

      Coca-Cola-Sprecher Charley Sutlive sagte: "Wir respektieren die Entscheidungen." In einem Berufungsverfahren solle aber geklärt werden, dass die Geschäftspraxis des Konzerns mit dem mexikanischen Wettbewerbsrecht in Einklang steht. Coca Cola hat in Mexiko einen Marktanteil von etwa 70 Prozent aller verkauften Erfrischungsgetränke.
      Bananenverhandlungen in Panama ergebnislos (17.11.2005)


      Auf dem Treffen am vergangenem Montag in Panama waren sich die Delegierten von Ecuador, Kolumbien, Guatemala, Honduras, Nicaragua, Panama, Costa Rica und Brasilien wieder einmal darüber einig, was sie nicht wollen, aber verpassten es, über eine gemeinsame Strategie zu entscheiden, sich der EU anzunähern.

      Guatemala sucht nach einem unmittelbaren Ende des gegenwärtigen Systems und einem Tarif von 75 ¬ pro Tonne. Costa Rica schlägt einen Wertzoll vor, während Kolumbien die Idee der 3-5 Jahre Übergangszeit verteidigt, solange die Verhandlungen andauern, während welcher der gegenwärtige Stand beibehalten wird.

      Die Position Kolumbiens wird von Panama, Honduras und Nicaragua unterstützt. Ecuador, der größte Exporteur der Region, bleibt gespalten: sein anfänglicher Vorschlag war für einen 120,- € - pro-Tonne -Tarif, der im Zeitablauf auf 75,- € pro Tonne reduziert werden würde.

      Als dies einstimmig abgelehnt worden war, stellte sich eine Gruppe von Exporteuren auf die Seite des kolumbianischen Vorschlags. Inzwischen wird erwartet, dass die EU ihre Position Anfang der nächsten Woche bestimmt.
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      Friedrich Nietzsche (1844-1900), dt. Philosoph


      KUBA: Fidel Castro soll Parkinson haben (17.11.2005)

      Der 79 Jahre alte kubanische Revolutionsführer Fidel Castro leidet nach Einschätzung des US-Geheimdiensts CIA an der Parkinson-Krankheit.

      Seit einem Jahr gebe es «ziemlich genaue Anzeichen», dass Castro an der Krankheit leide, berichtete die US-Zeitung «Miami Herald» unter Berufung auf vertrauliche Informationen der US-Regierung.

      Die Ärzte des CIA vermuten, dass Castro bereits im Jahr 1998 die Parkinson-Diagnose erhalten habe. Der Geheimdienst unterrichte das US-Aussenministerium regelmässig über seine Befunde zur Gesundheit des Kubaners.

      Ausfallerscheinungen

      In letzter Zeit hatten einige öffentliche Auftritte des Altrevolutionärs Spekulationen über eine schwere Erkrankung genährt. Der einstmals brilliante Redner sprach undeutlicher als früher und verlor gelegentlich den Faden.

      Im vergangenen Jahr stürzte er von einem Rednerpodium und brach sich einen Arm und ein Knie. Castro regiert Kuba seit dem Jahr 1959.
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      Über 1.800 Kubaner sind älter als 100 Jahre (17.11.2005)

      Das Leben auf Kuba scheint ein ganz besonders gesundes Leben zu sein. Wie anders wäre es zu erklären, dass es auf der Karibikinsel über 1.800 Menschen gibt, die über 100 Jahre alt sind.

      Und der "Klub der 120-Jährigen" erfreut sich eines regen Zulaufs.

      Das geht aus der jüngsten Bevölkerungsstatistik des karibischen Inselstaates hervor. Laut dem am Wochenende veröffentlichten Bericht waren zum Zeitpunkt der Erhebung im September 2002 insgesamt 1826 Menschen 100 Jahre alt oder älter.

      Für die im "Klub der 120-Jährigen" zusammengeschlossenen Einwohner Kubas bestehen damit gewisse Aussichten, das von ihnen angestrebte Altersziel von 120 Jahren zu erreichen.

      Die landläufige Meinung, wonach das Leben auf dem Lande ein hohes Lebensalter begünstigt, weil es weniger Stress und Umweltbelastungen mit sich bringe, wird durch die Zahlen nicht bestätigt: Von den über Hundertjährigen leben 1386 in städtischen Gebieten und nur 440 auf dem Land.

      Auf eine Gesamtbevölkerung von 11.177.743 Menschen kommen in Kuba überdies 45.904 die zwischen 90 und 99 Jahre alt sind. Im "Klub der 120-Jährigen" hatten sich vor etwa zwei Jahren mehr als hundert rüstige Alte zusammengeschlossen. Der Klub wird von Professor Eugenio Selman-Housein Abdo, dem Leibarzt des kubanischen Präsidenten Fidel Castro, geleitet.
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      Honduras: Mindestens 9 Tote durch Tropensturm "Gamma"

      Tropensturm "Gamma" hat in Mittelamerika mindestens zwölf Menschen das Leben gekostet. "Gamma" peitschte gestern mit sintflutartigen Regenfällen und Sturmböen von 75 Kilometern pro Stunde über die Region. Allein in Honduras kamen mindestens neun Menschen ums Leben, 14 weitere wurden vermisst. Zahlreiche Städte und Dörfer an der Karibikküste wurden von der Außenwelt abgeschnitten. Bei dem Absturz eines Flugzeuges, dass Gäste zu einem Dschungelanwesen des US-Regisseurs Francis Ford Coppola in Belize bringen sollte, kamen der Pilot und die beiden Passagiere ums Leben.
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      Kolumbien: String-Tangas und Strapse für Sturmopfer in Kolumbien gespendet

      21.11.2005 00:41

      BOGOTÁ - Eine merkwürdige Auffassung von den Bedürfnissen kolumbianischer Sturmopfer haben offenbar viele Spender: Dem Roten Kreuz sandten sie unter anderem getragene String-Tangas, Strapse und jede Menge einzelne Schuhe.

      In Boyaca im Zentrum des Landes erhielt die Hilfsorganisation Strumpfhalter und brasilianische Strings, wie die Tageszeitung "El Tiempo" berichtete. In Risalda fanden die Helfer in einer Lieferung von Schuhen kein einziges zusammengehörendes Paar.

      Eine makabere Lösung fand der örtliche Rotkreuzvertreter in Tolima, Miguel Carrilo: Er verteilte die einzelnen Schuhe an Opfer von Anti-Personenminen. "Was soll ein Katastrophenopfer mit Strapsen machen, und dann auch noch gebrauchten", empörte sich eine Hilfskoordinatorin: "Wir können diese Dinge unmöglich übergeben."

      Mindestens ein Zehntel aller Sachspenden seien "Müll" gewesen und hätte entsorgt werden müssen, sagte der Chef der nationalen Hilfsbehörde, Ivan Marquez.

      In der diesjährigen Regenzeit kamen in Kolumbien seit September rund 80 Menschen ums Leben, 250 000 Menschen waren von den Unwettern betroffen. Derzeit fehlen dem Roten Kreuz nach eigenen Angaben die Mittel, um etwa 25 000 Opfern von Überschwemmungen und Erdrutschen zu helfen.
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      20. November 2005, 21:25
      KUBA: Tropensturm "Gamma" nimmt Kurs auf Kuba


      Mit Leitern und Notstiegen wurde in Honduras eine eingestürzte Brücke wenigstens für Fußgänger wieder passierbar gemacht

      El Progreso - Der Tropensturm "Gamma" hat in Mittelamerika mindestens zwölf Menschen das Leben gekostet. "Gamma" peitschte am Samstag mit sintflutartigen Regenfällen und Sturmböen von 75 Kilometern pro Stunde über die Region. Zahlreiche Städte und Dörfer an der Karibik-Küste wurden von der Außenwelt abgeschnitten.

      Allein in Honduras kamen mindestens neun Menschen ums Leben. Mehr als 5000 Menschen sind in Sicherheit gebracht worden. Die an einem Fluss gelegene Stadt El Progreso mit 200.000 Einwohnern steht zu 60 Prozent unter Wasser.

      An der Atlantikküste sind rund 50.000 Menschen nicht mehr zu erreichen, da Straßen überschwemmt und Brücken zerstört worden sind. Die betroffenen Gemeinden rationieren Nahrungsmittel und Wasser bis Hilfe eingetroffen ist. "Menschen stehen wegen der Überflutungen auf den Dächern ihrer Häuser", berichtete der Präsident von Honduras, Ricardo Maduro.

      Der Sturm hat nun Kurs auf Kuba und die Bahamas genommen. "Gamma" ist bereits der 24. Tropensturm der diesjährigen Rekord-Saison.(APA)
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      HONDURAS: Tropensturm "Gamma" fordert 32 Menschenleben
      veröffentlicht: 22.11.05 - 09:14

      Tegucigalpa (rpo).
      In Honduras sind nach jüngsten Angaben 32 Menschen durch den Tropensturm "Gamma" ums Leben gekommen. Weitere 13 Bewohner der nördlichen Küstenorte gelten als vermisst. "Gamma" wurde unterdessen auf seinem Weg ins Karibische Meer zu einem tropischen Tief herabgestuft.
      Außerdem hielt die Suche nach sechs mutmaßlich ums Leben gekommenen Mitgliedern einer Familie an, die in der Provinz Yoro durch einen Erdrutsch verschüttet wurden. Im benachbarten Belize kehrten bislang fünf Seeleute nicht von einer Fahrt auf hoher See zurück. Nach Angaben der honduranischen Zivilschutzbehörde Copeco flüchteten mehr als 23.000 Menschen vor dem von heftigen Regenfällen begleiteten Tropensturm aus ihren Häusern.

      Hubschrauber brachten Dutzende von Menschen in Sicherheit, die stundenlang auf Dächern oder Bäumen ausgeharrt hatten. UN-Hilfsorganisationen halfen bei der Verteilung von Nahrungsmitteln. Etwa 2000 Häuser wurden zerstört, dutzende Brücken von den Wassermassen weggespült. Die Provinz Islas de la Bahia stand zu einem großen Teil unter Wasser.


      Nachdem "Gamma" in Honduras viel Schaden angerichtet hatte, wurde er zum "tropischen Tief" herabgestuft. Foto: AFP
      Das absolute Wissen führt zu Pessimismus; die Kunst ist das Heilmittel dagegen.
      Friedrich Nietzsche (1844-1900), dt. Philosoph


      KUBA Weltkulturerbe im Zerfall

      KUBA

      Weltkulturerbe im Zerfall

      Schön ist Havanna nicht. Aber vielleicht ist die Stadt so faszinierend, weil an jeder Straßenecke zu sehen ist, wie schön sie sein könnte, wenn der graue Alltag sie ließe. Die Malecon ist gleichzeitig Prachtstraße und ein Beispiel für erschütternden Verfall.

      Ich habe den ganzen Artikel hier nicht reingesetzt, weil da wirklich einige wenige sehenswerte Fotos aufliegen..

      [URL=http://www.spiegel.de/reise/fernweh/0,1518,388828,00.html]Hier der komplette Artilel[/URL]
      Kuba: Priester und Altkommunist verteidigt Kuba und Castro (15.12.2005)

      Der Priester Ernesto Cardenal, ehemaliger Trappist, kommunistischer Kulturminister und Guru der Befreiungstheologie, hat kürzlich eine Lanze für den kubanischen Diktator Fidel Castro gebrochen.


      "Kuba verteidigen heißt, uns selber verteidigen", erklärte der nikaraguanische Priester und Poet Ernesto Cardenal (80) in der vergangenen Woche in der kubanischen Hauptstadt La Habana. Pater Cardenal ist einer von 900 Intellektuellen aus der ganzen Welt, die ein Manifest gegen die antikubanischen Machenschaften der gegenwärtigen Regierung der USA gegen Kuba unterzeichnet haben.

      Vor der kubanischen Tageszeitung "Prensa Latina" verurteilte der Priester die Bestrebungen der Vereinigten Staaten, während der gegenwärtigen Sitzung der UNO-Menschenrechtskommission eine Resolution gegen Kuba durchzusetzen. Die Session der Menschenrechtskommission tagt in Genf.

      "Kuba ist das einzige Land der Welt, das vom nordamerikanischen Imperialismus wirklich unabhängig ist. Das Land ist ein Beispiel für den Rest der Völker der Welt", erklärte Cardenal. Der Priester fügte hinzu, daß die wahre Menschlichkeit auch in Venezuela verteidigt werde, ein Land, das in gleicher Weise durch die rechtsnationalistische Regierung von Präsident George W. Bush bedroht sei.

      Der Priester nannte die USA ein terroristisches Land, das keine moralische Autorität besitze, die Lage der Menschenrechte in einem anderen Land zu beurteilen.

      Die Unterstützungserklärung für Kuba wurde am Montag vor zwei Wochen in der kubanischen Hauptstadt La Habana vom argentinischen Schriftsteller und Parlamentarier Miguel Bonasso und dem kubanischen Dichter Roberto Fernández Retamar vorgestellt.

      Das Manifest steht unter dem Titel "Stoppen wir ein neues Manöver gegen Kuba!". Es appelliert an die Regierungen, die in der UNO-Menschenrechtskommission vertreten sind, nicht zuzulassen, daß die Kommission von der antikubanischen Aggression der Bush-Regierung mißbraucht werde.

      Das Manifest ist unterschrieben von den zwei Trägern des Literaturnobelpreises, dem Portugiesen, José Saramago, und der Südafrikanerin Nadine Gordimer. Unterschrieben haben auch die Hollywood-Schauspieler Harry Belafonte und Danny Glover, der Regisseur Walter Salles, der ehemalige Dirigent der Berliner Philharmoniker, Claudio Abbado, der Sänger Joaquín Sabina und der Musiker Manu Chao.

      Weitere Unterzeichner sind der argentinische Friedensnobelpreisträger Adolfo Pérez Esquivel, der britische Regisseur Alex Cox und die US-amerikanische Schriftstellerin Alice Walker.
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      Friedrich Nietzsche (1844-1900), dt. Philosoph


      Venezuela: Oppositionsführer in Venezuela zu 16 Jahren Haft verurteilt (15.12.2005)

      Oppositionsführer Carlos Ortega ist in Venezuela wegen seiner Führungsrolle bei einem zweimonatigen Generalstreik zu einer Haftstrafe von 15 Jahren und 11 Monaten verurteilt worden.


      Eine Richterin sprach Ortega am Dienstagabend (Ortszeit) in Caracas in den Anklagepunkten "zivile Rebellion" und "Anstiftung zu Verbrechen" schuldig. Der ehemalige Präsident des oppositionellen Gewerkschaftsdachverbandes CTV war nach zwei Jahren im Exil Anfang 2005 heimlich nach Venezuela zurückgekehrt und im Februar in einem Spielkasino verhaftet worden.

      Ortega gehörte im April 2002 zu den Hauptorganisatoren der gewaltsamen Absetzung des umstrittenen Staatspräsidenten Hugo Chávez, der aber nach nur knapp 48 Stunden an die Macht zurückkehrte. Nach dem versuchten Staatsstreich hatte Ortega Ende 2002 den Generalstreik mitorganisiert, der Venezuelas Wirtschaft damals über zwei Monate lang lahm legte und das Karibik-Land rund zehn Milliarden US-Dollar Öleinnahmen kostete.

      Als auch diese Aktion scheiterte, floh der Regierungsgegner aus Angst vor strafrechtlichen Konsequenzen Anfang 2003 in das mittelamerikanische Land Costa Rica.

      Die von den Traditionsparteien, Gewerkschaften, der Kirche sowie den meisten Medien und Unternehmern gebildete Opposition wirft Linksnationalist Chávez einen diktaturähnlichen Regierungsstil vor.
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      Castros Häftlinge: Letzter Ausweg Selbstmord (15.12.2005)

      Seit Monaten nehmen Verzweiflungstaten in den Haftanstalten der kommunistisch regierten Karibikinsel Kuba zu.


      Das berichten Oppositionelle. Grund sei die verstärkte Repression, wie sie Kubas Staats- und Parteichef Fidel Castro in seiner Rede vom 26. Juli 2005 angekündigt hat, aber auch die immer schlechtere Versorgung mit Lebensmitteln.

      Mit bis zu 1000 politischen und 280 000 sonstigen Häftlingen nimmt Kuba mit seinen elf Millionen Einwohnern einen traurigen internationalen Spitzenplatz ein. Allein im Dezember wurden bisher ein Suizid und elf Fälle von Selbstverletzungen in den Haftanstalten bekannt.

      Besonders politische Häftlinge treten immer häufiger in wochenlange Hungerstreiks. Menschenrechtler Eliardo Sanchez spricht von "einer tropischen Form des Totalitarismus". Totalitäre Systeme böten "Erziehung und Gesundheit. Aber im Tausch für diese Basisdienste nehmen sie uns alle zivilen Rechte weg. Alle, alle, alle!"
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      Kubanerinnen dürfen Preis nicht entgegen nehmen (15.12.2005)

      Kuba hat einer Gruppe von Frauen die Ausreise nach Europa verweigert, wo sie einen Menschenrechtspreis entgegen nehmen sollten.


      Die Gruppe, die sich «Frauen in Weiss» nennt und für die Freilassung politischer Gefangener einsetzt, nannte diese Entscheidung absurd. Dies zeige nur, dass sie mit ihrem Widerstand gegen das Regime von Fidel Castro Recht hätten. «Ich fühle mich so stark wie noch nie», erklärte Miriam Leiva am Dienstag. «Das zeigt nur, dass wir die ganze Zeit Recht hatten.»

      Die Frauen und Mütter von politischen Gefangenen schlossen sich vor mehr als zwei Jahren zusammen, nachdem die Regierung 75 Dissidenten inhaftiert hatte. Die Frauen tragen weisse Kleidung und Blumen, wenn sie einmal in der Woche friedlich gegen die Inhaftierungen protestieren.

      Die Frauen sollten am Mittwoch im Europaparlament in Strassburg zusammen mit der nigerianischen Anwältin Hauwa Ibrahim und der Organisation Reporter ohne Grenzen den renommierten Sacharow-Preis 2005 erhalten.
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      BOLIVIEN: Konflikt mit Ölmultis in Bolivien (15.02.2006)

      In Bolivien bahnt sich ein weiterer Konflikt zwischen dem spanisch-argentinischen Öl- und Gasmulti Repsol-YPF und der neuen Regierung unter Evo Morales an.

      Die spanische Tageszeitung »El Mundo« berichtete unlängst, Repsol-YPF habe in größerem Umfang Benzin am Fiskus vorbei aus Bolivien geschmuggelt. Der Präsident der staatlichen Erdöl- und Gasgesellschaft des lateinamerikanischen Landes, Jorge Alvarado, habe behauptete, dass die Repsol- Tochterfirma Andina in den Jahren 2004 und 2005 insgesamt 160 211 Barrel Benzin »vermutlich ohne die notwendigen Genehmigungen« aus dem Land gebracht hat.

      Den Wert bezifferte Alvarado auf 6,4 Millionen Dollar. Andina habe die Lieferungen fälschlicherweise als Gemisch deklariert. »Wegen des spezifischen Gewichts wissen wir, dass es zu einem hohen Anteil Benzin enthielt.«
      Dem Bericht zufolge untersucht der Zoll derzeit alle Dokumente über die betreffenden Exporte. Reiche es nicht für ein Strafverfahren, handele es sich zumindest um einen »Verstoß gegen geltende Normen«, der mit einer Geldstrafe zu ahnden sei. Repsol, nach eigenen Angaben größter Energiekonzern in Lateinamerika, hat den Schmuggelvorwurf dementiert.

      Der Vorgang fällt zeitlich mit der Behauptung des neuen bolivianischen Präsidenten Evo Morales zusammen, Ölmultis würden gegen seine Regierung konspirieren, die erst seit drei Wochen amtiert. »Man spricht darüber, wie man Bewegungen zur Destabilisierung unserer Regierung finanzieren kann«, sagte Morales. Die Sicherheitsbehörden hätten Ermittlungen eingeleitet. Namen wollte er nicht nennen, er schloss aber die bolivianische Petrobas aus. Die zweitgrößten Öl- und Gasvorkommen in Südamerika - nach Venezuela - werden von Repsol, der französischen Total, von British Gas, BP und den US-Firmen ExxonMobil und Enron kontrolliert.

      Der spanische Botschafter, Francisco Montalbán, hat mittlerweile dementiert, dass der Ex-Staatskonzern Repsol an einer Konspiration beteiligt sei. In La Paz erklärte er: »Ich kann Ihnen garantieren, dass den spanischen Investoren nichts ferner liegt, als die Interessen und die Stabilität der Regierung anzugreifen.« Die spanischen Firmen hätten »alle großes Vertrauen in die legitime Regierung«.

      Klar ist indes, dass Repsol von dem Politikwechsel besonders hart betroffen ist. Der Konzern hat in den letzten Jahren rund 800 Millionen Euro in Bolivien investiert und gilt als der größte Einzelinvestor im Land. Ende Januar hatte der Konzern ein Viertel seiner nachgewiesenen Reserven abschreiben müssen. Gut die Hälfte der 1,25 Milliarden Barrel Öl- und Gasäquivalente entfiel dabei auf Bolivien.

      Weitere Abschreibungen wurden nicht ausgeschlossen. Wegen des folgenden Kurssturzes musste der Handel mit Repsol-Aktien an der Madrider Börse zeitweise ausgesetzt werden.

      Repsol hatte den Vorgang unter anderem mit neuen Gesetzen in Bolivien begründet und Investitionen in Höhe von 400 Millionen Euro vorläufig auf Eis gelegt. Bolivien will in Zukunft alle Öl- und Gasreserven im Lande als staatliches Eigentum reklamieren. Allerdings hatte Morales bei einem Besuch in Spanien kürzlich erklärt, Verstaatlichung bedeute nicht, dass »Firmen enteignet oder konfisziert werden«.

      Der neue Präsident will die Bevölkerung am Rohstoffreichtum des Landes beteiligen. Zu diesem Zweck wurden die Steuern und Abgaben bereits erhöht - die Ölbranche muss statt 18 Prozent nun etwa 50 Prozent ihrer Einnahmen an den Fiskus abführen.
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